Die Polizei Hamburg hat das Diktat aus dem Eignungstest gestrichen. Der Grund: 65 Prozent der Bewerber rasselten durch. Statt über Ursachen nachzudenken, schafft man einfach die Hürde ab. Bürger im Land schütteln den Kopf. Was wird aus einem Staat, der seine Ordnungshüter nach dem Prinzip auswählt: Hauptsache, irgendwie durch? Wer einen Beamten ruft, erwartet Klarheit, Sicherheit und eine Sprache, die man versteht. Doch offenbar ist genau das inzwischen zu viel verlangt.
Ein Vorgeschmack auf das, was uns erwartet, zeigt ein fiktives Protokoll aus einer alltäglichen Einsatzlage:
Einsatzbericht, aufgenommen am 08.04.2025, 19:17 Uhr durch Polizeianwärter Ali S., Dienststelle Hamburg-Wilhelmsburg:
„Ich bin mit mein Kolege P. am Streife gewessen als wir ein Mann gesehen haben der lag am boden und hat geblutet von bauch. Ein andere Mann ist weggerannt mit Messer in hand. Ich hab gesacht Stopp Polizei aber er ist weiter gerant in richtung von Aldi. Opfer hat geschrien aua und ich hab gefragd was passiert is aber er hat nur „messer“ gesacht. Ich hab dan notiert das der mann warscheinlich gestochen wurde und dan haben wir Krankenwagen gerufen. Der Kolege hat ein Foto gemacht von blutspur aber mein Handy war leer. Wir haben dann weiter geguckt aber keiner mehr da. Das Opfer hat schwartz Jacke und heisst Herr Eren oder Erin er konnte nicht klar reden. Mein Brüder warn nicht da.“
Polizeiakten im Gerichtsprozess
Der Richter zieht die Brille von der Nase und reibt sich die Augen. Dann greift er sich an die Stirn. „Was“, fragt er leise, „ist das hier?“ Der Staatsanwalt schweigt betreten. Der Verteidiger murmelt etwas von Beweismitteltausch. Die Zeugin fragt, ob sie den Bericht auch in „normalem Deutsch“ bekommen könne. Und die Öffentlichkeit wundert sich, wie man mit solchem Material Recht sprechen will. Wenn das Protokoll selbst zum Rätsel wird, hat der Rechtsstaat ein Problem.
Der Umgang mit der deutschen Sprache ist kein elitäres Bildungsmerkmal-, es ist Voraussetzung für das Funktionieren von Polizei, Justiz und Verwaltung. Wer diese Fähigkeit schleift, schleift den Rechtsstaat mit. Wer kein Diktat mehr erwartet, darf sich nicht wundern, wenn demnächst auch das Urteil unverständlich ausfällt.


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8 Kommentare zu „Werde Bolizist – Rächtschreibunk isch nich mehr wichtik“