
„Die Lage war noch nie so ernst“ – sagte Adenauer in den 1950-er Jahren mit Blick auf die von ihm so benannte „Soffjetunion“, deren Befreiungstruppen (so der neudeutsche Politsprech) jenseits des eisernen Vorhanges in Deutschland stationiert waren. Heute blickt man wieder auf das Kernland der zerfallenen Sowjetunion, und der Ernst der Lage braucht nicht spitzenamtlich festgestellt zu werden.
Ein bedenklicher Unterschied zur Kriegsgeneration in der Politik damals ist, dass heute politische Anfänger Deutschland steuern, die noch nie eine außenpolitische Krise erlebt, geschweige denn gemeistert haben. Und die als Obeneinsteiger in Sachen Verteidigung, Wirtschaft und Äußeres Fachgebiete administrieren, für die sie weder Ausbildung, noch Berufserfahrung mitbringen. Dabei fordert die aktuell sich zuspitzende Lage eine Operation Deutschlands am offenen Herzen, mit allen Risiken und allen Anforderungen an die Operateure.
In fatalen Lagen führt kaum ein Weg an der Satire vorbei (Juvenal [60-120 n.Chr.])
Fatale Lagen bringen of Widersinniges hervor, zum Beispiel schwarzen Humor. So fällt dem Verfasser in Sachen unseres politischen OP-Teams ein Medizinerwitz ein. Der geht so: Ein Chirurg macht seine erste Operation. Die zieht sich hin und hin und hin und als er schließlich erschöpft den Operationssaal verlässt fragt ihn sein Chef: „Nun, Herr Kollege, wie war ihre erste Operation?“ Da wird der Chirurg leichenblass und stammelt: „Operation?? — Ich dachte Obduktion…“.
So ähnlich könnte die Tätigkeit unserer politischen Operateure enden, ganz ohne Satire. Wenn nicht endlich Schluss mit den Experimenten gemacht und zumindest die Gasversorgung über die fertige Pipeline Nordstream II gesichert wird.

9 Kommentare zu „Schluss mit der Anfänger-Operation am offenen Herzen!“