Allein unter Moslems – ai

Kritik der „Neuen Rechten“

Am 4. Februar 2025 erschien auf der Website von „European New Right Revue“ eine „Korrektur“ des Jungeuropa-Autors Nils Wegner auf unsere – „getarnt als Rezension von Benedikt Kaisers Buch „Die Konvergenz der Krisen“ (Wegner) – „Laudatio“ auf den 2005 verstorbenen neurechten Philosophen Guillaume Faye in der vierteljährlich in Graz erscheinenden Zeitschrift „Abendland“. Eine Erwiderung Wegners auf den Rezensions-Essay wurde von „Abendland“ aus uns unbekannten Gründen abgelehnt und führte anschließend zu einer Veröffentlichung auf der Website des Jungeuropa-Verlags. 

Den für die englischsprachige „European New Right Revue“ aktualisierten und übersetzten Text Wegners nehmen wir daher gerne zum Anlaß für eine erneute Kritik der als Vorfeld der AfD agierenden sogenannten „Intellektuellen Neuen Rechten“, deren Politiker inzwischen zumindest teilweise zunehmend agieren wie machiavellistische Demagogen und dann ihre persönliche Agenda verfolgen, anstatt – wie es sich für eine echte Rechte gehört – dem Volk zu dienen.

Die reiche politische, kulturelle und philosophische Tradition der Europäischen Rechten erlaubt es uns, einen Schatz von ontologischen Grundprinzipien zu bergen und zu pflegen, ermahnt uns allerdings auch, daß diese nicht nur politische, soziologische und phänomenologische Grundpfeiler haben müssen, sondern vor allem in einer ideologisch verpeilten Gesellschaft auch ontologische, um nicht auf Sand gebaut zu sein. Eine defensive Haltung allein ist nicht ausreichend und auf Dauer auch nicht sehr vielversprechend, denn „Konservativismus ist Liberalismus in Zeitlupe“ (Peter Kwasniewski), eine Meinung, die wir gemeinsam mit Guillaume Faye, dem eigentlichen Ziel von Wegners Traktat, teilen.

Wir geben daher auch gern den Vorwurf zurück, wir würden in unserem Essay die „Ängste der älteren Bürger vor ethnischer Vertreibung und dem Verlust ihrer Heimat“ instrumentalisieren und beziehen uns auf den eigenen Erfahrungshintergrund in der multikulturellen und multikriminellen Metropole Frankfurt am Main mit einem Ausländeranteil von ca. 60 Prozent. Als Stichworte mögen genügen: Täuschung, Betrug und Lüge schon beim illegalen Grenzübertritt, Arbeitsverweigerung, Konkurrenzängste auf dem Arbeits- und Wohnungsmarkt, Messerattacken, islamisch motivierte Attentate, Gruppenvergewaltigungen, Kinder- und Zwangsehe, „Ehrenmorde“, gesetzwidrige Polygamie als erfolgreiches Geschäftsmodell sowie die heute noch bestehende Sklaverei im Islam.

Diese tatsächlich bestehenden Sorgen und Ängste der Bevölkerung bezüglich gesellschaftlicher Entwicklungen und Islamisierung werden nicht nur von offizieller Seite negiert und als „islamophob“ kriminalisiert, sondern längst auch von Teilen der sogenannten „Neuen Rechten“ mit einer unsäglichen Chuzpe und Nonchalance beschwiegen, denen offenbar die einheimischen flaschensammelnden Armen und Alten im Lande egal sind, während sie gleichzeitig um Bündnisse mit Islamisten flehen. Dies war übrigens auch einer der Gründe, die zum Bruch von Faye mit Alain de Benoist und GRECE führten. Tatsächlich kostet ein einziger illegaler „Flüchtling“ den Staat in seiner Lebenszeit ca. eine halbe Million Euro plus der Kosten des Clan- bzw. Sippennachzugs.

Die Frage, ob die sogenannte „Neue Rechte“ eine Monarchie mit einer unfehlbar und absolut regierenden und agierenden Intellektuellen-Herrschaft ist, dürfte also nicht ganz unberechtigt sein. Es hieße sie zu unterschätzen, wenn man nur von lächerlichen intellektualistischen aporetischen Denkfiguren reden würde, wie beispielsweise der geradezu hanebüchenen Aussage des Herrn Wegner, es sei doch für Deutschland und Europa völlig gleichgültig, ob die USA von den Trumpisten oder den Globalisten regiert würden, und sich damit freiwillig als Witzfigur blamiert und gleichzeitig seinen geopolitischen und geokulturellen Bankrott erklärt.

