
In denkbar rüdem Ton reagiert der stellvertretende Sicherheitsrats-Chef Russlands und fühere Ministerpräsident Medwedew auf ein provokantes Video der US-Botschaft in Moskau, das die Russen zum Widerstand gegen den Ukrainekrieg auffordert. Von der russischen Reaktion mag man halten, was man will, aber die Stimmungs- und Reaktionslage des Gegenübers kann man nicht durch infantile Verbote und anderes Kopf in den Sand – stecken ändern, sondern muss sie aufgreifen und wissen, was da auf einen zukommt. Ob einem das passt oder nicht, spielt keine Rolle. Es ist gefährlich, die Zeugnisse blank liegender russischer Nerven durch kindische Verbote als „Propaganda“ in der EU sperren zu wollen. Anders als Frau v.d. Leyen von der EU offenbar meint, ist die Einschätzung des Gegners keine Wunschangelegenheit politischer Infanten.
Hier ein Ausschnitt aus Medwedews Statement:
„In der Tat sind die (USA-) Hurensöhne, die so einen Unsinn von sich geben, die wahren Erben von Reichspropagandaminister Joseph Goebbels.
Das Hauptgeschenk für das neue Jahr, eine Anzahl von Zirkon-Raketen, ging gestern an die Küsten der NATO-Länder. Mit einer Reichweite von 1.000 Kilometern, einer Hyperschallgeschwindigkeit von Mach 9 und der Fähigkeit, jede beliebige Ladung zu transportieren, können sie garantiert jede Raketenabwehr überwinden. Wir lassen es erstmal etwa 100 Meilen vor der (amerikanischen) Küste stehen, in der Nähe des Potomac River. Damit haben die jetzt wirklich einen Grund zur Freude! Das Päckchen wird jeden, der eine direkte Bedrohung für Russland und unsere Verbündeten darstellt, zur Vernunft bringen.
Ihnen und ihren Handlangern, die unser Volk töten, wird niemals vergeben werden. Wir werden mit ihnen in der Sprache der Gewalt sprechen, wenn sie es nicht anders verstehen“.
Wer das als „Propaganda“ abtut, handelt lebensgefährlich.
Es kommt ausschließlich darauf an, wie der Gegner die Lage einschätzt und nicht darauf, was ihm aus westlicher Sicht angedichtet wird, was Politiker von den Sprechzetteln der USA ablesen oder für zutreffend halten. Der psychologisch halbwegs Kundige sieht, dass die russische Politik bereit ist, aufs Ganze zu gehen und das durch verbale Rundumschläge völlig ungekannter Qualität erkennen lässt.
Kein Küstenstreifen am Schwarzen Meer kann den Sekunden-Nervenkrieg mit Atomraketen rechtfertigen
Die Antwort auf die nervöse Art der Russen am atomaren Abzug kann nicht in Wegsehen und Weghören bestehen, wie es Art der Infantilpolitik ist, sondern im Einfrieren des unlösbaren Ukrainekonfliktes, einem sofortigen Waffenstopp und Verhandlungen. Wir waren dem Atomkrieg noch nie so nahe wie momentan. Und wenn es knallt, ist die Frage, wer Schuld hatte, denkbar überflüssig.


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