Eine der Achillessehnen der AfD sind zahlreiche Soldaten, die sich in der Partei engagieren. Das Spektrum reicht vom General a.D., der als OB-Kandidat in Hannover antrat über knappest gescheiterte Parteivorsitz-Bewerber bis zu den einfachen Mitgliedern an der Basis. Der Verfasser sieht die Militärs grundsätzlich positiv, weil sie – im Gegensatz zu ihren politischen Spitzenvorgesetzten und sogar Kanzleramtsbewerbern – geordnetes Denken gelernt haben. Man muss allerdings in Rechnung stellen, dass Berufssoldaten den Umgang mit Waffen aller Art als Full time Job betreiben und sich auch an die gefährlichsten Exemplare als Langweiler in Friedenszeiten gewöhnt haben. Ähnlich wie der Bauer mit dem Bullen umgeht, als sei das alles nichts, fliegen die Piloten aus Büchel mit US-Atombombenattrappen herum, als machten sie Sight-seeing. Kurz gesagt, fehlt den Militärs regelmäßig das politische Gefahrenbewusstsein ihrer Aktivitäten, was vor Jahresfrist das Geplauder der Bundeswehroffiziere illustrierte, die mal eben die russische Krimbrücke in die Luft zu jagen besprachen.
Soldaten haben Schlagseite, wenn es um Aufrüstung und Anschaffung neuer, tödlicher Werkzeuge geht
Aus diesem Grunde hat die Bundeswehr grundgesetzlich Zivilisten als oberste Befehlshaber und aus derselben Überlegung heraus sollten Parteien wie die AfD Sprecherpositionen in Sachen Rüstung und Kriegsausstattung nicht Soldaten überlassen. Sonst kommt sowas heraus wie soeben, dass Oberst a.D. Lucassen – verteidigungspolitischer Sprecher der AfD im Bundestag – und sein Bundeswehrkamerad Gnauck deutsche Atombomben fordern. Ihnen ist der Atomwaffensperrvertrag offensichtlich nicht bekannt, den Deutschland unterzeichnet hat. Ihr Unwissen kann nicht als Politiker-Dauerentschuldigung genommen werden, wenn es um solche Kaliber geht. Die AfD hat mit dem umstrittenen Lucassen genügend schlechte Erfahrung gemacht: Bei Lanz im ZDF bezeichnete er die eigenen Leute als „Volksverräter“ (hier).
Fazit: Lucassen und Gnauck müssen weg. Sie sprechen nicht für die große Mehrheit der AfD-Mitglieder, die nicht Atombomben gegen Russland wenden, sondern Frieden und Wohlstand zurück haben und Handel treiben wollen.





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27 Antworten zu „Spinnen die bei der AfD? Umstrittene Kriegstreiber Lucassen und Gnauck fordern deutsche Atombomben“