Überwachungskamera an einer Straße mit amerikanischer Flagge
Symbolbild: US-Feiertagskulisse mit Überwachungskamera

Roberts: Amerikas Unabhängigkeit ist längst zur Gefangenschaft geworden

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Paul Craig Roberts nimmt die Woche vor dem amerikanischen Unabhängigkeitstag zum Anlass für eine grundsätzliche Abrechnung. Nach seiner Darstellung feiern die Amerikaner am 4. Juli nicht mehr ihre Unabhängigkeit, sondern eine Freiheit, die längst verloren gegangen sei.

Roberts kündigt in seinem Beitrag an, bis nach dem 4. Juli nicht weiter zu veröffentlichen, sofern es keine größeren Entwicklungen rund um Iran, Russland oder die Migrationsfrage gebe. Die Feiertagswoche sei ohnehin keine starke Lesewoche; viele Amerikaner würden sich in dieser Zeit eher durch Alkohol, Drogen und Ablenkung von der Realität entfernen.

Historisch verweist Roberts auf die Gründerzeit der Vereinigten Staaten. Die Gründerväter hätten aus der griechischen und römischen Geschichte gelernt und gewusst, dass Demokratie ohne klare Grenzen in Unordnung und Niedergang geraten könne. Deshalb sei das Wahlrecht anfangs auf männliche Eigentümer beschränkt gewesen; spätere progressive Regierungen hätten diese Beschränkung aufgehoben. Auch die Ausweitung des Wahlrechts und die politische Rolle emotionaler Kampagnen bewertet Roberts in diesem Zusammenhang kritisch.

Ein weiterer Punkt ist für ihn die Veränderung des Senats. Ursprünglich seien Senatoren von den Parlamenten der Bundesstaaten bestimmt worden, damit sie deren Interessen vertreten. Heute dagegen würden Wahlkämpfe von mächtigen Geldgebern geprägt, nennt Roberts unter anderem Pharmaindustrie, Agrarwirtschaft, Militär- und Sicherheitskomplex sowie die Israel-Lobby. Präsident Lincoln habe aus seiner Sicht zudem die Rechte der Bundesstaaten entscheidend geschwächt.

Roberts kommt deshalb zu dem Schluss, dass die repräsentative Regierung in den USA nicht mehr das Volk vertrete, sondern Geld und Sonderinteressen. Der Unabhängigkeitstag habe sich für ihn in eine Feier der Herrschaft des Geldes verwandelt. Als Beispiele für verlorene Freiheit nennt er den Patriot Act, Überwachung ohne richterliche Anordnung, Gesichtserkennungskameras, Einschränkungen der Meinungsfreiheit und politischen Einfluss auf die Grenzen dessen, was öffentlich gesagt werden dürfe.

Am Ende stellt Roberts die Lage der heutigen Amerikaner sogar schlechter dar als die der britischen Kolonisten vor der Unabhängigkeit. Der 4. Juli feiere aus seiner Sicht nicht mehr Befreiung, sondern die Unterwerfung unter eine Macht, die schwerer wiege als einst die Krone. Quelle: Paul Craig Roberts, 29. Juni 2026.