Putin und Xi retten Europa?

von Beobachter

Xi und Putin bei einem früheren Treffen / Foto: Kremlin.ru, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Zur Eröffnung der Olympischen Winterspiele reiste Wladimir Wladimirowitsch Putin nach Peking, um ein deutliches Zeichen an den Westen zu senden. Sein Besuch galt in erster Linie Xi Jinping. In einer gemeinsamen Erklärung forderten beide ein Ende der NATO-Osterweiterung. Nun mag man von China halten was man will, die Berichterstattung in den deutschen Medien entlarvt nur eines – eine auf Gedeih und Verderb ausgerichtete Ergebenheit gegenüber jenen US-Seilschaften, denen jedes Mittel recht ist, ihre geostrategischen Interessen durchzusetzen.

Die breite Ablehnung von Donald Trump hatte während seiner Amtszeit die zuvor üblichen Schreckensmeldungen über Putin abgelöst, denn Trump passte nicht ins Bild, vor allem wollte er keinen neuen Krieg und langfristig Truppen aus Europa und speziell Deutschland abziehen. Sein Nachfolger Biden liefert endlich, wie man es von einer Hillary Clinton erwartet hatte, wenn sie denn nicht dummerweise die Wahl verloren hätte. Die Lage in der Ukraine gleicht einem Pulverfass.

Seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion hat die NATO alles unternommen, um Russland weiter einzukreisen und damit Wortbruch begangen. Putin kann man vieles vorwerfen, aber ein ähnliches Bedrohungszenario wie stetige Nato-Osterweiterung hat Russland zu keiner Zeit gegenüber den USA aufgebaut.

Nun hat Xi Jinping deutliche Unterstützung in Sachen Ukraine gegenüber Russland signalisiert. Im Fall einer Eskalation müsste man eventuell auch militärisch mit der Supermacht rechnen. Und über günstige Gaslieferungen wurde ebenso verhandelt. Wenn Northstream 2 platzt, wonach es sehr aussieht, hat Deutschland nur eine Option, der von Donald Trump geschickt eingefädelte Import von Fracking Gas – nicht nur teurer, sondern auch umweltschädlicher. Für die Grünen und die grüne Journaille ist das kein Thema, das transatlantische Bündnis hat eben Vorrang in der transatlantischen Presse – auch vor der Umwelt.

Deutschland und die EU können nicht wirklich vermitteln. Diesen Job hat der ungeliebte ungarische Premierminister Orban übernommen, auch Erdogan hat sich angeboten. Die Allianz zwischen China und Russland, Xi und Putin, treibt möglicherweise einen Keil in das alte Bündnis. Längst haben die USA, Großbritannien und Australien einen neuen militärischen Pakt geschmiedet. Er nennt sich Aukus und richtet sich in erster Linie gegen China. Der gemeinsame Feind eine die beiden früheren Rivalen China und Russland, schreiben unsere fremdbestimmten ZEITungen, doch ein solches Urteil ist zu kurz gegriffen. China und Russland haben mehr miteinander gemeinsam, als die USA und Deutschland, sie sind Nachbarn und begegnen sich auf Augenhöhe, schließlich ist China kein früherer Vasallenstaat der Sowjetunion.

Wenn sich die Lage wieder entspannt, die USA ihre Aggressionen zurückfahren, womit allerdings nicht unbedingt zu rechnen ist, dann wären es in der Tat Xi und Putin, die Europa, genauer gesagt der EU, einen Dienst erwiesen haben, den es selbst nicht mehr erbringen kann.

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