Die AfD ist wohl schon zu lange im Geschäft und längst geschliffen und auf Linie gebracht, um nach den jüngsten Wahldebakeln, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Es riecht auch in Brandenburg wieder nach einem Hauch von Wahlbetrug. Weidel kann gut reden, aber sie redet schön, was nicht schön zu reden geht. Es genügt nicht, Zweiter zu werden oder als Erster die absolute Mehrheit zu verpassen. Solange die AfD nach den Regeln des Systems spielt, bleibt sie unterlegen. Dann werden eben Grüne und FDP durch BSW ersetzt, was zwar für Genugtuung bei AfD-Wählern sorgt, aber keine Politikwende bedeutet. Man kann eben nicht sagen, die Wähler hätten genug und zweien der Ampelparteien die rote Karte gezeigt, sondern eher, die Wähler kriegen nicht genug von linker Politik und haben deshalb der Stalin-Kommunistin Wagenknecht ihre Stimme gegeben.
Der Volksverrat kann nun fortgesetzt werden. Unterm Strich hat die AfD nur einen echten Erfolg eingefahren und zwar in Thüringen mit Frontmann Höcke. Dort hat man den Kuschelkurs der Doppelspitze nie mitgetragen und all die Angriffe gegen Höcke einfach ausgehalten, das hat sich entsprechend ausgezahlt. Zu lange hat sich die Partei auf Bundesebene mit falschen Fuffzigern an der Spitze abgefunden, die, wie nun auch Meuthen nach seinem Weggang, im weiteren Verlauf zeigen, dass sie nicht auf eigenen Beinen stehen können und niemals Zugpferd, sondern Bremser, Spalter und Quertreiber waren. Das gilt auch für die aktuelle „Doppelspitze“, die bereits so unnötig ist wie ein Kropf. Muss man denn den Altparteien alles nachmachen, nur um zu gefallen?
Und wie ist das eigentlich mit Merkels Staatsräson vom Schutz des Jüdischen Staates? Jede Partei, ob links oder rechts, sollte ausschließlich deutschen Interessen dienen und nicht Knecht eines anderen Staates sein. Anders als Deutschland hat Israel seit der Staatsgründung schon immer seine Interessen gut – was nicht auf gutem Wege heißen soll – durchsetzen können. Man braucht „unsere“ Hilfe nicht wirklich, aber unser Geld ist jederzeit willkommen. In Israel kann man auch gut auf die Bekenntnisse von Gauland, Weidel, von Storch undsoweiter zum Jüdischen Staat verzichten. Sie schützen die Partei nicht vor der Antisemitismuskeule, weshalb entsprechende Arbeitskreise von „Juden in der AfD“ überflüssig sind. Es heißt ja doch nur, sie dienen als Feigenblätter oder Kostümierung.
Und wie die AfD halten es auch manche „Alternative Medien“ mit dem Jüdischen Staat. Dazu zählen zum Beispiel Pi-News, die früher sogar „pro-israelisch“ und „pro-amerikanisch“ im Banner führten und Leserreisen nach Israel organisierten. Auch Jouwatch und deren Ableger Ansage.org stehen an der Seite Israels. Das ist auch der Grund, warum der langjährige Autor Max Erdinger beide Plattformen verlassen hat. Seine Haltung zu Israel war nicht mehr tragbar aus Sicht der Betreiber. Erdinger schreibt nun auf Qpress und der Artikel „AfD: Alternative für Abgestumpfte?“ beschreibt seine Zweifel an der Partei, an Parteien insgesamt und dem Parteiensystem anhand der Positionierung zu Israel.
Ähnlich wie Erdinger beim Thema Israel geht es mir, und wie ich weiß auch vielen anderen, beim Thema Regenbogenfamilien, mit Alice Weidel. Kann man jemandem seine Stimme geben, der möglicherweise nur aus taktischen Gründen die „Ehe für alle“ abgelehnt hat, aber dennoch in eingetragener Partnerschaft mit einer anderen Frau lebt und zwei „gemeinsame“ Kinder mit ihr großzieht, wenn man dieses Konstrukt eigentlich ablehnt? Ist auch Weidel nur ein Feigenblatt für die AfD und sind ihre konservativen Ansichten nichts als reine Kostümierung? Sie war lange genug Teil des Meuthen-Flügels und nutzte dann ihre Chance mit einem (vermeintlich) schwachen Chrupalla an ihrer Seite, den sie öffentlich „mein geliebter Tino“ nennt, was AfD-Veranstaltungen einen absurden Abschlussballcharakter verleiht, aber die Schärfe und Standhaftigkeit nimmt, die es braucht, um in einem Land wie diesem, die politischen Zügel in die Hand zu nehmen. Auch duldet Weidel merkelgleich in ihrem Umfeld niemanden, der ihr das Wasser reichen könnte, nicht mal einen Maximilian Krah. Und so hat die Partei wohl keine Alternative mehr zu Weidel und Chrupalla und wird weiter auf diesem toten Pferd dem wieder nur Zweitem Platz entgegen reiten und meilenweit an Regierungsbeteiligung vorbei.


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16 Kommentare zu „Weidel und Chrupalla sind ein totes Pferd“