Deutsche Munition trifft Atomkraftwerke besser

Deutsche Munition trifft Atomkraftwerke besser
Foto: Ralf 1969 … [Wikimedia] CC-BY-SA 3.0

Absurdistan: Im Moment ist nichts wichtiger als kriegsverlängernde Maßnahmen in der Ukraine … möchte man meinen. Da scheinen sich alle Drittstaaten und Lieferanten von Waffen für die Ukraine einig zu sein. Verhandeln sollte man demnach erst, wenn nur noch ein großer Schutthaufen übrig ist, für den jeder weitere Schuss experimenteller Munition einfach zu schade ist. Bis dahin geht es um „Schadensmaximierung“ und wer dazu die effektivsten Beiträge leisten kann. Diesen Wettbewerb kann man sogar unter Freunden führen, solange dabei nicht das eigene Terrain zerballert wirdt.

Keine Frage, die Ukraine steht selbstverständlich kurz vor dem „Endsieg“ über Russland. Die hiesige Propaganda lässt gar keinen anderen Schluss zu. Zwar ist es ein wenig befremdlich, dass sich alle Kampfhandlungen derzeit (noch) auf ukrainischem Boden und nicht in Russland abspielen, aber das tut jetzt rein gar nichts zur Sache. Vermutlich handelt es sich dabei um eine wohldurchdachte Kriegslist der Ukraine, um Russland endgültig in die Knie zu zwingen. Niemand kann von der Ukraine die Preisgabe ihrer militärischen Siegesstrategie erwarten.

Deutschland leistet weiterhin einen starken Beitrag bei der Bekämpfung Russlands in der Ukraine. Hört sich ein wenig an, als hätte es den 8. Mai 1945 niemals gegeben. Nein, nur keine Sorge, Deutschland wird schon nicht gegen das Potsdamer Abkommen von 1945 … [Wikipedia] verstoßen. Darin wurde unter anderem die „Entnazifizierung“ geregelt. Interessanterweise sind die dort festgehaltenen Punkte in weiten Teilen ziemlich identisch mit dem was Russland derzeit (nach russischen Verlautbarungen) in der Ukraine zu verwirklichen sucht. Aber woher soll die aktuelle Kindergartenregierung der BRD wissen was im Potsdamer Abkommen drin steht? Sowas wird im Geschichtsunterricht nicht mehr vermittelt und wenn, dann vermutlich nur mit Bezug auf die Steinzeit.

Deutsche Hilfe rückt den „Endsieg“ ein Stück näher

Vorweg: wir sind die Guten. Das ist bei aller möglichen Kritik stets zuvorderst zu erwähnen, damit etwaige „Kritiker“ nicht sinnlos in die falsche Richtung argumentieren. Wir liefern lediglich Waffen und Wissen an die Ukraine zur „Feindbekämpfung„. Die Waffen selbst können das nicht so genau unterscheiden. Soweit ist die verbaute KI in den Waffen/Geschossen derzeit noch nicht. Das machen situativ diejenigen, die die gelieferten Waffen zielgerichtet einsetzen. Es darf aber vermutet werden, dass man die Einwirkung der Waffen auf Russen testen möchte. Das wird uns Russland gewiss nicht verübeln. Es ist ja nicht viel mehr als „Business as usual“, wie man unter guten Freunden zu sagen pflegt.

Dementsprechend sachlich überlegen ist die nachfolgende Berichterstattung dazu: Vulcanos für die Ukraine • Der entscheidende Vorteil der deutschen Super-Rakete … [LOCUS]. Sicher, LOCUS ist selbstverständlich kein Fachblatt für Militärtechnik, sondern eher eine transatlantisch korrekte Meinungsmachpostille. Kurz um, bei einem Artilleriegeschoss mit Treibladung von einer Rakete zu sprechen ist irgendwie nicht ganz richtig. Aber was tun wenn man nichts besseres hat? Ebensogut hätte man von der „ultimativen Wunderwaffe“ oder dem „Russen-Killer“ für den Endsieg fabulieren können. Nur mit diesem Vokabular haben die Schmierfinken noch das ein oder andere Problem. Sollte es dort in der Redaktionsstube noch Menschen mit Geschichtskenntnis geben? Vermutlich nicht, also weiter im Text.