Aber natürlich kann man auch von seiner eigenen mit Originalität verwechselten peinlichen Null-Ahnung überzeugt und begeistert sein, obwohl die Lage für derlei Kindergartenspielchen eigentlich viel zu ernst ist. Richtig zur Sache geht es jedoch, wenn man etwa die Flexibilität der sogenannten „Neuen Rechten“ in Sachen Bündnispolitik mit Islamisten nicht als conditio humana freudestrahlend begrüßt, denn dann decouvriert man sich damit bereits als miesepetriger Ewiggestriger, als jemand, der sich nicht nur dem Geist der neuen Zeit sperrt, sondern unser aller Zukunft insgesamt gefährdet. Schon heute demonstrieren im neurechten Spektrum mehr und mehr „Querdenker“ ihre Weltoffenheit und antidogmatische Haltung allein in der Bereitschaft die Abschottung gegenüber zudringlichen Migranten zwecks gemeinsamer konservativer Haltungen zu überdenken. Und dies ist selbstverständlich keine vorübergehende Verirrung, denn davor warnte ein Guillaume Faye schon vor vielen Jahren.

Auch mit Geopolitik und Geokultur hat man es nicht so sehr in der sogenannten „Neuen Rechten“. Spengler ist irgendwie „out“, denn wer interessiert sich heute noch für globale Stammespolitik oder Huntingtons „Clash of Civilisations“? Alles Schnee von Gestern, halb so wild, keine Angst, keine Angst Rosmarie, Endzeitprognosen und TagX-Mentalitäten, ebenso der Gedanke, daß über Europa ein beispielloses Phänomen hereinbrechen könnte, ein diesmal wirklich finsteres Mittelalter, wie Faye es prophezeite, und diesem seinen erhellenden und realistischen „Archäofuturismus“ gegenüberstellte. Die sogenannte „Neue Rechte“ begreift noch nicht einmal im Ansatz diese Ästhetisierung der Krise, geschweige denn die sich daraus notwendig ergebende Katastrophen-Konvergenz, in der wir uns nunmehr bereits seit mindestens zwei Jahrzehnten befinden.

Der Hinweis auf Günter Maschkes goldrichtige Feststellung, die Auseinandersetzungen innerhalb der Rechten nicht vor den Augen und Ohren des Feindes zu führen, übersieht dabei jedoch geflissentlich, daß dieser einer der schärfsten Kritiker des in der sogenannten „Neuen Rechten“ angesichts der Dekadenz und geistigen Verkommenheit unseres Allerweltsvölkchens obwaltenden Positivismus und Realitätsverlustes war. Daß jedoch ein Teil der theoretisch verkommenen politizistischen „Neuen Rechten“ und ihrer lautstarken Wortführer ihre Chance wittert interne Kritiker als „Neo-Reaktionäre“, „Pro-Zionisten“ oder was auch immer zu diffamieren, ist eine ebenso bezeichnende wie deprimierende Erscheinung. Der Reduktion des „Begriffs des Politischen“ auf einen Freund-Feind-Gegensatz durch Carl Schmitt kommt so durchaus ein Wahrheitsgehalt zu, allerdings nicht im Sinne des Erfinders.

Letzten Endes bleibt so der Liberalismus die bestimmende Kraft und läuft daher mit Naturwendigkeit auf eine Form des Bürgerkriegs hinaus, übrigens auch eine Prophezeiung von Guillaume Faye, der seinen „neurechten“ Feinden und Anbräunern wie immer geistig um Längen voraus war und die gesellschaftlichen Katastrophengeräusche und Schmerzensschreie seit langem kommen sah und hörte. Die heutigen Reste der intellektuellen und auch sonstigen „Neuen Rechten“ kennen sich indes selber nicht, sie haben ihren eigenen historischen Standort nicht analysiert, weil sie mit ihrem stumpf gewordenen theoretischen Instrumentarium das System in den letzten Jahrzehnten nicht einmal zur Kenntnis nehmen können. Tatsächlich vermögen sie nicht einmal ihren eigenen Widerspruch wahrzunehmen.

Es ist wie in einem schlechten Theaterstück, gähnende Langeweile breitet sich aus, ein Zuschauer nach dem anderen wandert ab und verläßt den Saal. Katastrophenignoranz und bürgerliche Identität führen letztlich dazu, daß die „Neue Rechte“ beim fast vollständigen politiko-kulturellen Analphebetismus angelangt ist und sich um keine Realität mehr schert. Die wenigen ganz jungen „Neuen Rechten“ haben offenbar von der Politik ungefähr soviel Ahnung wie Katzen von Katzenbüchern, denn in der Tat stehen Katastrophenignoranz und Politizismus in einem engen Beziehungsverhältnis. 

