Donald Trump macht das, was er immer macht, wenn er ein System für kaputt hält. Er wartet nicht auf Reformpapiere, er gründet etwas Neues. Während sich die politische Weltelite in Davos die Hände schüttelt, Visitenkarten tauscht und über „globale Herausforderungen“ spricht, trommelt Trump für eine Alternativ-UNO. Nicht in New York, nicht im Glaspalast der Vereinten Nationen, sondern dort, wo Macht, Geld und Entscheidungsfähigkeit ohnehin schon dicht gedrängt sitzen.
Warum Trump New York links liegen lässt
New York ist das Mausoleum der Weltpolitik. Dort liegt die UNO seit Jahren bewegungslos. Sicherheitsrat, Vetomächte, endlose Sitzungen, endlose Resolutionen und am Ende doch wieder Krieg. Trump weiß, dass er von der UNO nichts erwarten kann. Also lässt er die Stadt links liegen und spart sich gleich die diplomatische Leichenstarre.
Davos als praktischer Sammelplatz der Macht
Davos ist kein heiliger Ort, sondern ein sehr praktischer. Die Staatschefs sind da. Die Regierungschefs sind da. Die Wirtschaftslenker sind da. Die Investoren sind da. Er stellt sich einfach in die Mitte und sagt sinngemäß: Wenn ihr Frieden wollt, dann nicht über Sonntagsreden, sondern über Interessen. Genau das ist Trumps Chuzpe. Und diese klare undiplomatische Ansage wird verstanden.
Eine UNO ohne Vetos und ohne Weihrauch
Trumps „Friedensrat“ ist als Gegenmodell zur UNO gedacht. Keine Vetorechte aus dem Jahr 1945, keine fünf Dauerblockierer, keine moralischen Großauftritte bei gleichzeitiger Wirkungslosigkeit. Trump will Staaten am Tisch, die zahlen können, die Macht haben und die im Zweifel auch liefern müssen. Frieden als Geschäft, nicht als Tagesordnungspunkt.
Trumps neue „UNO“: 1 Milliarde Dollar Aufnahmegebühr
Nach den bisherigen Informationen soll der Beitritt für die meisten Staaten zunächst kostenlos oder sehr günstig möglich sein. Wer jedoch einen dauerhaften Sitz im Board of Peace (Friedensrat) erhalten möchte, muss eine Aufnahmegebühr von mindestens einer Milliarde US-Dollar in bar innerhalb der ersten zwölf Monate leisten. Dieses Geld soll unter anderem in den Wiederaufbau von Gaza fließen, dient aber vor allem der Finanzierung einer neuen, handlungsfähigen globalen Sicherheitsarchitektur.
Ein Seitenhieb auf die alte Weltordnung
Dass dieser Vorstoß ausgerechnet in Davos erfolgt, ist mehr als nur cleveres Timing. Es ist ein Seitenhieb auf die alte Weltordnung. Während in New York noch darüber diskutiert wird, wer zuerst reden darf, setzt Trump auf den Ort, an dem Entscheidungen vorbereitet werden, bevor sie offiziell werden. Das Weltwirtschaftsforum ist nur die Kulisse. Trump benutzt den Ort, nicht die Organisation. Genau das macht den Unterschied.
Ob dieser Friedensrat am Ende funktioniert oder grandios scheitert, wird man sehen. Aber eines steht fest: Trump zwingt die Welt, wieder über Macht, Interessen und Ordnung zu reden, statt sich hinter wohlklingenden Floskeln zu verstecken. Und allein dafür dürfte es in New York schon wieder sehr still geworden sein.



Kommentare
Eine Antwort zu „Trump trommelt für Alternativ-UNO in Davos“
sehr gut, ich würde mich ihm sofort anschliessen.