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Öl und Gas bleiben knapp

Um zu sehen, wie sich die Energiepreise entwickeln werden, ein Blick auf repräsentative Energiekonzerne. Steigern sie die Produktion, damit die Preise sinken? In vielen Regionen der Welt ist vom Ende der fossilen Wirtschaft zumindest die Rede. Investitionen für einen langen Zeitraum werden deshalb ungern angestoßen. Auch die ESG-Regeln der Geldgeber gehen in diese Richtung.

Gestern hatte ich die Firma Petrobras durchleuchtet, um zu sehen, ob sich ein Aktienkauf lohnt. Auf was man da alles stößt! Die Produktion ist in allen Segmenten leicht rückläufig. Es gibt auch keine großen Anstrengungen sie zu steigern. Das verdiente Geld hat man in den sehr notwendigen Schuldenabbau und hohe Dividenden (2022 = 21 %) „investiert“. Es gibt Gerüchte, daß Brasilien in die OPEC will. Eine sinkende Produktion wäre eine Eintrittskarte.

Der Gewinn hatte sich trotz stagnierender Förderung fast verdoppelt. Der Preis bringts. In den ersten 9 Monaten diesen Jahres ist er von 74 auf 124 $ pro Faß gestiegen. Das interessanteste Detail betrifft den Export. Die Verschiffung nach China hat sich 2022 fast halbiert (noch etwas über 20 %), die nach Europa war insbesondere im zweiten Quartal stark gestiegen (29%).  China bekommt billiges Öl aus Rußland, Deutschland ordert teueres Öl aus aller Welt.

Ein zweiter Blick fiel auf ConocoPhillips. Die Produktion wurde um etwa 10 % gesteigert, die erzielten Preise in den Regionen der Welt unterscheiden sich gewaltig. In den Staaten hat man 2022 83 $ pro Faß Öl realisiert, in Europa über 100. Noch differenzierter geht es bei Erdgas zu: In den Staaten kostete ein Mcf (Thousand Standard Cubic Feet) 3,5 $, in Europa über 35.

Shell läßt sich hinsichtlich der Fördermengen nur ungern in die Karten gucken, sowohl bei Öl und Gas scheint die Menge 2022 jeweils um 5 % gesunken zu sein.

Chevron ist wiederum sehr gesprächig. Die Ölförderung ist 2022 etwa konstant geblieben, die Gasproduktion um etwa 3 % gestiegen.

Was die OPEC betrifft, ist die Fördermenge gesunken. Der OPEC gehören Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Algerien, Libyen, Angola, Äquatorialguinea, Gabun, Nigeria, die Republik Kongo und Venezuela an.

Die Fördermengen bei den Kataris haben sich seit 2012 nur geringfügig verändert.

Gazprom hat seine Informationsabgabe gedrosselt.

Ergebnis: Die Gesetzmäßigkeit, daß hohe Preise zu Investitionen und zur Ausweitung der Fördermengen führen, gilt wegen den Umtrieben der Magnaten und staatlichen Reglementierungen nicht mehr. Wir haben wieder mal wie 1914, 1933 und 1945 das Reich des Sozialismus betreten. Die Preise werden vermutlich etwas zur Ruhe kommen, aber auf einem hohen Niveau.

Die Lügenpresse jubelte vor ein paar Tagen, daß der holländische Title Transfer Facility-Erdgaspreis (TTF) ins Bodenlose gesunken wäre. TTF ist ein virtueller Handelspunkt im niederländischen Gasnetz, über den der Erdgas-Handel für die Niederlande und darüber hinaus abgewickelt wird. Abgerechnet wird in Euro pro MWh. Der Preis betrug heute fast 82 €. Vor 2021 schwankte er zwischen 5 und 25 €. Von einem niedrigen Preis kann also nicht die Rede sein.

Die hohen Energiepreise sind technisch unnötig, aber von den Magnaten und ihren Medien politisch gewollt. Sie dienen dazu die europäische Industrie abzuwürgen, denn in Asien und Amerika sehen wir deutlich niedrigere Produktionskosten.

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Was kannst Du dafür, wenn Deine Pestilenz, Deine Teuerung, Deine Wasserfluten den Gerechten mit dem Bösewicht auffressen?“ (Friedrich Schiller)

Quelle: Prabelsblog