Tucker Carlson berichtet von Dämonen-Angriff – Alex Jones warnt Trump-Unterstützer vor spirituellem Krieg in den USA

Der umstrittene US-Moderator und Verschwörungstheoretiker Alex Jones hat in einem aktuellen Livestream auf X (vormals Twitter) neue, teils drastische Aussagen über eine angeblich zunehmende dämonische Aktivität in den Vereinigten Staaten getroffen. Gemeinsam mit Mary Flynn O’Neill, der Geschäftsführerin der konservativen Organisation America’s Future, sprach er über einen angeblichen spirituellen Ausnahmezustand im Land – mit einer alarmierenden Geschichte über den früheren Fox-News-Moderator Tucker Carlson im Zentrum.

Tucker Carlson und die Geschichte eines nächtlichen Angriffs

Jones griff in der Sendung einen Vorfall auf, den Carlson bereits 2024 in einem YouTube-Video geschildert hatte: Demnach sei er in einer Nacht vor rund 18 Monaten in seinem Bett von einer unsichtbaren Kraft angegriffen worden – eine Präsenz, die Carlson als Dämon identifizierte. Er lag dabei neben seiner Frau und seinen vier Hunden, die nichts mitbekamen. Am Morgen habe er Kratzspuren an seinem Körper entdeckt, die er auf den Angriff zurückführte.

Jones nutzte Carlsons Bericht, um seine These zu stützen: Die USA seien aktuell einer „dämonischen Invasion“ ausgesetzt. Er sprach von einer göttlichen Strafe für den moralischen Niedergang der amerikanischen Gesellschaft. Gott selbst habe laut Jones Satan gestattet, Kräfte zu entfesseln, die bislang „in einer anderen Dimension“ zurückgehalten worden seien.

Ein spiritueller Krieg – live auf X

Während des Livestreams, der über den Link https://t.co/qJBMzJH0y6 abrufbar ist, berichtete Jones auch von eigenen Begegnungen mit übernatürlichen Erscheinungen – alles im Rahmen eines angeblich größeren, biblisch begründeten „Kampfes zwischen Licht und Dunkelheit“. Seine Gesprächspartnerin Mary Flynn O’Neill ergänzte die Erzählungen um Berichte über wachsende Hinweise auf dämonische Aktivitäten, die sie aus ihrem Umfeld kenne.

Beide waren sich einig: Der zunehmende moralische Verfall – von sexueller Freizügigkeit bis zu einer als gottlos empfundenen Politik – öffne die Tore für finstere Mächte. Ihrer Ansicht nach sei dies eine Folge des kollektiven Abwendens von christlichen Werten.

Reaktionen aus der Community: Von Bestätigung bis Spott

Der Livestream stieß auf X auf gemischte Reaktionen. Während einige Nutzer wie @USAelectricguy und @MarfoJoe01 Jones für seinen Mut lobten und seine Plattform Infowars unterstützten, äußerten andere wie @gordanstagliano deutliche Skepsis. Der Nutzer @ADGrant23 wiederum nutzte den Beitrag, um auf seine persönliche Situation aufmerksam zu machen und Spenden zu erbitten – ein Hinweis darauf, wie sehr solche Themen Resonanz erzeugen, weit über das eigentliche Thema hinaus.

Nicht das erste Mal: Dämonen als politische Deutungsmuster

Jones ist für seine ungewöhnlichen Deutungsmuster bekannt. Bereits während des Prozesses um das Massaker an der Sandy-Hook-Schule hatte er die beteiligten Richter und Anwälte als „dämonisch besessen“ bezeichnet – und sie mit einer „okkulten Ideologie“ der sogenannten „neuen Weltordnung“ in Verbindung gebracht.

Einordnung: Dämonen in Religion, Geschichte und Ideologie

Die Vorstellung von Dämonen hat lange kulturelle und religiöse Wurzeln. Im Christentum werden sie als gefallene Engel verstanden, die sich gegen Gott auflehnten. Im Judentum und Islam existieren ebenfalls Konzepte bösartiger oder ambivalenter Wesen, etwa die Dschinn und Šayāṭīn. Moderne westliche Gesellschaften jedoch neigen dazu, übernatürliche Erklärungen als irrational oder symbolisch zu betrachten.

Jones und O’Neill bedienen sich einer vereinfachten Schwarz-Weiß-Sicht auf die Welt – Gut gegen Böse, Gott gegen Satan – eingebettet in einen apokalyptischen Rahmen. Für viele ist das eine zu einfache Antwort auf komplexe gesellschaftliche Veränderungen.

Der neueste Livestream von Alex Jones reiht sich ein in eine lange Liste von Sendungen, in denen spirituelle Krisenerzählungen mit gesellschaftspolitischer Kritik verbunden werden. Die Geschichte von Tucker Carlsons nächtlichem Erlebnis dient dabei als Aufhänger für eine warnende Vision: Ein Amerika, das sich aus Sicht von Jones immer weiter von Gott entfernt – und dafür mit dämonischer Besetzung bezahlt.

Ob man dieser Sichtweise folgt oder nicht: Solche Erzählungen sind Ausdruck tiefer kultureller Verunsicherung. Sie werfen Fragen auf – über Glauben, Gesellschaft und den Zustand der öffentlichen Debatte in den USA.


Quellen (ausgewählt):

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