In dem im Metapol-Verlag erschienen Buch seziert der Rechtsanwalt Dr. Björn Clemens die in der Bundesrepublik Deutschland voranschreitende Fäulnis des politischen Systems, das ihm dem Tode geweiht scheint.
In einem handwerklich hervorragend gestalteten Buch, das bereits beim Durchblättern zum sofortigen Lektürebeginn auffordert und den Leser durch 80 Jahre Geschichte voller Irrungen und Fehlentscheidungen führt.
Das sinkende Schiff, auf dem Cover das an den Untergang der Titanic erinnert, ist eine Metapher für das Navigieren der Republik in schweren Fahrwassern.
Den Titel des Buches der eine Anlehnung an Worte, des patriotischen Denkers Hans-Dieter Sander, dem Verfasser des Buches „Nationaler Imperativ“ ist, der schon vor langer Zeit den abschüssigen Weg des deutschen US-Vasallen als Höllenfahrt bezeichnete.
Die vorgelegten Aufsätze wurden über mehrere Jahrzehnte geschrieben und dokumentieren die Entwicklungen fortschreitender Zersetzung. Sie sind nicht chronologisch, sondern thematisch geordnet, beginnend mit der Vorgeschichte Deutschland nach 1945. Clemens sieht die Ursachen der Fehlentwicklungen bereits zu Anfang gelegt. Unmittelbar nach Gründung der CDU und das politische Durchsetzen der Führungsrolle von Konrad Adenauer in der Partei, war der Weg vorgegeben, der sich in einer Politik der Abkehr von der Einheit und dem Setzen falscher Prioritäten manifestierte. Im wirtschaftlichen Aufbau des zerstörten Landes wurden auf einen rein wirtschaftspolitischen Kurs gesetzt, was insofern als erfolgreich bezeichnet werden kann, da er zu einer Etablierung und Steigerung von Wohlstand im Volk führte. Die CDU konnte sich deshalb in den folgenden Wahlen behaupten. Der Preis dafür war der Verlust nationaler Identität.
Fragen der Souveränität Deutschlands wurden zurückgestellt, stattdessen setzte Kanzler Adenauer auf konsequente Westbindung, Bestrebungen zu einer Politik mit dem Ziel des Erreichens der Wiedervereinigung wurden behindert und ausgegrenzt. Dazu gesellte sich die starke antikommunistische Motivation, die davon ausging Asien beginne an der Elbe. Die 1952 vorgelegte „Stalin-Note“, die ein souveränes neutrales wiedervereinigtes Deutschland vorschlug, was brüsk zurückgewiesen wurde. Dies führte Deutschland außenpolitisch in die Unbeweglichkeit und machte eine Politik der nationalen Interessen unmöglich und führte in den 1980er Jahren gar zu einer Quasi Anerkennung der DDR, die mit Milliarden von DM-Zuwendungen am Leben gehalten wurde.
Mit den Ereignissen 1989/90, die zu Anfang die Möglichkeit eines Ausstiegs aus der Sackgasse zu eröffnen schien, setzte sich aber die weitere Verabschiedung von einer Politik zu mehr nationaler Identität verstärkt fort. Mit der Förderung eines deutschlandfeindlichen Zeitgeistes richtete man nun alles auf die Vereinheitlichung Europas aus. Im Prinzip wurde dadurch das Vasallentum der Deutschen mit Brüssel erweitert. Eigene Standpunkte zu geopolitischen Veränderungen waren nicht vorhanden.
Zum 40 Jahrestag des Kriegsendes am 08.Mai 1985 verkündete der damalige Bundespräsident Richard Weizäcker, den Tag der Deutschen Kapitulation zum „Tag der Befreiung“. Ein weiterer Meilenstein Deutscher Geschichte, der der fehlenden nationalen Identität eine „Schuldidentität“ verordnete, der alle folgenden Entscheidungen unterzuordnen sind, so die Politik zu grenzenloser Zuwanderung, fehlendem Wehrbewusstsein, gesellschaftliche Stellung der Soldaten und umfassende Kollektivschuld für alle Missstände der Welt. Für diejenigen die dazu eine andere Sichtweise haben wurde nicht nur der Ausschluss aus Debatten organisiert, vielmehr wurden gesetzliche Rahmen zur Verfolgung installiert, die im Buch völlig zurecht als Gesinnungsjustiz bezeichnet werden. Durchgesetzt wurde, dass auf allen Ebenen der Rechtsprechung dies zur Anwendung kam. So wird bis zum BVerG heute die Verwendung des Begriffs ethnischer Volksbegriff als „rechtsextrem“ angesehen. Gemäß einer Opferpyramide wird in allen gesellschaftlichen Angelegenheiten heute das Fremde oben verortet, das Deutsche dagegen unten. Inzwischen hat dies für alle Lebensbereiche zu gelten.
Clemens zeigt auch wie in der Diskussion um die Menschenrechte eine doppelte Moral vorherrscht, so sollen diese universalen Rechte allen Menschen zustehen und unverletzlich sein, in der Corona Politik der Regierung Merkel zeigte sich jedoch, dass man weder von Menschenrechten noch von Menschenwürde wenig hielt. Auch hier gab es den Schulterschluss von Regierung und Gerichtsbarkeit. Verweigerer des Maskentragens trotz ärztlichem Attest wurden ausgegrenzt und schikaniert, Ärzte verfolgt, Demonstrationen verboten, Teilnehmer niedergeknüppelt und verhaftet. Einzelne Festgenommene mussten viele Monate in U-haft verbringen.
Eine besondere Erwähnung verdienen auch die Berichte eigenen Erlebens, welche die geschilderten Entwicklungen deutscher Geschichte plastisch machen. Das waren die Jahre der Wiedervereinigung, die Besuche des WGT „Wave-Gotik-Treffen“ mit seinen Darbietungen Deutscher Kultur. Clemens zeigt Lichtblicke, die für Tage eine Befreiung von alltäglichem Multikult-Berieselung möglich machen.
Zum Schluss zieht der Autor Parallelen zur Reformation und zu Luther. Der Reformator hat seine Thesen entwickelt, weil es ein Unbehagen an den herrschenden Verhältnissen gab. Der Unterschied zu heute ist darin zu sehen, dass es damals ein Bewusstsein zur Fremdherrschaft gab. Man wollte nicht von Rom und der katholischen Kirche regiert werden. Das fehlt heute umfassend, was heißt ein Volksbewusstsein muss erst geschaffen werden.
Um das zu erreichen muss eine grundlegende Neubestimmung erfolgen, wie sie 1990 ausgeblieben ist. „Jeder Tag, der abläuft, wird sie überfällig“. Das kann nur mit mehr Wir-Gefühl geschehen. Mit lediglich kosmetischen Eingriffen wird es nicht getan sein.
Erstmalig veröffentlicht auf www.synergon-info.blogspot.com
Die Höllenfahrt der Republik
Björn Clemens
Metapol-Verlag
2025; € 23,00
356 Seiten
Zu beziehen: MetaPol Verlag & Medien, Charlottenstraße 34, 01099 Dresden
E-Mail:
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