In den USA hat sich ein weiteres Zugunglück ereignet. Dieses Video zeigt das Ausmaß der Katastrophe bei Van Buren Township, Detroit. Viele Zuschauer wollen nach der Chemiekatastrophe von East Palestine, Ohio nicht an einen Zufall glauben.
In beiden Fällen kam es zur Freisetzung hochgiftiger Chemikalien. Inzwischen spricht man auf Twitter schon von #OhioChernobyl. Beängstigend ist die gigantische Rauchwolke, die auf Befehl der Behörden durch die kontrollierte Verbrennung der Chemikalien über die Ortschaft zog.
Menschen klagen über Kopfschmerzen und Übelkeit, in den Bächen und Flüssen treiben Tausende tote Fische und das Wasser zeigt bei Berührung regenbogenfarbige Ölflecken. Kein Wunder, dass niemand den Verlautbarungen Glauben schenkt, nach denen keine Gefahr mehr für die Bevölkerung besteht.
Das Unglück in Ohio war zunächst von nationalen Medien weitgehend ignoriert worden, statt dessen berichtete man breitflächig über die „UFOs“. Nun lässt sich die Katastrophe nicht mehr verschweigen. Bei der Verbrennung von Vinylchlorid werden Chlorwasserstoff und Phosgen freigesetzt. Die extrem gefährlichen Stoffe könnten in Wasser und Böden gelangt sein, aber sich auch auch zum Teil noch immer in der Luft befinden. Umweltschützer sind alarmiert, die politischen Parteien schieben sich gegenseitig die Schuld in die Schuhe. Während der Amtszeit von Donald Trump waren die Sicherheitsbestimmungen für Gefahrguttransporte auf Drängen der Betreiber gelockert worden.
In Detroit ist die Lage laut der örtlichen Feuerwehr angeblich unter Kontrolle und es besteht keinerlei Gefahr. Nur ein einziger Waggon habe Chemikalien transportiert, die aber nicht ausgetreten sein sollen. Den üblichen „Was wir wissen und was nicht“-Artikeln schenken die US-Amerikaner gemeinhin wenig Glauben. Die Kritik von nicht näher beschriebenen „Experten“ richtet sich gegen die Bahngesellschaften, die aus Profitgier Sicherheitsstandards missachten und das Personal überlasten würden. Mutwilliges Behördenversagen beim übereilten Abfackeln der Chemikalien in Ohio wäre aber das Mindeste, was die Presse den Verantwortlichen unterstellen könnte, wenn sie denn wollte. Warum das nicht geschieht und die Betroffenen mit Beruhigungsfloskeln abgeschmettert werden, lässt Raum für Spekulationen entstehen. Die Verunsicherung bei den Bürgern ist entweder gewollt oder man nimmt sie billigend in Kauf. Wer so handelt, dem kann man berechtigterweise noch mehr zutrauen. Es fragt sich nur, was im Falle von Sabotage damit bezweckt werden sollte. Darauf gibt es bisher keine zufrieden stellenden Antworten. Sie könnten aber auch ganz banal klingen, vielleicht ging es einfach nur um die kostengünstigste Entsorgung von 500.000 Tonnen Vinylchlorid.


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8 Kommentare zu „Erst #Ohio, dann #Detroit: Unglück oder Angriff?“