Reza Pahlavi / via Youtube

Reza Pahlavi stellt Fahrplan für einen politischen Neuanfang im Iran vor

Reza Pahlavi, Sohn des letzten iranischen Schahs, hat in einer Pressekonferenz in Washington klare Worte zur Lage im Iran gefunden und zugleich einen politischen Fahrplan für die Zeit nach dem möglichen Sturz der Islamischen Republik skizziert. In dem rund einstündigen Auftritt, der auf seinem offiziellen YouTube-Kanal veröffentlicht wurde, bezeichnete Reza Pahlavi das derzeitige Regime nicht als legitime Regierung, sondern als eine „Besatzungsmacht“, die sich gegen das eigene Volk richte.

Pahlavi zeichnete ein düsteres Bild der aktuellen Situation im Land. Er sprach von systematischer Gewalt, Massenverhaftungen und gezielten Tötungen von Demonstranten. Nach seinen Angaben seien in kurzer Zeit tausende Menschen ums Leben gekommen, viele weitere verletzt oder verschwunden. Krankenhäuser würden überwacht, Angehörige unter Druck gesetzt, Leichen teils nur gegen Geld herausgegeben. Diese Zustände, so Pahlavi, seien Ausdruck eines Systems, das sich nur noch durch rohe Gewalt an der Macht halte.

Zugleich machte der im Exil lebende Oppositionspolitiker deutlich, dass er sich nicht nur als Mahner, sondern als aktiver Teil eines möglichen politischen Übergangs versteht. Er erklärte seine Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und den Weg in eine Übergangsphase zu begleiten, sollte das Regime zusammenbrechen. Dabei betonte er mehrfach, kein Interesse an persönlicher Machtausübung zu haben. Ziel sei eine demokratische Ordnung, die von den Iranern selbst bestimmt werde.

Konkret stellte Pahlavi einen Maßnahmenkatalog vor, der sich vor allem an westliche Staaten richtet. Dazu gehören ein gezielter wirtschaftlicher Druck auf die Führung in Teheran, das Einfrieren von Auslandsvermögen sowie die internationale Isolation zentraler Machtstrukturen wie der Revolutionsgarden. Gleichzeitig forderte er technische Unterstützung, um der Bevölkerung trotz staatlicher Zensur freien Zugang zum Internet zu ermöglichen. Ausländische Militärinterventionen lehnte er ausdrücklich ab.

Bemerkenswert war auch sein Ton gegenüber Teilen des iranischen Militärs und der Sicherheitskräfte. Pahlavi sprach diesen direkt an und rief sie dazu auf, sich nicht länger an der Unterdrückung der Bevölkerung zu beteiligen. Es gehe nicht um Vergeltung oder Abrechnung, sondern um einen geordneten Übergang ohne Chaos, Bürgerkrieg oder Rachefeldzüge, wie sie andere Staaten nach Regimewechseln erlebt hätten.

Für die Zeit nach einem möglichen Umbruch stellte Pahlavi einen klaren Ablauf in Aussicht. In einer Übergangsphase solle die öffentliche Ordnung gesichert, die Verwaltung funktionsfähig gehalten und die wirtschaftliche Stabilisierung eingeleitet werden. Anschließend seien ein verfassungsgebender Prozess und freie Wahlen vorgesehen, begleitet von internationaler Beobachtung. Iran solle künftig ein säkularer Rechtsstaat werden, der die Trennung von Religion und Politik respektiert und seinen Bürgern gleiche Rechte garantiert.

Ob und wann es zu einem Machtwechsel kommt, bleibt offen. Doch Pahlavi vermittelte den Eindruck, dass die Protestbewegung im Land eine neue Qualität erreicht habe. Teile des Sicherheitsapparates würden bereits Befehle verweigern, der Rückhalt für das Regime schwinde sichtbar. Seine Botschaft an die internationale Gemeinschaft war unmissverständlich: Ein politischer Wandel im Iran sei möglich – und wer ihn unterstützen wolle, müsse jetzt handeln, nicht erst im Nachhinein.

Kommentare

Eine Antwort zu „Reza Pahlavi stellt Fahrplan für einen politischen Neuanfang im Iran vor“

  1. Avatar von Ralf.Michael-さん
    Ralf.Michael-さん

    Früher hat Papa`s “ SAVAK “ genau das Gleiche mit den iranischen Bürgern gemacht, deshalb war ja die Revolution —– wo ist denn da der Unterschied ? :o((

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