Trump mit Pamela White (im weißen Kleid) beim gemeinsamen Gebet im Oval Office / via X

Schillers Bürgschaft nach Donald Trump 

Schillers Bürgschaft schildert einen Mann, der bereit ist, für seinen Freund sein Leben zu riskieren, ein Sinnbild für absolute Loyalität. Der König, beeindruckt von dieser Treue, ruft aus: „Lasst mich sein der Dritte in eurem Bunde!“ Doch in der Realität ist es mit der Loyalität oft nicht so weit her. Die größten Insider und engsten Vertrauten können sich über Nacht in erbitterte Feinde verwandeln. Brutusse, die mit dem Dolch im Gewande um den Herrscher buckeln und ihn bei nächster Gelegenheit erdolchen, kennt die Geschichte zuhauf. 

Donald Trump weiß das nur zu gut. Schon in seiner ersten Amtszeit musste er erleben, wie ehemalige Vertraute sich gegen ihn stellten. Nun, mit seiner Rückkehr ins Präsidentenamt, will er sich davor schützen. Die Washington Post berichtet, dass für Bewerber auf hochrangige Sicherheits- und Geheimdienstposten eine neue Messlatte gilt: Sie müssen ihre Loyalität klar unter Beweis stellen.

Inquisition im Weißen Haus? 

Laut dem Bericht werden Kandidaten für Schlüsselpositionen in Geheimdiensten und Strafverfolgungsbehörden gefragt, ob sie glauben, dass die Wahl 2020 „gestohlen“ wurde und ob der Sturm auf das Kapitol am 6. Januar eine „Inszenierung von innen“ war. Wer sich nicht klar hinter diese Sichtweise stellt, hat offenbar schlechte Karten. 

Für Trump ist dies eine Frage des Vertrauens. Die Präsidentschaftswahl vom 6. November 2024 brachte ein klares Bild zutage: 94 % der Bewohner Washingtons stimmten für Kamala Harris. Diese Personen sitzen weiterhin in Ministerien, Behörden und im Weißen Haus und sollen Trumps Politik umsetzen. Ist es da nicht nachvollziehbar, dass er Zweifel an ihrer Treue hegt?

„America First“ beginnt beim Personal 

Offiziell begründet das Weiße Haus diese strengeren Prüfungen mit der Notwendigkeit, eine geschlossene und handlungsfähige Regierung zu haben. Für Trump-Anhänger ist das eine Selbstverständlichkeit. Sie sehen in ihm den einzigen Präsidenten, der es wagt, den „Sumpf“ trockenzulegen. Und wer einen Sumpf trockenlegen will, der darf nicht die Frösche fragen.

Trumps Zustimmungsraten steigen bis zu 57 Prozent 

Umfragen, die nach dem Motto „Spieglein, Spieglein an der Wand“ täglich die Zustimmung zu Trumps Politik ermitteln, zeigen, dass er felsenfest im Sattel sitzt. Seine Art Dinge anzupacken, wird auch von vielen geschätzt, die zuvor gegen ihn eingestellt waren. Denn er liefert. Trumps Bürgschaft ist keine romantische Freundestreue nach Schiller, sondern eine klare politische Linie: Wer Amerikas Zukunft mitgestalten will, muss auch bereit sein, kompromisslos hinter dieser Regierung zu stehen.

Schließlich hat auch Trump Dolche.


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3 Antworten zu „Schillers Bürgschaft nach Donald Trump “

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