Näheres zum deutschen Präzisionstod

Wer sich zu diesen speziellen „Totmachern“ etwas mehr belesen möchte, kann das an dieser Stelle tun: Vulcano (Munition) … [Wikipedia]. Interessanterweise wird das System dort mit dem Zusatz „Munition“ und gerade nicht mit der Erweiterung „Rakete“ geführt. Der Streit darum möchte akademisch sein, tut bei der aktuellen Betrachtung demzugolge wenig zur Sache. Zielführender ist womöglich der Hinweis im verlinkten Artikel des Focus, dass sich das Vulcano-System noch in der Qualifizierungsphase befindet. Darüber hinaus ist die Rede von 255 Geschossen, die an die Ukraine geliefert werden sollen. Demnach sind die noch nicht einmal produziert. Deshalb bleibt die Lieferung dieser Teile an die Ukraine aktuell noch ein Hoffnungsstern an deren Siegerhimmel.

Das alles lässt übrigens auf einen „Labormaßstab“ schließen. Es ist davon auszugehen, dass die Hersteller diesen Versuchsaufbau mit den Russen akribisch beäugen. Neben technischen Verfeinerungen mag es darum gehen anständige Schadensbilanzen dokumentieren zu können. Das sind die benötigten Grundlagen für das weiterführende Marketing, bei dem die Teile vielleicht schon das Siegel „Russia-Proof(Russenfest) bekommen könnten. Alles in allem wird man sich mit den Lieferungen dennoch stark beeilen müssen. Ansonsten bestünde die Gefahr, dass man die Geschosse gar nicht mehr richtig ausprobieren kann. Schließlich ist ja der Russe unberechenbar.

Und so endet auch der Fokus Artikel mit dem aufmunternden Euphemismus, wonach die Ukraine in jedem Fall an der Lieferung dieser Vulcano-Munition partizipieren werde. Hauptargument dafür ist, dass die USA ihre HIMARS Raketen nicht endlos liefern wollen oder können. Abgesehen davon sollen die „deutschen Schätzchen“ sehr viel zielgenauer sein als die Ami-Teile, teils bis auf einen Meter genau. Bei einer Zielgenauigkeit der HIMARS-Raketen auf rund 10 Meter, sind die Deutschen mal wieder um einen beträchtlichen Faktor besser. Wieder einmal bewahrheitet sich, kein Land sollte Krieg ohne den Präzisionstod aus Deutschland führen.

Direkter Wettbewerb zwischen HIMARS und Vulcano

Wer jetzt aufmerksam mitgelesen hat, der wird längst gemuckert haben, dass es hier zunächst nur um einen direkten Vergleichswettbewerb von Vulcano und HIMARS geht. Also das typisch deutsch-amerikanische „Vergleichsschießen“. Beide Parteien erheben regelmäßig den Anspruch darauf, beim Präzisionstod die führende Rolle innezuhaben. Aber machen wir uns nichts vor, am Ende geht es knallhart um Marktanteile. Menschlich bedauerlich ist, dass sich weder die deutschen noch die amerikanischen Waffenhersteller bei den Russen und Ukrainern für diese exquisite Testgelegenheit innerhalb der Ukraine bedankt haben.

Letztlich bestätigt der Wille zur Lieferung der Vulcano-Geschosse die Tatsache, dass die Ukraine aktuell bevorzugtes Testgebiet für modernste Waffen aller Art ist. Der vielleicht tödlichste Nachteil für die Ukraine ist, dass derlei Waffen in der Regel nicht in „Massen“ sondern immer nur in „Maßen“ zur Verfügung gestellt werden, sprich für Testzwecke. Naja, was solls, den Erkenntnisgewinn der Hersteller wird es nicht schmälern. Ach ja, mit Blick auf die hier geschilderten Vorkommnisse kann man eindeutig feststellen, dass mit der Lieferung dieser Experimental-Systeme, die „Labortheorie“ in der Ukraine endgültig als bestätigt gelten darf.

Denkbares Zielschießen auf AKW Saporoschje

Aktuell scheint es größere Bemühungen zu geben in der Ukraine eine nachhaltige Atom-Katastrophe auslösen zu wollen. Sowas lässt sich in jedem Falle Publikumswirksam vermarkten, sofern man es der richtigen Seite in die Schuhe schieben kann. Die Schuldzuweisungen dabei sind wechselseitig. Die Ukrainer beschuldigen die Russen auf das Atomkraftwerk Saporoschje (Bild oben) zu ballern und umgekehrt. Sogar Greenpeace gibt sich ein wenig besorgt: Ukraine-Krieg: Bedrohliche Lage für dortige Atomkraftwerke … [Greenpeace]. Das muss natürlich noch nichts heißen.

