Wohnungskosten um 90 Prozent senken – von der Sowjetunion lernen  

Suchen Sie auch eine Wohnung? Dann haben Sie bald Grund zur Freude. Der Staat holt jetzt ein bewährtes Modell aus der Mottenkiste. In der Sowjetunion lebten in den besten Jahren fünfzig bis sechzig Millionen Menschen in Kommunalkas und hatten so ein Dach über dem Kopf. So hießen die kommunalen Familien-WGs. Kosten: Appel und ein Ei. Genau dieses System soll jetzt auch bei uns wieder eingeführt werden. In der Koalition gibt es schon Arbeitsgruppen. Experten werden eingeladen. Alles läuft in gewohnt gemächlichem Tempo.

Die Lösung heißt Kommunalka

Ein langer Flur. Viele Türen. Pro Familie ein Zimmer mit 15 bis 20 qm. Eine Küche für alle. Ein Bad für alle. Ein Klo für alle. Und wer heute weniger zu futtern hat, der braucht den Nassbereich auch seltener. Damals reichte das völlig. Heute soll es wieder reichen. Seit 2015 sind drei Millionen Menschen zusätzlich aus warmen Regionen ins Land gekommen und brauchen Wohnraum. Gleichzeitig wurde der Wohnungsbau abgewürgt, wer bauen könnte, dem verging die Lust. Die Mieten steigen ins Unermessliche.

Wenn aber künftig zwanzig Familien sich eine ehemalige Büroetage teilen, sinken die Kosten pro Person um bis zu 70 % Prozent. New York macht es vor, der Staat spart. Die Mieter sparen. Und wir sollen alle ein neues Kommunalka-Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Herrliche Zeiten brechen an.

Natürlich hat das Modell noch einen zweiten Zweck.

Jeder ahnt es sofort. Wer so eng zusammenwohnt, kann nichts mehr verbergen. Die Wände sind dünn. Die Türen schließen nie richtig. Jedes Wort hallt durch den Flur. Man teilt sein Leben automatisch mit allen Mitbewohnern. Wie auf Facebook, nur in echt. Die Nachbarn hören immer zu. In der Sowjetunion war das der eigentliche Trick. Jeder Bewohner wurde zum potenziellen Zeugen, heute heißt das Hinweisgeber. Ein falsches Wort in der Küche genügte. Schon meldete es jemand weiter. Für ein paar Rubel oder die Hoffnung auf ein eigenes Zimmer irgendwann.

Kleine Belohnungen für Hinweisgeber

Fünf Minuten länger Warmwasser. Ein größeres Fach im Kühlschrank. Bei wichtigen Hinweisen vielleicht ein ganzes Zimmer extra. Irgendwo im Ministerium liegt schon der Plakatentwurf bereit. Viele fröhliche Menschen vor einem einzigen Herd. Darunter der Spruch: Zusammen wohnen, zusammen sparen. Und ganz klein darunter der zweite Satz: Ein Volk, das enger zusammenrückt, lässt sich auch leichter zusammenhalten.

Von der Sowjetunion lernen heißt eben doch siegen lernen.  

Diesmal auch beim Wohnen.

Kommentare

Eine Antwort zu „Wohnungskosten um 90 Prozent senken – von der Sowjetunion lernen  “

  1. Avatar von DR.Faustus hat beschlossen und verkündet...

    Ja natürlich,nur bei sich selber müssen sie das nicht,dieser Gierige Haufen👹 Und das mit unseren Steuergeldern 🔪🔪🔪🗡️

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