Immerhin gesteht mir Wegner aufgrund meiner linksradikalen Vergangenheit im Frankfurter SDS zu an Kritik und Selbstkritik geschult zu sein und diese auch ernst zu nehmen. Wenn die „Neue Rechte“ also nicht auf jegliche Kritik die beleidigte Leberwurst spielen würde und wenigstens einmal den ehrlichen Versuch einer Selbstkritik unternehmen würde, könnte dies doch der Beginn einer wunderbaren Freundschaft sein. In diesem Zusammenhang: Ich war nicht nur der Chauffeur des SDS-Bundesvorsitzenden KD Wolff und nach der Auflösung des Verbandes „Sicherheitsoffizier“ in dessen Nachfolgeorganisation „Rote Panther“, einem Durchlauferhitzer der „Revolutionären Zellen“, sondern auch KDs Leibwächter, war an mehreren Anschlägen auf US-amerikanische Einrichtungen beteiligt und kassierte ca. ein halbes Dutzend Ermittlungsverfahren. Als sportlicher Mittzwanziger hielt ich nichts von neulinken Gelehrtenstübchen, so wie ich heute die neurechten Gelehrtenstübchen für obsolet halte. Zumindest bis fünfzig hat man als politischer Aktivist sowohl im Zweifels- als auch im Ernstfall an der Front zu stehen und dem Feind ins trübe Auge zu blicken. Theorie ist lebenswichtig, aber ein wenig Praxis würde manchem unserer politizistisch-literarischen Meisterdenker gelegentlich ganz gut tun.

Was wir also dringend brauchen sind organische Intellektuelle, daher auch unsere schönen Nachrufe auf den SDS-Chefideologen Hans-Jürgen Krahl, der genau ein solcher war. Und exakt daher rührt auch unsere Verehrung für Männer wie Dominique Venner, Jean-Marie le Pen und Guillaume Faye. Wenn Alain de Benoist, nach allem was er Faye angetan hat, auch den jüngst verstorbenen verdienten politischen Aktivisten und FN-Gründer Le Pen zum „Idioten“ erklärt und Karlheinz Weißmann Faye für „völlig verrückt“ hält, dann sagt dies auch einiges aus über die zwischenmenschlichen Verhältnisse innerhalb der Rechten, und zwar sowohl der „Alten“ als auch der „Neuen“. Allerdings bin ich derlei von der „Neuen Linken“ gewohnt und darf mit Erstaunen feststellen, daß zumindest in dieser Hinsicht die Hufeisentheorie durchaus zutrifft. Die Menschen ändern sich nun mal nicht, weder die Rechten noch die Linken.

Während der frühere KB-Genosse und Konkret-Autor Jürgen Elsässer immerhin zugibt, daß er sich nie auf „irgendeine Weltrevolution“ bezog – im Gegensatz zu mir, der ich tatsächlich felsenfest daran glaubte, – sondern auf „Auschwitz“ – das wiederum für mich als aufmerksamem Leser von Hans Dollingers „Schwarzbuch der Weltgeschichte“ realiter „ein Detail der Weltgeschichte“ mit all ihren durchaus vorstellbaren Massenausmordungen Vertreibungen, Völkermorden und sonstigen grauenvollen Exzessen darstellte, – so kann einem inzwischen freilich Angst und Bange werden bei all dem, was sich heute abspielt und zusammenbraut, wenn die Bonsai-Savonarolas des neurechten Sektenwesens anstatt metakritisch den Nahost-Konflikt zu analysieren in ihrem Denken und Handeln von linksextremistischen und islamistischen Banden kaum noch unterscheidbar sind. Doch was am bloßen Geschichtsrelativismus fehlt ist sozusagen das Salz in der Suppe, nämlich die radikale Kritik an der geschichtstheoretisch verkürzten Herrschaftskritik, in welch verquerer Gestalt auch immer. Die vergeblichen Versuche die Katastrophenkonvergenz zu verstehen führen dann notwendig zum fatalen Wechselspiel zwischen dem wertewestlichen Weltpolizisten und neuen poststaatlichen Gewaltakteuren wie Hamas und HTS.

Dennoch sind wir natürlich sehr gespannt auf Benedikt Kaisers neues Buch über die rechte Adaption des Gramscismus, befürchten allerdings das Schlimmste. Denn wie alle Glaubensformen, so setzt auch das neurechte Politikverständnis seinen Anbetungsgegenstand ganz selbstverständlich voraus, behandelt ihn als causa prima und kommt gar nicht auf die Idee, die Frage nach seinem Bedingungszusammenhang zu stellen. Horkheimer etwa, um nur einen Vertreter der rechts immer noch berüchtigten Frankfurter Schule zu nennen, sah im „autoritären Staat“ die vollzogene und nicht mehr hintergehbare Emanzipation der Politik von der Ökonomie, womit er einmal mehr richtig lag. In diesem Sinne: Vorwärts immer – rückwärts nimmer!

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4 Antworten zu „Kritik der „Neuen Rechten““

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