„Hitlers Putsch und der Hochverrat von München“

Der Historiker und Journalist Armin Fuhrer erzählt ein spannendes Stück Zeitgeschichte, von November 1918 bis Frühjahr 1924. Im ersten Teil des Buches wird Hitlers persönliche und politische Entwicklung von November 1918 bis Dezember 1922 untersucht, um im weiteren Fortgang seinen lokalen Aufstieg, im Kontext der Gesamtlage Deutschlands im Krisenjahr 1923 aufzuzeigen. Wichtigste Akteure und Unterstützer werden beschrieben. Schließlich wird die unmittelbare Entwicklung bis zum Putsch vom 8./9. November 1923 akribisch nachgezeichnet. Das Buch schafft Klarheit, beim sogenannten „Hitler-Putsch“ ging es um mehr als nur um den Putsch eines lokalen Matadors, der später zum allmächtigen Diktator aufsteigen sollte. 

Seine Anfänge findet Hitler bei Aktionen der Münchner Räterepublik im Spätjahr 1918, überraschend im Umfeld der Linken, der MSPD (Mehrheits-Sozialdemokraten). Da die Revolution im Frühjahr 1919 niedergeschlagen wurde, musste Hitler, der berufslos und ohne Anstellung war, sich völlig neu orientieren. Er wählte denSeitenwechsel, hin zur politischen Rechten. Diese fand er bei der Deutsche Arbeiterpartei (DAP), aus der nur ein Jahr später die NSDAP hervorgegangen ist. Obwohl noch klein, war sein Ziel daraus eine Massenpartei zu machen. Seine rhetorischen Fähigkeiten wurden schnell erkannt und ebneten den Weg zum beachteten Redner in München. Bereits 1920 griff er nach dem Vorsitz der Partei, was ihm mit raffiniertem Intrigenspiel gelang. Von nun an war er auch Gesprächspartner der politischen Prominenz, bis hin zu den Größen der Bayrischen Machtelite, die selbst ein schäbiges Spiel um Macht und Machterhaltung betrieb. Frühe Förderer tauchten mehr und mehr auf und ebneten seinen Weg zu immer mehr Einfluss.

Mit Beginn des Jahres 1923 wurden die Zeiten unruhiger. Ihren Anfang nahmen siemit der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische und belgische Truppen, umausstehende Reparationszahlungen einzufordern. Die verheerende „Hyperinflation“ war die Folge, die zur Verarmung von großen Teilen der Bevölkerung führten, namentlich der Mittelschicht. Die Reichsregierung rief zu passivem Widerstand auf, blieb aber letztlich inaktiv. Forderungen und Aktionen zur Separation vom Reich wurde laut und fanden im Rheinland Zustimmung. Die Separatisten waren sich dabeider Unterstützung Frankreichs sicher. Im Oktober 1923 trat die KPD in die sächsische und thüringische Landesregierung ein, worauf die Reichsregierung eine „Reichsexekution“ gegen beide Länder erließ. Im Oktober rief die KPD in Hamburg,die Arbeiterschaft zu einem Aufstand auf, der kläglich scheiterte. Ursache dieser Umsturzbestrebungen der extremen Linken sind im Abbruch des passiven Widerstandes gegen die Ruhrbesetzung, dem Schwinden von nationaler Solidarität und verstärkte in der galoppierenden Inflation zu deuten. Die KPD handelte auf Anweisung der Komintern.

Die beiden Tage des Putsches nehmen mit 130 Seiten knapp die Hälfte des Buches ein. Fuhrer schildert detailliert den Ablauf der Ereignisse, zeigt die Unterstützung der Mitverschwörer aber auch das doppelte Spiel zahlreicher Akteure auf.

