Seit 2009 beobachte ich die Kosten, die in unserem Landkreis für die IT (Informationstechnologie) entstehen. Sie wachsen jedes Jahr, ebenso nimmt die Zahl der Beschäftigten der EDV-Abteilung zu. Das wäre ja o.k., wenn die Zahl der Mitarbeiter in den Fachabteilungen abnehmen würde, weil die Arbeit produktiver wird. Das ist aber nicht der Fall.
Der Leiter der IT-Abteilung erklärte mir im Finanzausschuß, daß man bis 2024 das Glück gehabt habe, durch eine Lücke im Lizenzrecht Office-Lizenzen für 9 € / Monat zu mieten. Microsoft habe die Lücke erkannt und geschlossen. Deshalb war ein Microsoft-EA-Vertrag abzuschließen, was eine Kostensteigerung von 146 T€ auf 500 T€ bedeutet habe. Alles andere sei strafrechtlich relevant.
Ein anderer Kostentreiber sei die IT-Sicherheit, diese werde auch in Zukunft viel Geld kosten. Weiterhin werden die Fachprogramme immer teurer, u.a. durch Mitarbeiterzuwachs im Sozial- und Jugendbereich. Das hatte Auswirkungen auf die Wartungsverträge usw. Digitalisierung spart weder Geld, noch wird die Arbeit effizienter, sondern alles wird komplexer und braucht Fachpersonal. Aber es wird damit ein Wandel vollzogen. Mit den alten Strukturen wäre man nicht mehr in der Lage, die wachsenden Aufgaben zu erfüllen. Eine große Sorge ist, daß das System gehackt wird und die Verwaltung vielleicht eine lange Zeit nicht arbeitsfähig ist. Das wäre eine Katastrophe, wenn z.B. im Sozialbereich die Auszahlungen nicht gemacht werden können. Es hat Landkreise und Rechenzentren gegeben, die mehrere Monate nicht
arbeitsfähig waren.
Soweit die Verwaltung. Die Bürokratie wächst schneller, als die EDV folgen kann. Der Wettlauf zwischen dem IT-Hasen und dem Bürokraten-Igel, der immer ruft: Ich bin schon da!.
Vor ungefähr zwei Jahren wurde die Kreiskasse umgekrempelt. Statt den schönen Frauen am Kassenschalter wurde ein häßlicher blecherner Kassenautomat aufgestellt. Ich habe gestern gefragt, ob nun eine Stelle in der Kasse eingespart worden wäre. – Nein, es müßte ja weiterhin gebucht werden und der Automat betreut.
Die Kosten des Kreismedienzentrums, welches die IT für die Schulen bereitstellt, explodieren. Ich hatte drauf hingewiesen, daß vor 1960 in den Schulen noch mit Schiefertafel und Schwamm gearbeitet wurde und daß damals alle Rechnen und Schreiben konnten. Die Kosten für das Schulwesen ständen im reziproken Verhältnis zu den schulischen Leistungen. Ich wurde mit dem Hinweis abgespeist, daß für die Lehrpläne der Freistaat zuständig sei. Das wußte ich schon, aber vielleicht sollte man die Lehrpläne wieder mit einfacheren Mitteln erfüllen.
Quelle: Prabelsblog



Kommentare
3 Antworten zu „Die Digitalisierung spart nichts“
Das Problem liegt (immer noch) auf der Hand ! Man (unsere Beamten) wollen diese Digitalisierung nicht und werden einen Erfolg um jeden Preis verhindern ! Warum ? Weil sie dann kontrolliert werden können …. In allen anderen Bereichen ausserhalb des Staates funktioniert es sei Jahren perfekt. In allen anderen Ländern (z.B.bei Mir) ebenfalls auch …. Finde den Fehler ;o))
Die Computer sind ein Fluch. Sie haetten nie ueber die Leistungsfaehigkeit eines… sagen wir mal Amiga 500 oder so wachsen duerfen… Dazu die guten alten gelben Telefonzellen statt Handys… Dazu abschweifenderweise Curry-Wurst- statt Doenerbuden… Wenigstens so ungefaehr und nicht allzu viel mehr… Die Digitalisierung wird uns ohnehin nur zum Nachteil gereichen…
Digitalisierung ist sinnvoll, weil sie dabei hilft, das Selbstdenkverfahren abzuschaffen und aus Menschen Digidioten zu machen – das Universum reagiert darauf durch Freisetzung von Aggressionen, weil die Menschen nicht mehr darüber nachdenken, was ihre Taten nützen oder schaden und sie das Verständnis für ihre eigene ganz persönliche Souveränität aufgeben, verlieren und vergessen – also können sie als Soldaten losgeschickt werden, um andere Menschen umzubringen, die sie nicht kennen, um etwas zu erreichen, was ihnen nichts nützen wird.
Sie sitzen als „Spülkörper“ in der U-Bahn unter der Erde und fahren zum Beispiel demnächst in Berlin nicht mehr öfter als 48 mal im Jahr mit einem Auto über die Erde…wenn es bis dahin noch keine „Fahrradstrassen“ sind, wo sie fahren wollten.
Wir haben die Bücher darüber doch vor vielen Jahren in der Schule gelesen – „1984“, „Schöne neue Welt“ etc. – werden die noch in der Schule thematisiert? Nein? Warum wohl?