Der iranische Oppositionsführer, Exil Kronprinz Reza Pahlavi, sieht das Ende der Islamischen Republik näher denn je. In einem Gastbeitrag für die Washington Post erklärt der Sohn des letzten Schahs, warum der aktuelle Aufstand aus seiner Sicht grundlegend anders ist als alle bisherigen Protestwellen – und warum der Machtwechsel diesmal unausweichlich sei.
Nach fast 47 Jahren habe das Regime seine letzte Legitimität verspielt. Massenhinrichtungen, brutale Repression und die systematische Verfolgung religiöser Minderheiten wertet Pahlavi nicht als Zeichen von Stärke, sondern als Ausdruck nackter Angst. Landesweit protestierten Menschen in Städten, Dörfern und Provinzen, die Kontrolle der Machthaber bröckele sichtbar. Das System sei innerlich zerstritten und politisch ausgelaugt.
Pahlavi berichtet, dass Demonstranten zunehmend seinen Namen rufen – nicht, weil sie einen neuen Herrscher wollten, sondern weil sie eine verbindende Figur für den Übergang suchten. Er selbst sehe sich ausdrücklich nicht als Monarch oder Präsident, sondern als Treuhänder eines demokratischen Übergangs. Ziel sei ein freier Iran mit gleichen Rechten für alle Bürger, klarer Trennung von Religion und Staat und einer späteren Volksabstimmung über die Staatsform.
Um ein Chaos wie nach westlichen Interventionen im Irak oder in Afghanistan zu vermeiden, verweist Pahlavi auf jahrelange Vorbereitung. Mit dem sogenannten „Iran Prosperity Project“ habe er ein internationales Netzwerk aus Experten aufgebaut, das detaillierte Pläne für Wirtschaft, Verwaltung, Energieversorgung und Infrastruktur erarbeitet habe. Der Übergang solle geordnet verlaufen, staatliche Strukturen müssten soweit möglich erhalten bleiben.
Laut Pahlavi gibt es massive Absetzbewegungen innerhalb des Regimes. Über geheime Kanäle hätten bereits zehntausende Angehörige von Militär, Sicherheitsdiensten und staatlichen Institutionen signalisiert, dass sie bereit seien, sich von der Führung zu lösen. Eine radikale Säuberung lehnt er ab – stattdessen setzt er auf begrenzte Kontinuität bei gleichzeitiger juristischer Aufarbeitung.
Auch die internationale Dimension spielt eine zentrale Rolle. Pahlavi lobt ausdrücklich die klare Haltung von US-Präsident Donald Trump zugunsten der iranischen Bevölkerung. Diese Unterstützung habe Signalwirkung – sowohl für die Demonstranten als auch für die Machthaber in Teheran. Ein freier Iran würde nach seiner Einschätzung nicht nur das eigene Volk befreien, sondern auch den Nahen Osten stabilisieren und den globalen Terrorismus nachhaltig schwächen.
Die Botschaft des Beitrags ist eindeutig: Der Sturz des Regimes sei keine ferne Hoffnung mehr, sondern eine realistische Perspektive. Die Frage laute nicht mehr, ob die Islamische Republik fällt, sondern wann – und ob der Westen bereit ist, diesen Umbruch aktiv zu begleiten.


Kommentare
Eine Antwort zu „Reza Pahlavi: Der Iran ist bereit für einen demokratischen Übergang“
Dann wird auch bestimmt sicher die ehemalige“ SAWAK “ wieder auferstehen ? Und dazu einen nagelneuen “ Shah_in_Shah “ obendrein ! Hurra, Hurra, die armen Iraner können einem schon leid tun ;o((