Estland schlägt Alarm: Drei russische MiG-31-Kampfjets sind am Freitag für ganze zwölf Minuten unerlaubt in den estnischen Luftraum eingedrungen – ein klarer Affront an der Ostflanke des Bündnisses. Außenminister Margus Tsahkna bestätigte den Vorfall und ließ beim ranghöchsten russischen Diplomaten in Tallinn Protest einlegen. Laut estnischer Regierung handelt es sich nicht um den ersten Zwischenfall dieser Art, doch diesmal hat er politische Sprengkraft: Estland hat, wie zuletzt Polen, den Artikel 4 des Nato-Vertrags aktiviert, der die Partner zu sofortigen Beratungen verpflichtet.
Der Ton ist schärfer geworden, denn solche Verletzungen sind nichts Neues. Dass das Geschrei lauter ist, zielt nicht auf Russland ab, denn dort wird man sich wenig beeindruckt zeigen, vielmehr sollen die EU-ropäer in Alarmstimmung versetzt werden. Wie viele Artikel 4 Vorfälle braucht es noch bis zum Bündnisfall?


Kommentare
Ein Kommentar zu „Schon wieder Artikel 4: Estland meldet Luftraumverletzung durch russische MiG-31“
Extrem gefährlich, wie gerade die baltischen Staaten und Polen auftreten. Ständig wird Stimmung gemacht, als stünde der 3. Weltkrieg schon vor der Tür. Dieses Dauer-Alarmieren wirkt auf mich wie bewusste Panikmache. Statt deeskalierend zu handeln, scheinen sie eher Öl ins Feuer zu gießen. Europa braucht in dieser angespannten Lage kluge Köpfe, die Ruhe bewahren – keine Lautsprecher, die noch mehr Angst verbreiten. Wenn jedes kleine Ereignis sofort als riesige Bedrohung aufgebauscht wird, verlieren wir komplett den Blick fürs Wesentliche: Frieden sichern und Gespräche suchen. Mich nervt diese Kriegsrhetorik total, weil sie die Menschen in Angst hält, anstatt Lösungen aufzuzeigen.