Junge Demonstranten mit leeren Plakaten stehen einer Polizeikette in einer deutschen Stadt gegenüber
KI-generiertes Symbolbild: Angespannte, aber gewaltfreie Demonstrationslage in einer deutschen Stadt

TAZ erklärt politische Gewalt für legitim – kommt der große Protest oder nur heiße Luft?

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Ein Kommentar in der TAZ über die für den 31. Oktober angekündigten „Gen Z regelt“-Proteste sorgt zu Recht für heftige Kritik. Denn während die Organisatoren ausdrücklich jede Form von Gewalt, Plünderung und Sachbeschädigung ablehnen, erklärt Autorin Amira Klute die Anwendung politischer Gewalt in einem „gewaltvollen Spätkapitalismus“ für legitim. Friedlichkeit erscheint in ihrem Text nicht als demokratische Selbstverständlichkeit, sondern vor allem als taktisch kluger Schachzug.

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Die Bewegung ruft zu Demonstrationen in zahlreichen deutschen Städten auf. Genannt werden Forderungen nach besserer Bildung und Gesundheitsversorgung, bezahlbarem Leben, Klimaschutz und ein Nein zur Wehrpflicht. Auf ihrer eigenen Seite betonen die Veranstalter eine „Null Toleranz für Krawall“. Ausgerechnet diese klare Absage an Gewalt kommentiert Klute mit den Worten, sie „tut weh“.

Die Junge Freiheit bringt ihre Kritik knapp auf den Punkt: „Jetzt rechtfertigt die TAZ politische Gewalt ganz offen.“ Viel mehr muss man aus der JF gar nicht zitieren, denn der TAZ-Text liefert selbst genügend Anlass zur Kritik.

Wer Gewalt nicht nur historisch beschreibt, sondern ihre Anwendung politisch legitimiert, verlässt den Boden einer demokratischen Debatte. Die behauptete Gewalt des Systems wird zum Freibrief, mit dem sich nahezu jede Eskalation entschuldigen lässt. Nach dieser Logik müsste nur noch die eigene Sache als gerecht und die bestehende Ordnung als gewalttätig bezeichnet werden – schon wären Angriffe auf Sachen oder Menschen zum angeblich verständlichen Protestmittel umgedeutet.

Getroffen werden bei Ausschreitungen jedoch selten abstrakte Begriffe wie „Spätkapitalismus“. Betroffen sind Polizisten, Rettungskräfte, Anwohner, Pendler, Ladenbesitzer und Beschäftigte. Brennende Barrikaden, geplünderte Geschäfte und verletzte Einsatzkräfte sind kein revolutionäres Gedankenspiel, sondern ganz konkrete Folgen. Wer diese Realität hinter theoretischen Formeln verschwinden lässt, betreibt eine gefährliche Romantisierung politischer Gewalt.

Bezeichnend ist auch, dass Klute die Distanzierung der Organisatoren von Extremismus beklagt und darin das Risiko sieht, „stabile linksradikale junge Menschen“ als Teilnehmer zu verlieren. Damit wird ausgerechnet die Abgrenzung von Extremisten zum Problem erklärt. Gerade angesichts der Erfahrungen mit der Antifa und linker Gewalt ist das eine politische Bankrotterklärung.

Zusätzlich musste die TAZ den Beitrag nachträglich korrigieren. In der ersten Fassung war dem Vorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei, Jochen Kopelke, fälschlich zugeschrieben worden, er habe die erwarteten Demonstranten pauschal als „junge Krawallmigranten“ bezeichnet. Tatsächlich hatte er davor gewarnt, dass sich entsprechende Gruppen unter die Proteste mischen könnten. Auch das zeigt, wie schnell eine polemische Erzählung aus dem Ruder laufen kann.

Während in Frankreich, Italien, Spanien, Belgien und Albanien am vergangenen Wochenende Zusammenstöße, Festnahmen, Verletzte und Sachschäden gemeldet wurden, blieb es in Deutschland bislang ruhig. F‑NEWS dokumentierte die Ausschreitungen in mehreren europäischen Städten und verwies zugleich auf die angekündigten deutschen Proteste. Im Netz kursieren große Registrierungszahlen, doch ein Klick ist noch keine Menschenmenge – und die Organisatoren selbst weisen Gewalt ausdrücklich zurück.

Am Ende könnte deshalb weniger die von Teilen der linken Szene herbeigeschriebene Eskalation als eine ganz andere Frage stehen: Erleben deutsche Städte am 31. Oktober tatsächlich eine große Protestwelle – oder erweisen sich die vollmundig angekündigten „Gen Z regelt“-Demonstrationen als Luftnummer?

Quellen: TAZ, 22. Oktober 2026; Junge Freiheit, 26. Oktober 2026; F‑NEWS, 25. Oktober 2026.