Paragraph 218 und das Recht des ungeborenen Lebens

Von Klaus Hildebrandt und Kristijan Aufiero 

Vorbemerkung von Klaus Hildebrandt: Seit den Wahlen vom Sonntag ist viel in Bewegung geraten, auch wenn’s dem Anschein nach in Richtung links geht. Die Grünen und die FDP gehen die Sache klug an und zeigen sich vorsichtig taktierend noch von der gemäßigten Seite. Sie vermeiden unbequeme Themen wie Abtreibung und Migration/Islamisierung wie der Teufel das Weihwasser. Grüne und auch SPD möchten am liebsten den § 218 ganz abschaffen, womit Abtreibungen sogar bis zum Zeitpunkt der natürlichen Geburt möglich wären. Grundlegend und allumspannend für Abtreibung und Migration ist das Thema Gender-Ideologie, wie dieser Artikel Marcin Romanowski: „Einwanderungswelle 2015 war demografischer und kultureller Plan zur Umgestaltung der europäischen Gesellschaft“ | UNSER MITTELEUROPA (unser-mitteleuropa.com)  zeigt. In Brüssel wurde erst vor kurzem ein „Menschenrecht auf Abtreibung“ verabschiedet. Auch die deutsche Politik unter Kanzlerin Angela Merkel verfolgt diesen Ansatz, um ihr ehrgeiziges EU-Konzept samt Zerstörung der europäischen Nationalstaaten durchzupeitschen, aber inzwischen sieht es immer mehr danach aus, als würde daraus – „Dank sei Gott“ – nichts werden (s. Wahlausgang in D). Nun müssen wir möglichst schnell durch das Tal der Tränen, bis es dann hoffentlich wieder aufwärts geht. Dass es dann wieder aufwärts geht, bedarf es der kontinuierlichen Partizipation der Bürger. Ich jedenfalls bin – aus Überzeugung – dabei.

Abtreibung ist das größte Übel der Zeit, warum ich immer wieder darauf hinweise. Viele Dinge würden ganz anders laufen, würde man die Würde der Ungeborenen, – Alte, Kranke und Behinderte mit eingeschlossen -, hierzulande nicht mit Füßen treten. Die unkontrollierte, auf der Globalisierungspolitik der BuReg beruhende Massenzuwanderung, die unser Land seit ein paar Jahren erfährt und auf den Kopf stellt,  hätte nicht stattgefunden, hätten wir, – und ich sage bewusst „wir“ als Teil des Volkes – , unsere Kleinen nicht millionenfach abgetrieben. Über die grausame Prozedur einer Abtreibung möchte ich an dieser Stelle nicht schreiben, aber bitte informieren Sie sich selbst.

Um Abtreibung aus den Köpfen der Menschen zu vertreiben, bedarf es einer guten und konsequenten Familienpolitik, an der insbesondere die Kirchen Interesse haben dürften. Die Bereitschaft, diese „gute und konsequente“ Familienpolitik zu liefern, sehe ich heute weder bei der CDU/CSU noch bei der SPD, von den Grünen und der FDP ganz zu schweigen. Es dürfte kein Zufall sein, dass die dt. Regierung gerade Ungarn für seinen beispiellosen Alleingang zum Schutz der eigenen Bevölkerung und Familien diskreditiert, diffamiert und ausgrenzt, weil diese Politik nicht in ihr EU-Konzept passt. Bitte lesen Sie die „Bürgerzeitung“, die ich Ihnen zum Abo sehr empfehle und die die nicht für jeden ersichtlichen Zusammenhänge näher erläutert. Wir Bürger müssen mehr reden und uns austauschen, und uns den unbequemen Themen offen stellen. Wenn wir es nicht tun, dann kommt auch nichts von der Politik, die sich ganz offensichtlich auf einem gefährlichen, ja tödlichen Irrweg befindet. Immer mehr Länder in Europa setzen auf die Institution Familie, die für Menschenwürde und christliche Moral, nationale Identität und gesellschaftlichen Zusammenhalt, Stabilität, Gerechtigkeit und Rückzugs-/Austauschsort steht.

