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White-House-Briefing eskaliert: Karoline Leavitt attackiert Reporter nach Fragen zu ICE-Tötung von Renee Good

Washington / Minneapolis – In einem hoch emotionalen und aggressiven Auftritt hat White-House-Pressesprecherin Karoline Leavitt einen Journalisten frontal als „left-wing hack“ und „nicht als echten Reporter“ bezeichnet. Der Auslöser: Eine sachliche Nachfrage zu Todesfällen in ICE-Gewahrsam, unrechtmäßigen Festnahmen US-amerikanischer Bürger und der tödlichen Schussabgabe auf die 37-jährige Renee Nicole Good in Minneapolis vor genau einer Woche.

Der Wortwechsel, der inzwischen millionenfach auf X (ehemals Twitter) und in Videoclips geteilt wird, zeigt exemplarisch, wie tief die Gräben in der zweiten Trump-Amtszeit sind – insbesondere beim Thema Innere Sicherheit und Einwanderungsvollzug.

Der Wortlaut – nüchtern und brisant

Ein Journalist (nach Berichten handelt es sich um Niall Stanage von The Hill) stellte folgende Frage:

„Früher haben Sie ICE-Agenten generell verteidigt. Ministerin Noem sagte gegenüber Medien, ICE tue ‚alles korrekt‘. 32 Menschen starben 2025 in ICE-Gewahrsam, 170 US-Bürger wurden von ICE unrechtmäßig festgehalten, und Renee Good wurde von einem ICE-Agenten erschossen. Wie passt das zusammen mit ‚alles korrekt‘?“

Leavitt konterte sofort mit einer Gegenfrage:

„Warum wurde Renee Good unglücklicherweise und tragisch getötet?“

Der Reporter antwortete direkt:

„Weil ein ICE-Agent rücksichtslos und ungerechtfertigt gehandelt und sie getötet hat.“

Daraufhin explodierte Leavitt:

„Okay, also sind Sie ein voreingenommener Reporter mit linker Meinung … Sie sind ein left-wing hack. Sie sind kein Reporter. Sie tun so, als wären Sie Journalist, aber Sie sind ein linker Aktivist. … Sie sollten nicht einmal in diesem Stuhl sitzen!“

Kommentare

2 Antworten zu „White-House-Briefing eskaliert: Karoline Leavitt attackiert Reporter nach Fragen zu ICE-Tötung von Renee Good“

  1. Avatar von Hein Kaputtnik
    Hein Kaputtnik

    Mal ganz neutral und unabhängig von persönlicher Einschätzung des Vorgangs „Renee Good“, nach der durchaus berechtigten Eingangsfrage des Journalisten zur Diskrepanz zwischen „alles ok“ und dazu differierenden Zahlen:

    Der „Journalist“ antwortet also auf Leavitts Frage mit einer Wertung des Vorganges. Das ist eben gerade KEIN Journalismus. Ein etwas intelligenterer Mensch in seinem Job hätte statt seines politischen Statements einfach auf der Beantwortung SEINER Frage insistiert. Aber nein, der musste seine Meinung kundtun – was eben kein Journalismus ist, sondern Aktivismus.

    Und genau das hat Leavitt korrekt identifiziert und benannt. Wo ist der Skandal?

  2. Avatar von abcdef@shit.us
    abcdef@shit.us

    new Gestapo in US Reichssicherheitshauptamt.

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