Tag 3 nach den #Würzburger Frauenmorden – Gespräch mit einem türkischen Taxifahrer

„Das heißt, die Migranten interessieren sich nicht für die Deutschen oder die Morde an ihnen?“
„Nein, die interessiert das nicht. Die kommen hierher, um Geld zu verdienen, damit es Ihnen besser geht.“


Vorbemerkung: Meine Berichterstattung vor Ort ist vorerst beendet und so nehme ich mir ein Taxi zum Bahnhof und bitte den Fahrer, bei der Woolworth-Filiale Halt zu machen, damit ich weitere Fotos vom Blumenmeer machen kann. Ich gebe hier das Gespräch ohne Wertung als Gedächtnisprotokoll wider:

Er: Das ist eine Schande! Eine große Schande! Als ich gehört habe, „Messerstecher“, dachte ich, es wäre ein Türke. Aber glauben Sie mir – manchmal ist Todesstrafe besser. Ich bin wütend, sehr wütend!

Ich: Vor mir können Sie offen sprechen, da ich ebenfalls sehr wütend bin. Und wissen Sie, was mich am meisten wütend macht? Dass die einzige Person, die im Dom echtes Mitgefühl mit den Familien der Opfer gezeigt hat, ein Moslem war – Ahmet Bastürk, der Sprecher Ihrer Moscheegemeinde.“

Er: Das ist richtig. Denn es ist schrecklich, was passiert ist. Das waren unschuldige Menschen. Die armen Frauen! Ich würde noch verstehen, wenn ein Mann diesen Somalier angegriffen hätte. Aber so! Das ist schlimm. Diese Menschen kommen hierher und zeigen keine Dankbarkeit. Sie haben nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Ich bin seit über 30 Jahren hier und verdanke diesem Land soviel. Man kann nicht nur nehmen, man hat auch Pflichten!

Er: Schauen Sie sich BionTech an. Das sind Türken. Sie sind hierher gekommen, haben ihre Chance ergriffen, haben hier studiert, Bafög bekommen und diesen Impfstoff entwickelt. Das ist kein türkischer Impfstoff. Das ist ein deutscher Impfstoff!“

Ich: Ja, aber warum verhalten sich dann diese jungen Männer so? Ich war jahrelang mit Syrern befreundet, war in Syrien, spreche etwas arabisch und aramäisch. Ich habe 2015 ALLES versucht, dass sie oder ihre Gemeinden mit mir auf die Straße gehen und darüber sprechen, wie es wirklich in diesen Ländern ist. Nämlich, dass die jungen Männer dort Respekt vor dem Alter haben und selbst bei kleinen Vergehen hart vom Vater und den Onkels bestraft werden.

Warum passiert da nichts von seiten der Einwanderer? Denn ich glaube, wenn sie sich nicht positionieren und sagen: „Wir sind anders, wir wollen mit diesen neuen, gewalttätigen Migranten nichts zu tun haben und lehnen deren Gewalt ab!“, dann wird ein Bürgerkrieg kommen.

Er: Ja, davor habe ich auch Angst. Aber, wissen Sie. Das interessiert sie nicht – ich kann das zum Teil sogar nachempfinden. Die wollen nur Geld und kommen hierher, weil sie hier Sachen machen dürfen, wofür sie ihn ihren Ländern bestraft würden. Hier aber nicht.

Diese jungen Männer könnten auch in der Türkei oder in ihren Ländern bleiben. Die Deutschen sind ja auch nicht nach dem Krieg abgehauen, sondern sind hier geblieben und haben ihr Land wieder aufgebaut.

Aber diese jungen Männer hören, wie es hier läuft und wie die Deutschen sind. Deswegen kommen sie hierher.

Ich: Sie meinen, dass die Deutschen sich zu sehr anbiedern, zu freundlich sind? Dass diese jungen Männer meinen, ich sei eine Prostituierte, nur weil ich kein Kopftuch trage und kurze Ärmel?

Er: Ganz genau. Sie denken, dass die deutschen Frauen Nutten sind, dass sie für jeden die Beine breit machen. Sie lachen darüber, dass die Deutschen so freundlich und weich sind und genau deswegen kommen sie hierher.

  • Typisches Publikum am Barbarossaplatz

Ich: Das bestätigt mein Gefühl, dass sie überhaupt kein Interesse an unserm Land haben, sondern nur unser Geld wollen.

Er: Natürlich. Ganz genau so ist es. Sie fahren mit mir im Taxi und zeigen mir das viele Geld, das sie gar nicht ausgeben können und erzählen mir, dass sie Sozialhilfe bekommen und gleichzeitig einen Friseursalon aufmachen und schwarz arbeiten. Die Deutschen sind dumm, sie sind naiv und sie haben keine Ahnung, wie das wirklich ist. Ich weiß es, weil die jungen Männer mir das alles erzählen.