Bitte unterschreiben Sie diese Petition und leisten Sie so einen kleinen, doch wichtigen persönlichen Beitrag. Das Ergebnis der Wahlen zeigt, dass wir etwas bewegen können. Es mag dauern, aber es dauerte ja auch viele Jahre, bis es zur heutigen Unordnung kam. So kann es jedenfalls nicht weitergehen, ob Abtreibung oder Klima, die zunehmend ungleiche Verteilung des Wohlstands oder sonstwas. Je früher wir aktiv werden, umso milder die Konsequenzen.

Bleiben wir hoffnungsvoll und aktiv im christlichen „Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe“.

Klaus Hildebrandt
(Rheinland-Pfalz)

 

Mittwoch, den 29. September 2021

Die Wahl ist vorbei – was jetzt?

Lieber Herr Hildebrandt,

Erleichterung war die vorherrschende Gefühlsregung, die sich bei mir einstellte, als am vergangenen Sonntag die ersten Prognosen über die Bildschirme flimmerten. Mit dem Scheitern von „Rot-Grün-Rot“ ist die größtmögliche Katastrophe für Frauen und Familien im Schwangerschaftskonflikt und für die ungeborenen Kinder in Deutschland erstmal ausgeblieben.

Drei Tage nach der Wahl macht sich vor allem anderen Ernüchterung breit. Wir müssen zur Kenntnis nehmen, dass mit SPD, Grünen und FDP nur solche Parteien einen Stimmenzuwachs verzeichnen konnten, die sich – in unterschiedlichem Ausmaß – für eine „Liberalisierung“ in Sachen Abtreibung einsetzen.

Die tödliche Schweigespirale

Und wieder ist ein Wahlkampf zu Ende gegangen, bei dem die jährlich rund 100.000 Abtreibungen in Deutschland praktisch keine Rolle spielten. Ich kann und will es einfach nicht begreifen!

Wie kann man über soziale Gerechtigkeit in Deutschland sprechen, ohne ein Wort über die vielen hunderttausend Frauen im Schwangerschaftskonflikt zu verlieren, die in der letzten Legislaturperiode so allein und so verzweifelt waren, dass sie keine Alternative zu einer Abtreibung für sich sahen?

Wie können Politiker vom Klimawandel und der Sorge für die künftigen Generationen sprechen, wenn sie gleichzeitig zusehen, wie 100.000 ungeborenen Kindern, deren Herzen schon geschlagen haben, Jahr für Jahr das Leben verwehrt wird?

Wie kann man über den demographischen Wandel und die Gefahren für unser Rentensystem oder über den Mangel an Fachkräften sprechen, ohne zu erwähnen, dass diese Probleme gar nicht existierten, wenn in den vergangenen Jahrzehnten nicht Millionen Kinder in unserem Land abgetrieben worden wären?

Diese Schizophrenie ist mit gesundem Menschenverstand nicht zu erklären, und ich will es erst gar nicht versuchen. Es ist und bleibt im letzten ein Geheimnis – ein Mysterium iniquitatis.

Das Phänomen Massenabtreibung

Meiner Ansicht nach haben wir es bei dem Phänomen der Massenabtreibung mit dem größten und zentralsten Problem unserer Zeit zu tun. Und bei offiziell rund 6 Millionen Abtreibungen in den vergangen fünf Jahrzehnten – nur in Deutschland – muss von Massenabtreibung gesprochen werden.

Klar ist: Solange dieses Problem totgeschwiegen wird, solange werden Schwangere in Not und ihre Familien im Stich gelassen und solange wird auch die Politik tatenlos dabei zusehen, wie unzählige ungeborene Kinder ihr Leben verlieren werden.

