An der Sir-Karl-Popper-Volksschule in Wien-Rudolfsheim-Fünfhaus findet derzeit kein römisch-katholischer Religionsunterricht statt. Islamischer Religionsunterricht wird dagegen angeboten, zusätzlich gibt es wöchentlich Arabisch als unverbindliche Übung. Die Kritik der FPÖ an dieser Schieflage ist berechtigt.
Eine betroffene Mutter berichtete gegenüber „Heute“, den Eltern sei nahegelegt worden, ihre Kinder abzumelden oder für die Religionsstunde in eine andere Schule zu bringen und anschließend zurückzubringen. Ihr Kind besucht die vierte Klasse. Die Bildungsdirektion bestätigte den Ausfall des katholischen Unterrichts.
Als Begründung nennt die Behörde das Fehlen einer entsprechend ausgebildeten katholischen Religionslehrkraft. Islamische Lehrer seien der Schule durch das zuständige Fachinspektorat zugewiesen worden. Bis eine Lösung gefunden wird, werden die katholischen Schüler in der betreffenden Stunde lediglich im Schulhaus betreut.
FPÖ-Bildungssprecher Maximilian Krauss verweist zudem auf Berichte, wonach christliche Schüler ihren Religionsunterricht teilweise während Deutsch, Mathematik oder anderer Pflichtfächer besuchen sollen, während der islamische Religionsunterricht anders im Stundenplan berücksichtigt werde.
„Wenn christliche Kinder für den Religionsunterricht Deutsch, Mathematik oder andere Pflichtfächer versäumen, während für den Islam offenbar eine andere Lösung gefunden wird, wirft das massive Fragen auf. Es darf keine unterschiedlichen Maßstäbe geben!“
Maximilian Krauss, FPÖ
Genau hier liegt der entscheidende Punkt. Ein Mangel an Lehrkräften kann erklären, weshalb ein Angebot vorübergehend ausfällt. Er entbindet die verantwortliche Bildungsverwaltung aber nicht von ihrer Pflicht, rasch Abhilfe zu schaffen. Christliche Kinder dürfen weder zum Abmelden gedrängt werden noch wichtige Pflichtstunden verlieren, nur um den vorgesehenen Religionsunterricht wahrnehmen zu können.
Krauss fordert Bildungsstadträtin Bettina Emmerling deshalb auf, den Fall unverzüglich zu prüfen und sicherzustellen, dass für alle Religionsgemeinschaften dieselben Regeln gelten. Angesichts schwacher Bildungsergebnisse dürfe keine zusätzliche Lücke in Deutsch oder Mathematik entstehen.
Die Forderung ist nicht gegen muslimische Schüler gerichtet. Sie verlangt schlicht Gleichbehandlung: Wenn islamischer Religionsunterricht organisatorisch ermöglicht wird, muss die Stadt auch für katholische Kinder eine zumutbare Lösung innerhalb des regulären Stundenplans bereitstellen. Alles andere wäre eine Benachteiligung, die an einer öffentlichen Schule keinen Platz hat. Opposition24 berichtete bereits über die Debatte um politischen Islam und die Entwicklung an Wiener Schulen.
Quellen: „Heute“ zum Fall an der Wiener Volksschule; Presseaussendung der FPÖ Wien bei OTS.


