Die Berliner Polizei droht gut ausgebildete und einsatzerfahrene Beamte an andere Bundesländer zu verlieren. Nach einer aktuellen Medienumfrage haben sich seit der Berlin-Wahl mindestens 72 Polizisten nach einer Versetzung erkundigt oder bereits einen entsprechenden Antrag gestellt. Im gesamten Jahr 2025 wurden lediglich 22 Wechsel tatsächlich vollzogen.
Allein Baden-Württemberg verzeichnet dem Bericht zufolge 58 Interessenten aus der Hauptstadt, zehn Beamte wollen nach Bayern, drei nach Thüringen und einer nach Bremen. Bei der Berliner Polizei selbst sind seit dem 6. September bislang sieben formelle Versetzungsanträge bekannt. Die Differenz erklärt sich daraus, dass erste Anfragen bei möglichen neuen Dienstherren noch nicht zwingend in Berlin gemeldet werden müssen.
Der Fachsprecher der AfD-Hauptstadtfraktion für Polizei und Feuerwehr, Marc Bernicke, sieht darin ein Alarmsignal und eine direkte Folge der politischen Entwicklung nach dem Wahlsieg der Linken. Die rot-grün-rote Politik füge Berlin bereits Schaden zu, bevor die neue Koalition überhaupt zustande gekommen sei.
„Angesichts der offenen Polizeifeindlichkeit der Linken, der teilweise verfassungswidrigen Besoldung und der höchsten Einsatzbelastung bundesweit ist es vollkommen nachvollziehbar, dass viele Berliner Polizisten sich anderweitig orientieren wollen.“
Marc Bernicke, AfD-Hauptstadtfraktion
Andere Länder würden die Berliner Beamten wegen ihrer Ausbildung und Einsatzerfahrung mit offenen Armen empfangen, während sich die ohnehin kritische Personallage in der Hauptstadt weiter verschärfe. Die Gewerkschaft der Polizei warnt ebenfalls, dass Berlin bei einer dauerhaften Abwanderung schon innerhalb weniger Jahre die Personalstärke eines ganzen Polizeiabschnitts verlieren könnte.
Bernicke fordert politischen Rückhalt für die Einsatzkräfte. Wer von Polizisten erwarte, täglich ihren Kopf für die Sicherheit der Stadt hinzuhalten, dürfe nicht gleichzeitig über Polizeigewalt schwadronieren und Verbesserungen bei der Ausrüstung sabotieren. SPD und Grüne setzten der polizeifeindlichen Linie der Linken nichts entgegen.
„Der Plan der Clanbürgermeisterin und ihrer Genossen, die Polizei zu schwächen, geht auf. Die Berliner, die sich schon jetzt kaum noch sicher in ihrer Stadt fühlen, werden die Verlierer sein.“
Marc Bernicke
Die Linke hatte im Wahlkampf angekündigt, die aus ihrer Sicht zu weit gehende „Aufrüstung“ der Polizei zu stoppen, Mittel umzuverteilen und den Personalbestand zu reduzieren. Nach ihrem Wahlsieg in Berlin wächst unter den Beamten nun offenbar die Sorge, dass diesen Ankündigungen konkrete Einschnitte folgen.
Quellen: Pressemitteilung der AfD-Hauptstadtfraktion; FOCUS online, 22. Oktober 2026.


