Ab dem 1. Mai 2026 soll der Restaurantgast besser informiert werden. Dazu zählt neben der Angabe der Haltungsform-Ampel künftig auch laut EU das Foto der Tiere, die auf der Speisekarte stehen. Dann erst der Name des Essensgerichts. Denn es geht nicht nur um Stall- oder Freilandhaltung, um Herkunft, um Bio oder nicht. Es geht um erzieherische Maßnahmen der EU und um Verantwortung.
Auf der linken Seite der Speisekarte erscheint künftig das Foto des getöteten Tieres. Zum Beispiel eines Kalbes. Rechts stehen wie gewohnt die angebotenen Speisen. Kalbsschnitzel mit Pommes. Kalbsbraten mit Klößen. Kalbsragout mit Reis. Übersichtlich gegliedert und sauber ausgezeichnet, so wie man es gewöhnt ist.
Der Gast soll wissen, wen er zu verspeisen gedenkt.
Das Tier hatte ein Gesicht und eine Mutter, der es entrissen wurde. Und konnte gestreichelt werden, man konnte ihm in die großen Augen sehen. Unterhalb des Fotos stehen verbindliche Angaben: Geburtsdatum, Name (z.B. Bärbel oder Fritz), Geschlecht, Rasse, Fellfarbe, Augenfarbe, Geburts- und Schlachtgewicht. Ergänzt wird dies durch den Namen der Bauersfamilie aus Illerkirchberg in Schwaben. Der Restaurantgast soll eine persönliche Beziehung entwickeln, so wie zur allseits geliebten EU.
Digitalfoto bevor der Metzger kommt
Landwirte sind verpflichtet, jedes Tier vor der Übergabe an den Metzger zu fotografieren. Dieses digitale Foto begleitet das Tier auf seinem gesamten Weg. Vom Hof zum Viehtransporter. Vom Transport ins Schlachthaus. Vom Schlachthaus in die Weiterverarbeitung und Fleischgroßhändler. Der QR-Code auf der Verpackung im Supermarkt ruft am Handy das Bildnis des Kälbchens, Schweinchens oder Ponys auf.
Das Passfoto des Tieres muss vom Restaurant nur noch in Farbe ausgedruckt und in die Speisekarte linksseitig eingefügt werden. Das Lieferkettengesetz wird so eingehalten und lückenlos dokumentiert.
Die zugrunde liegende Regelung trägt den nüchternen Namen TF384-B. Sie listet präzise auf, welche Tierarten bildlich zu erfassen sind. Kälber. Rinder. Schweine. Rehe. Hirsche. Hühner, Puten und Strauße sind ausgenommen, sehen sie sich doch alle so ähnlich, was auch auf Forellen und Karpfen zutrifft. Ausnahmeregeln gelten für Importfleisch aus Südamerika, wo Handys noch nicht so verbreitet sind, weil auf den Pampaflächen keine Ladestationen etabliert sind.
Ziel der Maßnahme ist es, den Fleischkonsum zu reduzieren.
Tiere gelten politisch gesichert als relevante Mitverursacher von Treibhausgasen. Wer Fleisch bestellt, soll das künftig mit erweitertem Bewusstsein tun. Daten sollen Nähe erzeugen, Nähe soll Verantwortung wecken und die persönliche Verantwortung soll das Essverhalten lenken.
Am Ende sitzt der Gast am Tisch, vor ihm die Speisekarte, links das Foto des Kalbes und rechts die Gerichte. Dazwischen sein Entschluss. Niemand zwingt ihn. Niemand verbietet ihm etwas. Alles ist korrekt gekennzeichnet. Alles ordnungsgemäß ausgewiesen. Das Kalb Lisa, 7 Monate alt, wurde transparent zum Kalbsschnitzel. Die Entscheidung liegt nun beim Verbraucher. So steht es in der Begründung.
Man kann Lisas Foto betrachten und dennoch bestellen. Und haben wir die Tiere doch zum Fressen gern. Besonders postmortal.
Man kann aber auch Vegetarisches bestellen.
Beispielsweise Kaiserschmarrn. Schmarrn passt irgendwie auch zu EU.



Kommentare
Eine Antwort zu „Schocktherapie: Die EU will uns das Fleischessen verbieten“
Super, damit ist für Migranten und Analphabeten endlich eindeutig klar, ob das Fleisch “ Haram oder Halal “ ist ! Guten Appetit auch :o((