Die Inflation ist dreimal höher als offiziell bekanntgegeben

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Am 2. Januar hatte ich einen Eintrag über den löchrigen Geldbeutel eines Freundes gepostet. Das ist schon wieder Schnee von gestern, so schnell wie sich das Inflationskarussel dreht. Darum heute ein zweites Update:

Einer meiner Freunde fährt etwa 200 Tage im Jahr zur Arbeit. Das sind in seinem Fall 34 Doppelkilometer, im Jahr 13.600 km. Außerdem fährt er noch etwa 5.000 km pro Jahr privat, weil er auf dem Lande lebt und auch mal einkaufen oder zu Familiengeburtstagen fahren muß. Das summiert sich auf etwa 1.300 Liter Diesel, denn er hat nicht ganz das modernste Fahrzeug. Im Juli 2021  kostete der Kraftstoff etwa 1,38 €, also x 2.050 €, mit dem Julipreis (gestern 2,11 €) kostet das 2022 rund 3.140 €.

Er heizt mit Flüssiggas. Im Juli 2021 kostete das etwa 60 Center pro Liter, am heutigen 29.07.2022 ist es mit ca 110 Centern pro Liter ausgepreist, davon etwa 5 Center wegen der Erhöhung der Luftsteuer zum Jahreswechsel. Bei 3.000 Litern Verbrauch kostete der Brennstoff 2021 „nur“ 1.800 €, jetzt 3.300 €. (Anmerkung: In den 70ern hatte die LPG das Haus abgebrannt und mit Hohlblocksteinen wieder hochgezogen. Das erhöht den Verbrauch).

Nun ist Energie dummerweise in allen Lebensmitteln enthalten. Der Bauer fährt mit dem Schlepper rum, er wirft Dünger, er duscht sich nach dem Besuch des Schweinestalls usw. Wir dürfen 2022 mit einer Inflation von rund 12,7 % für Lebensmittel rechnen. Nehmen wir mal an, die Haushaltsausgaben für die Ernährung steigen von 2400 € pro Jahr um diese 12,7 % (Angabe der Verbraucherzentrale) auf 2.705 Euro, so sind das pro Jahr schon wieder 305 € Mehraufwand.

Ein Singlehaushalt verbraucht im Schnitt 2.000 kWh Strom in Jahr. Das kostete bisher 600 €, 2022 wird das wohl bei bei prognostizierten 37 Centern pro kWh 740 € ausmachen.

Gehen wir davon aus, daß er 1.900 € verdient. Nach den Abzügen für Lohnsteuer und Sozialabgaben kommen 1.378 € raus.

Nettolohn 1.378 € x 12 = 16.536 €

ab Diesel 3.140 €

ab Heizung 3.300 €

ab Strom 740 €

ab Lebensmittel 2.705 €

verbleiben 6.651 € für Autoversicherung und -reparaturen, für Kleidung und Haushaltsgeräte, Mähtechnik, Baumaterialien, Handwerksleistungen, Ferien, Saatgut, Grundsteuer, Hundesteuer, Zigaretten usw. Da ist ja auch Inflation drauf, ich rechne mal mit 5 %. Daraus berechnet sich eine Inflation von etwas mehr als 20 % für den Haushalt:

  Anteil an den Ausgaben Inflation Mehraufwand €
Diesel 19,0% 65,3% 1090
Heizung 20,0% 54,5% 1500
Strom 4,5% 23,3% 140
Lebensmittel 16,5% 12,7% 305
Sonstiges 40,0% 5,0% 333
Summe 100,0% 20,4% 3368

3.368 : 16.536 = 0,204, so der Rechenweg.

Das SPD-geführte Statistikamt rechnet 7,5 % aus, legt aber nicht offen wie es das macht, vermutlich mit Zauberey. Ich habe klar dargestellt, wie ich auf 20,4 % komme. Sicher, ich habe die Preissteigerung für Sonstiges geschätzt, das kann die riesige Abweichung aber nicht begründen. Wir müssen davon ausgehen, daß Destatis mogelt.

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Quicquid agas, prudenter agas, et respice finem“ (Gesta Romanorum) Für Nichtlateiner: Was auch immer Du tust, handle vorausschauend, und denk an das Ende.

Quelle: Prabelsblog