Wie vorhergesagt: Brasilien kippt nach links – Lula schlägt Bolsonaro

Es zeichnete sich schon länger ab – nun ist es tatsächlich so gekommen, wie wir es bereits skizziert hatten. Der linke Herausforderer Lula da Silva hat den amtierenden Präsidenten Jair Bolsonaro in einer spannenden Stichwahl geschlagen. Zunächst sah alles gut für den Rechtskonservativen aus, doch dann holte da Silva immer weiter auf. Das lag vor allem daran, dass in den Hochburgen der Linken erst später ausgezählt worden ist. Spätestens als 99 Prozent der Stimmen ausgezählt waren und Lula mit mehr als 1,5 Prozentpunkten vorne lag, brach der Jubel im linken Lager los.

Für die USA ist der Wahlsieg da Silvas ein herber Verlust. Denn „Lula“, wie ihn seine Anhänger nennen, steht in der Frage des Ukraine-Kriegs nicht Gewehr bei Fuß an der Seite des Westens, sondern machte den ukrainischen Präsidenten Selensky mit für den Angriff der Russen verantwortlich. Die weltweiten Salonbolschewiken feiern ihren Helden aber jetzt erst mal und überhören die kritischen Töne, wie man auch von den Vorwürfen der Korruption gegen Lula nichts hören möchte, obwohl sie längst nicht alle ausgeräumt sind.

Bolsonaro – von seinen Feinden und der ARD als „Rechtsextremist“ beschimpft – kann man vieles vorwerfen, doch die Horrorszenarien, die man 2018 nach seinem Einzug ins Präsidentenamt an die Wand malte, sind nicht eingetroffen. Weder wurde der Regenwald komplett abgeholzt, noch alle Indigenen ermordet oder die ultimative Klimakatastrophe ausgelöst. Es blieb eher alles beim Alten: Eine unfassbar hohe Mordrate, Korruption, Menschen- und Drogenhandel, prekäre Verhältnisse für weite Teile der Bevölkerung – das sind die Probleme, die Brasilien auch während der vorherigen Amtszeiten von da Silva hatte und weiter haben wird – denn es ändert nichts an der Realität in den riesigen Slums, wer gerade Präsident ist.

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