Genug ist genug: Auch Russland spielt mit dem atomaren Feuer

Es ist richtig, westliche Doppelmoral zu kritisieren. Es ist notwendig, die brandgefährliche Kriegstreiberei der NATO zu benennen. Und es bleibt unsere Pflicht, uns jeder Form von Zensur und Gleichschaltung zu widersetzen. Doch auch gegenüber Russland dürfen wir nicht blind sein.

Die jüngsten Aussagen des russischen Außenministeriums, man behalte sich das Recht vor, im Falle einer westlichen Aggression Atomwaffen einzusetzen, sind nicht zum ersten Mal ein alarmierendes Warnsignal – und eine klare Grenzüberschreitung. Wer mit dem Einsatz von Nuklearwaffen droht, spielt nicht nur mit dem Feuer, sondern mit dem Überleben der gesamten Menschheit.

Ja, der Westen hat mit seiner Politik gegenüber Russland seit Jahrzehnten Öl ins Feuer gegossen. Aber das rechtfertigt nicht die ständige Eskalation aus Moskau. Wer ständig mit dem nuklearen Zeigefinger droht, gefährdet nicht nur den Frieden, sondern liefert auch jenen Kräften in Europa neue Argumente, die einen offenen Krieg mit Russland herbeisehnen.

Kritik an der NATO ist kein Freifahrtschein für blinde Russland-Romantik. Wir brauchen keinen neuen Kalten Krieg und schon gar kein atomares Schreckensszenario, das mit jeder neuen Erklärung wahrscheinlicher scheint. Russland muss sich entscheiden: Will es als souveräne Großmacht wahrgenommen werden – oder als ständiger Drohkulisse-Lieferant im Stil eines geopolitischen Amokläufers?

Es reicht. Wer Frieden will, muss aufhören, mit dem Untergang zu drohen. Egal ob Washington oder Moskau.

Kommentare

7 Antworten zu „Genug ist genug: Auch Russland spielt mit dem atomaren Feuer“