Am 8. November schließlich schreitet Hitler ungeduldig zur Tat. Die von rechten Verbänden am Abend durchgeführte Versammlung im Bürgerbräukeller lies Hitler mit SA-Getreuen besetzen und rief die Versammelten zum „Marsch auf Berlin“ und zur „nationalen Revolution“ auf. Er erklärte die bayrische Staatsregierung, wie auch die Reichsregierung für abgesetzt. Die Ereignisse überstürzen schon am Abend und es zeigt sich, dass große Teile der konservativ-nationalen Machtelite Bayerns involviert waren. Am 9. November eskalierte der Aufmarsch vor der Feldherrnhalle, es kam zu Schusswechsel mit mehreren Toden auf beiden Seiten. Die Putschisten mussten einsehen, dass Ihre Sache verloren war, die erhoffte Unterstützung der Reichswehr war ausgeblieben. Was folgte waren Flucht und Verhaftung. Nicht zuletzt ist Hitler zahlreichen anderen Putschplänen gegen die Regierung in Berlin, so vonGeneralstaatskommissar Gustav von Kahr und anderen Führern rechter Verbände,einschließlich der bayrischen Staatsregierung, zuvorgekommen. Diese hatten für den 15. November den Sturz der Regierung geplant. Eine Unterordnung in einem gemeinsamen Manöver kam aber für Hitler nicht in Frage. Historiker fragen deshalb,hat Hitler „unbewusst mit seinem Vorbrechen die Weimarer Republik gerettet?“ Einig sind sie sich darin, dass der Putsch dilettantisch geplant und durchgeführt wurde und deshalb scheitern musste.

Der ab Februar 1924 durchgeführte Prozess gegen die Putschisten in München,wurde international als Farce bewertet. Man bezeichnete das Urteil als Justizskandal, als Rechtsbeugung. Die verhängten Strafen waren alle milde, Ludendorff wurde freigesprochen. Hitler und die anderen führenden Putschisten kamen nach wenigen Monaten auf freien Fuß.

Die Ereignisse um den sogenannten „Hitler Putsch“ sind spannend mit sehr viel Sachkenntnis erzählt. 


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Kommentare

7 Antworten zu „„Hitlers Putsch und der Hochverrat von München““

  1. Ralf.Michael

    Hier wird doch ganz deutlich, das die ” Bayrische Staatsregierung ” schon Damals zu nichts Nutze war ! Genaun wie Heute, alles Versager ( OT Der Untergang ).

    1. die politische landschaft ist heute die gleiche .. wird aber noch schlimmer

  2. „Hitlers Putsch und der Hochverrat von München“
    Warum regt ihr euch eigentlich nicht über den Pusch und Hochverrat gegen den deutschen Kaiser 1918-19 so auf, oder an den Hochverrat am deutschen national Staat seit 1945-49 wie gut das ihr heute einen Prügelknaben wie Nazis und Hitler habt, dann braucht man seinen gesunden Menschen verstand nicht mehr benutzen und kann sich politisch koreckt alles vorkauen lassen.

    1. Rumpelstilzchen

      Ihrer Kritik ist allgemein betrachtet insofern zuzustimmen, dass die Zeiten vor den allgegenwärtigen “12 Fliegenschiss-Jahren” in der öffentlichen Debatte viel zu wenig und viel zu selten beleuchtet werden. Das ist in der Tat ein Manko.

  3. Deutsche Arbeiterpartei und rechts??? NSDAP rechts??? Goebbels selbst sagte, dass das Selbstverständnis der NSDAP ein linkes sei und dass ihnen das rechte Bürgertum ein Gräuel sei.
    Sorry, wenn immer noch die Flöte Nazis = rechts getutet wird, kann es mit der historischen Kenntnis des Autors nicht weit her sein.

    Schauen Sie doch genau hin! Wer wendet denn die politischen Methoden an, die damals angewendet wurden? Wer hat eine gewalttätige Vorfeldorganisation? Wer lässt bespitzeln? Wer zerstört politische Gegner als “Feinde”? Wer zögert nicht, politische Gegner mit fadenscheinigen Argumenten verfolgen zu lassen und einer eingenordeten Justiz zum Fraß vorzuwerfen? WER?? Ich denke, wer Augen zum Sehen hat und Ohren zum Hören, der kann sich diese Frage treffsicher selber beantworten. Ich gebe nur einen Hinweis: die AfD ist es nicht!

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    1. Das Problem ist das die meisten Deutschen nicht verstehen können, das die NS eine Sozialistische Partei war und keine Faschistische, die Leute sind durch die über 70Jahre anwärende propagander nicht mehr in der lange denn unterschied zu sehen geschweige zu begreifen, es gab zur damaligen Zeit nur 2 Staaten, die Faschistisch waren das sind Italien und Spanien Deutschland war sozialistisch und Russland(UDSSR) kommunistisch (BOLSCHEWISTISCH).