Die Pläne von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) zur Wiedereinführung eines Wehrdienstes stoßen auf scharfe Kritik. Laut einem Bericht der ZEIT soll ein verpflichtender Fragebogen für 18-jährige Männer ab 2026 die Grundlage für einen neuen Wehrdienst schaffen, während Frauen freiwillig teilnehmen können. Ab 2031 könnten bis zu 40.000 Rekruten jährlich eingezogen werden, zunächst freiwillig, doch mit der Option auf Zwang, wenn die Zahlen nicht stimmen. Das Ziel: eine Bundeswehr mit 460.000 Soldaten, inklusive Reserve, um NATO-Forderungen zu erfüllen.
Kritiker sehen darin einen gefährlichen Schritt zur Militarisierung. Die Infrastruktur für solch einen Massenwehrdienst fehlt – Kasernen sind marode, Ausbilder knapp. Zudem wird die Freiwilligkeit angezweifelt: Eine verpflichtende Musterung für Männer riecht nach Zwang durch die Hintertür. Während Pistorius von „Sinnstiftung“ und „Attraktivität“ spricht, bleibt die Frage, ob junge Menschen wirklich für einen Dienst begeistert werden können, der im Ernstfall Krieg bedeutet. Die Gesellschaft spaltet sich: Ältere befürworten die Wehrpflicht, Jüngere lehnen sie ab. Ist das der richtige Weg, Deutschland „kriegstüchtig“ zu machen, oder ein Rückschritt in alte Zeiten?


