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Flutkatastrophe: Ermittlungen legen Behördenversagen nahe

Foto: O24

Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Koblenz zur Flutkatastrophe an der Ahr am 14. Juli und 15. Juli offenbaren schwere Pannen durch Landesbehörden in Rheinland-Pfalz und dem Krisenstab der Kreisverwaltung Ahrweiler. Das legen zahlreiche Vernehmungen sowie die Auswertung des Einsatztagebuchs und mehr als 6000 Notrufen nahe, wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Freitagausgabe) berichtet.

So war die Technische Einsatzleitung für den Landkreis Ahrweiler in einem völlig untauglichen Kellerraum untergebracht. Dort streikte nach Aussage einiger Beteiligter der Digital-Funk sowie meist das Handy- und Festnetz. Der Krisenstab war demnach teilweise abgeschnitten vom Einsatzgeschehen in den Ortschaften.

Der Chef des Landesumweltamtes von Rheinland-Pfalz musste in der Vernehmung einräumen, dass die weitergeleiteten Hochwasserprognosen aufgrund Stunden alter Meldungen des Deutschen Wetterdienstes erstellt wurden. Auch sei aufgrund eines Übertragungsfehlers kurz vor 20 Uhr der Pegelstand der Ahr deutlich abgesenkt und erst später korrigiert worden.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den ehemaligen Landrat Jürgen Pföhler und den Leiter des Krisenstabs wegen des Anfangsverdachts der fahrlässigen Tötung und fahrlässigen Körperverletzung durch Unterlassen.

Bei der Katastrophe waren allein an der Ahr 134 Menschen ums Leben gekommen und 766 verletzt worden.

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