Bemerkenswert dabei ist, dass die Anlage selbst von den Russen besetzt und somit unter russischer Kontrolle ist. Selbstverständlich kann diese Tatsache das typisch amerikanische „Friendly Fire“ nicht ausschließen. Das werden die Russen auch kennen. Ein wenig unlogisch bleibt es dennoch. Sollten die Russen also für höhere Ziele dort ihre eigene Mannschaft beschießen? Der rote Kreis um das rechts zentrierte AKW ist übrigens der 80km-Radius, innerhalb dessen man recht präzise mit Vulcano und HIMARS draufhalten könnte.

Die Ukraine selbst kann sich kaum zu dem Beschuss bekennen, da sie sich sogleich schwerer Kriegs- und Menschnrechtsverbrechen schuldig machte, die nach hiesiger Lesart nur von den Russen begangen werden können. Aber irgendwie liegt dieses gesteigerte Interesse an der totalen Katastrophe in der Luft. Hier könnte wiederum die deutsche Präzisionsmunition gute Dienste leisten. Russland hingegen behauptet gar, dass erste „Übungsschießereien“ bereits mit der amerikanischen M777-Haubitze und mit HIMARS-Rakten erfolgt sein sollen. Schon klar, den Russen kann man einfach nichts glauben und verifizieren lässt es sich ja ohnehi®n nicht.

Wer hat das größere Interesse an der Katastrophe

Unstreitig hingegen ist, dass entsprechende „Zielschießereien“ auf Europas größtes Kernkraftwerk Saporoschje in der Ukraine Realität sind. Wäre es den Russen wirklich Ernst, hätten Sie, ähnlich wie die Amerikaner oder die Deutschen, hinreichend Präzisionswaffen, um mit dem AKW kurzen Prozess zu machen. Sollte man den Russen hier wirklich falsche Scham unterstellen? Wir sehen also, es ist gar nicht so einfach ein Atomkraftwerk in die Luft zu jagen ohne dabei irgendwelche Spuren zu hinterlassen, die nur mühselig von der Propaganda zu verschleiern wären.

Ist die Katastrophe erst einmal realisiert (unabhängig von der Urheberschaft), möchten damit „die Guten“ weiter motiviert werden, sich vielleicht doch noch real und mit „Menschenmaterial“ an diesem Krieg zu beteiligen. Wer könnte derzeit das größere Interesse an dieser Form der Eskalation haben? Mit der weiteren Lieferung von Präzisionswaffen/-munition, ob nun aus den USA oder Deutschland, steigt zumindest die Chance gewollte Volltreffer realisieren zu können. Bislang, so sagt man, verhindert die russische Luftabwehr rund um das AKW immer noch schlimmere Treffer. Das wäre natürlich ein fieser PR-Trick der Russen, wollten sie das Ding tatsächlich selbst in die Luft sprengen.

Wer kann, der kann …

Lässt man als unbedarfter Betrachter der Situation nun jegliche Logik fahren und rückt die gebotene Experimentierfreude mit den neuen Waffensystemen in den Vordergrund, macht es natürlich Sinn ausnahmslos alles den Russen in die Schuhe zu schieben. Das alles unter dem gesicherten Erkenntnishintergrund, dass gerechte Angriffskriege generell nur von NATO-Mitgliedern geführt werden können. Sie dürfen sich, anders als Russland, hierzu selbst ermächtigen. Die Beispiele der jüngeren Geschichte muss man hier nicht gesondert aufzählen, die Liste würde einfach zu lang.

Russland steht so etwas selbstverständlich nicht zu und deshalb ist es illegal in der Ukraine am randalieren. Eines hat Russland durchaus gelernt. Der Krieg wird nicht mehr als Krieg bezeichnet, sondern als „militärische Sonderoperation“. Niemand hat dort irgendwem den Krieg erklärt. Sowas führt immer nur zu unglücklichen Reparationsfoderungen. Deutschland kann davon ein Liedchen singen. Die NATO-Mitglieder starten ihre Vernichtungsfeldzüge in der Regel unter dem Label „Humanitäre Mission„. Immerhin kommt darin nichts von „Militär“ vor, sodass es generell unverdächtig erscheint. In dem Punkt sind die Russen einfach ungeschickt ehrlich, ändert aber nichts an der Tatsache, dass es per Definition kein Krieg ist, auch wenn alle davon reden.

Quelle: Qpress

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