Ai wie lustig

Ist das schon Erpressung? Gastautorin fordert: „Bezahle mich oder du wirst geoutet!“

Die gestrige Plauderei aus dem Nähkästchen beschreibt mehr oder weniger den Alltag in den „alternativen Medien“. Bleibt zu hoffen, dass die Herren Matissek und Erdinger ihre Differenzen nicht auch noch vor Gericht austragen, denn die breite Leserschaft interessiert sich nicht so sehr für Klatsch und Tratsch. Jetzt ist mir allerdings eine Bösartigkeit unter die Nase geflattert, die nur selten vorkommt.

Eine befreundete Bloggerin wird von einer ehemaligen Gastautorin ihrer Plattform gedrängt, sie für unentgeltliche Gastbeiträge rückwirkend zu bezahlen. Im selben Schreiben droht sie damit, ihr Autorenpseudonym aufzudecken, denn sie habe ihre wahre Identität durch einen Zufall erfahren. Lesen Sie selbst:

Sehr geehrte Frau XY, alias XXX XXXX

meine Mail beschert Ihnen sicher eine Überraschung. 

Auch für mich war die Überraschung groß, als ich durch einen schönen Zufall auf Ihre wahre Identität stieß. Aber wie heißt ein Sprichwort: „Der Zufall sorgt im Drehbuch des Lebens für die Knalleffekte.“ Wohl wahr! 

Bei der Entdeckung Ihrer Identität, über die Sie ja, im Gegensatz zu allen anderen Bloggern, selbst Ihren Autoren gegenüber einen undurchdringlichen Schleier legen (aber Schleier sind ja hierzulande der „letzte Schrei“), gab es nun für mich in der Tat „Knalleffekte.“ Sie vermittelten, ganz ehrlich, immer den Eindruck, als hätten Sie etwas zu verbergen (so, als Sie mir mitteilten, Ihren Blog unter einem Tarn-Namen zu betreiben u. dass Sie Ihren Beruf nicht nennen könnten).


Nach ein paar weiteren ausschmückenden Passagen voller Selbstlob kommt sie dann zur Sache (Auszug gekürzt, weil kotz)

Nun aber etwas anderes. Als ehemalige Autorin Ihres Blogs XXX wende mich an Sie mit einer großen Bitte betr. meiner Artikel.

Von 06.2022 (Juni 2022) bis 08.2024 (August 2024) lieferte ich Ihnen zwischen 70 – 80 Beiträge für Ihren Blog …..

Geliefert habe ich Ihnen jedoch mindestens 20 – 30 Beiträge mehr, die Sie veröffentlicht haben. Die Sie aber nach unserer Auseinanderetzung am 03.09.2024 umgehend löschten. 

….

Daher meine GROSSE u. NACHDRÜCKLICHE Bitte: ich möchte einen Teil meiner Publikationen bei XXX bezahlt bekommen. Es ist nicht zuviel verlangt, wenn Sie mir meine Beiträge für diese insgesamt zwei Jahre mit 2.000,-€ vergüten (1.000,- pro Jahr). Im Gegenteil: es wäre von Ihnen sehr FAIR u. MENSCHLICH. Auch können Sie diese Summe ja von der Steuer absetzen.

Sicher werden Sie mir antworten, dass auch die anderen Autoren nicht bezahlt werden. Nur wäre dasnatürlich nicht mein Problem.

Die Dame legt Wert auf ihren Doktortitel (O`Ton: Akademikerin mit einer sehr kleinen Rente trotz meiner ausgezeichneten Doktorarbeit u.a. – im Gegensatz zu anderen, auf XXX vertretenen Herren, die ihren Dr. gerade mal durchbekamen, aber große Töne spucken…)

Ich bin kein Jurist, für mich als Laien klingt das jedoch sehr nach Erpressung. Und die Dame stichelt weiter, ohne ihr Wissen preiszugeben, denn damit wäre auch der erhoffte Profit dahin. So schrieb gestern ein weiterer Blogger über die sich XXXX XXXX nennende Person (der ich dringend empfehle, zeitnah ihren Klarnamen zu veröffentlichen, bevor es andere tun) und verschaffte der mutmaßlichen Erpresserin in Form eines gewährten Kommentars weiteres Gehör. Hier ein weiterer Auszug:

Diese sogenannte XXX XXX löschte auch alle meine Artikel auf ihrem Blog. Um jede Erinnerung an mich auszumerzen??? Oder um sich einer möglichen Bezahlung, die f. d. zahlreichen Beiträge eingefordert werden könnte, zu entziehen? Immerhin verdient sie ja mit ihrem Blog ganz gut u. lässt ihn sich reichlich werbefinanzieren…

Und übrigens kam ich ihr durch einen für mich schönen Zufall auf die Schliche u. kenne nun IHRE WAHRE IDENTITÄT…! Einschließlich all ihrer Daten… Was ich ihr kürzlich unmissverständlich mitteilte…

Ich könnte nun auch einfach die Identität dieser Dame mit dem Doktortitel bekannt geben und auf welchem Blog ihr mutmaßlich auch strafrechtlich relevanter Kommentar veröffentlich worden ist. Sie sollten die Gelegenheit nutzen, diesen Schmutz aus dem Netz zu entfernen und bedenken, wem sie damit ein schlechtes Zeugnis ausstellen, der ihnen verhassten XXXX XXXX oder sich selbst.

Mir ist hinter den Kulissen schon vieles untergekommen, von gekränkten Eitelkeiten honoriger Publizisten bis hin zu kleingeistigen Zänkereien wegen Nichtigkeiten und natürlich, wenn es ums liebe Geld ging. Das sprießt nämlich nicht sehr üppig in diesem vollbesetzten Haifischbecken. Selten aber hat jemand – und hier auch noch aus dem vermeintlich christlichem Lager – so unverhohlen jemanden damit gedroht, seine „Identität aufzudecken“, um maximalen beruflichen Schaden anzurichten. Meistens war es andersherum, beispielsweise wie im Fall Compact, dass man trotz aller Differenzen im Ernstfall zusammenhält und keinesfalls jemanden ans Messer liefert und der Medienhatz preisgibt, was die Dame mit Doktortitel möglicherweise beabsichtigt, da sie ihre gelegentlich Publikationen in der Lokalpresse so betont.

Mir sei erlaubt mit einem Bibelwort zu schließen, tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe gekommen. Statt reichlich zu ernten, würde Frau Doktor andernfalls nicht nur ein blaues Wunder erleben, wenn ihre Schandtaten vor einem irdischen Richter landen und dann in einem finanziellen Desaster münden. Möge der Herr Ihnen gnädig sein, Amen!

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