Sie haben überhaupt keinen Respekt. Und weil sie wissen, dass die Deutschen sich nicht wehren, kommen sie hierher und gehen nicht nach Griechenland, weil sie genau wissen, dass die Türken oder Griechen sie für solche Taten umbringen würden.

Ich: Mich hat sehr geärgert, dass Söder und der OB Schuchardt wieder gesagt haben, dass wir Deutsche keine Vorurteile haben sollen und immer noch wegen des 2. Weltkriegs im Grunde die Klappe halten sollen. Was sagen Sie dazu? Ich bin zum Beispiel dafür, dass jeder Migrant bei der kleinsten Straftat abgeschoben wird.

Er: Richtig. Sie müssen wieder weg. Sie müssen nicht alle aufnehmen. Dieses Land hat mir soviel gegeben. Sie können nicht einfach hierherkommen und Ihr Geld nehmen. Ich habe ja gesagt, die Deutschen sind auch nicht einfach nach dem Krieg weg, sondern hiergeblieben.

Ich: Warum geht dann keiner von Ihnen, wie Sie zum Beispiel, auf die Straße?

Er: Ach, wissen Sie. Das wird nicht klappen. Wenn es ein Fußballspiel wäre, dann ja. Aber so…

Ich: Aber wenn Erdogan dazu aufrufen würde …

Er: Ja, aber ich komme aus der Zeit von Atatürk. Und diese jungen Männer sind wirklich nicht politisch. Das interessiert sie alles nicht.

Ich: Das heißt, die Migranten interessieren sich nicht für die Deutschen oder die Morde an ihnen?

Er: Nein, die interessiert das nicht. Die kommen hierher, um Geld zu verdienen, damit es Ihnen besser geht. Wissen Sie, ich bin hierher gekommen vor 30 Jahren und habe Toiletten geputzt und mich hochgearbeitet, weil ich die Chancen ergriffen habe, die dieses Land mir gegeben hat. Und irgendwann wird man Chef und dann zeigt man sein wahres Gesicht. Jetzt sind viele Chefs und haben ihre eigenen Geschäfte. Deswegen interessieren sie sich nicht und werden nicht auf die Straße gehen.

Ich: Aber was würden Sie tun? Was würden Sie uns raten? Wie sollen wir mit diesen jungen Männern umgehen?

Er: Es ist schon fast zu spät. Es sind schon so viele hier. Sie können versuchen, sie wieder zurückzuschicken. Das sollten sie tun. Und wenn Sie sagen, sie respektieren Sie nicht, dann stimmt das.

Er: Jeder Taxifahrer am Bahnhof kann echte Geschichten erzählen über diese Männer. Ich habe auch eine:

Eines Tages nahm ich zwei junge Männer mit. Plötzlich sagte einer zu mir auf türkisch: „Halt an, Freund.“ Ich hielt an und wartete mit seinem Freund im Taxi. Der junge Mann stieg aus und ging auf eine junge, deutsche Frau im Minirock zu und sprach sie an. Erst dachte ich, sie würden sich kennen. Doch dann fing die Frau an, ihn anzuschreien und dass er sie gefälligst in Ruhe lassen soll. Daraufhin griff ich ein und sagte ihnen, „Nur weil diese junge Frau einen kurzen Rock hat, ist sie noch lange keine Nutte.“ Ich habe dann beide aus dem Taxi geworfen. Aber genauso ist es. Sie denken, alle deutschen Frauen sind Nutten.

Und es ist kein Vorurteil – es stimmt, dass sie hierherkommen, um Geld vom Staat zu erhalten und gleichzeitig zu arbeiten. Das ist eine Tatsache.

Ich: Sie sind ja offensichtlich noch von Atatürk geprägt. Ihre Frau trägt ja auch kein Kopftuch (seine Frau hatte ihn auf der Straße angehalten, damit er sich zum Deutschkurs fährt, obwohl sie genauso wie er sehr gut deutsch sprach). Diese jungen Männer scheinen jedoch an den reinen Islam zu glauben.

Er: (Macht eine wegwerfende Handbewegung). Diese jungen Männer sind nicht religiös. Das, was die machen, hat nichts mit Religion zu tun. Wenn eine Frau sich hier schön anziehen will, weil heißes Wetter ist, soll sie das machen.

Ich: Nochmal zum Somalier. Ich glaube, er hat die Frauen angegriffen, weil er hier keine Arbeit findet, nicht intelligent genug ist und die deutschen Frauen nichts mit ihm zu tun haben wollen. Deswegen hat er sich gerächt und den Koran als Ausrede genommen.

Er: Genauso ist das. Er hat die Religion benutzt. Allah will das nicht.

Ich : Ich danke Ihnen für Ihre Offenheit.

Er: Wenn wir uns wiedertreffen, können wir uns weiter unterhalten.

(www.conservo.wordpress.com)


Erstveröffentlichung: Conservo