Größenwahn oder knallharte Machtpolitik?

Ein kurzes Interview von Fox News mit Donald Trump, das vor den Gesprächen mit Vertrertern von Grönland und Dänemark aufgenommen wurde, sorgt im Netz für Aufsehen und Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des US-Präsidenten.

Als er nach der Haltung von Grönlands Premier gefragt wird, dass man sich im Zweifel für Dänemark und die Europäische Union entscheide – und nicht für die USA, dreht Trump auf. Wörtlich sagte er:

“That is their problem.
I disagree with them.
I don’t know who he is, don’t know anything about him.
That is going to be a big problem for him.”

Eine nüchterne Übersetzung klingt noch vergleichsweise harmlos. Doch näher an Trumps Tonfall, seiner Körpersprache und dem politischen Kontext bedeutet diese Aussage etwas anderes:

„Das ist ihr Problem.
Ich bin komplett anderer Meinung.
Ich weiß nicht einmal, wer dieser Mann ist – er interessiert mich nicht.
Und genau das wird ihm noch richtig Probleme machen.“

Damit macht Trump unmissverständlich klar, wie er die Machtverhältnisse sieht. Wer sich offen gegen Washington stellt, stellt sich gegen den Sicherheitsgaranten der Arktis. Im anschließenden Interview wurde mehrfach betont, dass es ohne die USA keinen effektiven NATO-Schutz für Grönland, Dänemark oder große Teile Europas gebe. Sicherheit, Investitionen und Einfluss seien untrennbar miteinander verbunden – besonders in einer Region, in der China und Russland zunehmend Präsenz zeigen.

Doch genau hier stellt sich die entscheidende Frage: Ist Trumps Auftreten Ausdruck rationaler Machtpolitik – oder bereits blanker Größenwahn? Wenn ein amtierender US-Präsident öffentlich erklärt, er kenne den Regierungschef eines strategisch wichtigen Gebiets nicht einmal, ihm aber gleichzeitig „große Probleme“ androht, wirkt das weniger wie Diplomatie und mehr wie imperiale Machtdemonstration.

Die AfD-Spitze hatte sich am Dienstag erstmals kritisch zu Donald Trumps Politik geäußert. Alice Weidel sagte in der Pressekonferenz: „Er hat gegen ein elementares Wahlversprechen verstoßen, und zwar, sich nicht in andere Staaten einzumischen. Und das muss er seinen eigenen Wählern erklären.“ Chrupalla sprach von „Wildwest-Methoden“ in Venezuela.

Der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Markus Frohnmaier (34), sagte gegenüber BILD:

„Die territoriale Souveränität Dänemarks und die politische Autonomie Grönlands stehen für uns außer Frage. Über ihre weitere Zukunft entscheiden die Grönländer und die Dänen selbst.“

Für eine Oppositionspartei genügen solche vorsichtigen Distanzierungen für das Erste, aber europäische Regierungen müssten handeln, wenn man sie noch ernst nehmen soll. Können sie vereint Trumps Aggression stoppen und die USA in die Schranken weisen?

Kommentare

2 Antworten zu „Größenwahn oder knallharte Machtpolitik?“

  1. Avatar von zionentferner
    zionentferner

    DJT scheint mir ernstlich mental erkrankt zu sein. Parallelen zu Adolf, dem Österreicher

  2. Avatar von DR.Faustus hat beschlossen und verkündet...

    Ich bin nicht Fan von der Nato und ich bin kein Fan von BrüsselEU👈 🔪🔪🔪🔨

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