Während sich Politik und Medien gerne als Aufklärer der DDR-Vergangenheit inszenieren, sieht die Wirklichkeit düster aus: Wie aus der offiziellen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion hervorgeht, wurden bislang nur zwei Prozent des riesigen Bestandes im Stasi-Unterlagen-Archiv digitalisiert. Das geht aus dem Dokument Drucksache 21/913 hervor.
Konkret heißt es: Von den Millionen Seiten aus Akten und Karteien seien bis Ende Juni 2025 rund 30 Millionen Seitendigitalisiert worden – bei einem geschätzten Gesamtbestand von rund 1,5 Milliarden Seiten. Die restlichen 98 Prozent? Weiterhin analog, weitgehend unzugänglich und nur unter strengen Auflagen einsehbar.
Für einige Außenstellen wie Rostock, Frankfurt/Oder, Halle, Leipzig und Erfurt liegen laut Bundesregierung inzwischen Machbarkeitsstudien für neue Archivstandorte vor. In Berlin-Lichtenberg soll sogar ein „Archivzentrum zur SED-Diktatur“ entstehen – irgendwann. Die überarbeitete Studie liegt zwar vor, wird aber „derzeit ausgewertet“.
Und was ist mit den anderen Städten? In Schwerin, Neubrandenburg, Magdeburg, Dresden, Chemnitz, Suhl und Gera wird gar nicht erst geplant – keine Studien, keine Perspektive. Offenbar sollen große Teile des DDR-Erbes einfach im Archivstaub verschwinden.
Besonders brisant: Die Digitalisierung durch externe Firmen kostet rund 500.000 Euro pro Jahr – bringt aber nur 0,5 Prozent Fortschritt jährlich. In diesem Tempo wäre die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen erst in rund 200 Jahren abgeschlossen.
Man darf sich fragen: Ist das Unfähigkeit oder politisches Kalkül?