Die 1000plus-Petition „KEINE Abtreibung bis zur Geburt“ hat auch das Ziel, diese tödliche Schweigespirale zu durchbrechen.

Ampel oder Jamaika?

Nun stehen „Sondierungsgespräche“ und Koalitionsverhandlungen an. Sollte die Mehrheit der politischen Beobachter und Kommentatoren Recht behalten, geht es wohl um die Entscheidung zwischen einer Koalition aus SPD, Grünen und FDP oder aus CDU/CSU, Grünen und FDP.

Vergleicht man das konkrete politische Agieren von SPD und CDU/CSU in den vergangenen Jahren, wird es in Sachen Abtreibung einen fundamentalen Unterschied machen, ob wir es mit einer SPD- oder einer CDU/CSU-geführten Regierung zu tun bekommen.

Und auch für die ganz konkrete Beratung und Hilfe für Schwangere in Not, die Pro Femina dank IHRER UNTERSTÜTZUNG Tag für Tag leistet, wird es einen eklatanten Unterschied zwischen „Ampel“ und „Jamaika“ geben.

Wir haben nicht vergessen, dass ein Landesparteitag der Berliner SPD einstimmig beschlossen hat, unser dortiges Beratungszentrum zu verbieten und zwangszuschließen.1 Und wir haben nicht vergessen, dass sich Teile der SPD die Sprache jener Linksextremisten zu eigen gemacht haben, die auf bisher zwei unserer Beratungszentren Sabotage-Anschläge verübt haben.2 3

100.000 Geborene für 100.000 ungeborene Kinder

Vor diesem Hintergrund haben wir entschieden, die 1000plus-Petition „KEINE Abtreibung bis zur Geburt“ bis zum Abschluss der Koalitionsverhandlungen fortzuführen und noch einmal alles zu versuchen, um die Streichung der §§ 218 und 219 StGB zu verhindern.

Lassen Sie uns gemeinsam noch einmal alles dafür tun, damit die Leben von über 100.000 Schwangeren in Not und ihrer ungeborenen Kinder nicht zur „Verhandlungsmasse“ in den bevorstehenden Koalitionsverhandlungen werden.

Lassen Sie uns gemeinsam noch einmal alles dafür tun, um 100.000 Menschen zu finden, die diese Petition unterzeichnen und damit für diese Schwächsten inmitten unserer Gesellschaft einstehen.

Diese E-Mail geht heute an über 37.000 Empfänger. Stellen Sie sich vor, wenn es einem jeden von uns gelänge, zwei neue Unterzeichner dieser Petition zu finden! Dann wären wir 100.000 Stimmen, die sich gegen das schreiende Unrecht der Abtreibung erheben!

Wäre das nicht ein machtvolles Zeichen gegen die tödliche Schweigespirale und für das Leben?

Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für alles, was Sie schon bis jetzt für Schwangere in Not und diese Kleinen getan haben, die uns so unendlich am Herzen liegen!

Ihr
Kristijan Aufiero
Vorsitzender des Vorstands

PETITION UNTERSCHREIBEN

Fußnoten

1 https://www.1000plus.net/news/zweiter-anschlag-auf-pro-femina-berlin
2 https://www.1000plus.net/news/anschlag-auf-unser-beratungszentrum-berlin
3 https://www.1000plus.net/news/farb-anschlag-auf-pro-femina-munchen

Träger des Projekts 1000plus ist Pro Femina e.V.
kontakt@1000plus.net | Telefon: 089-54041050
Anschrift: Widenmayerstraße 16 | 80538 München

Spendenkonto Deutschland: IBAN DE47 7002 0500 0008 8514 00 | BIC BFSWDE33MUE
Spendenkonto Schweiz: IBAN CH62 0077 0253 1646 82001 | BIC BKBBCHBBXXX
Spendenkonto Österreich: IBAN AT71 1500 0001 2161 9761 | BIC OBKLAT2L

Online-Spendenformular

Information, Beratung & Hilfe für Schwangere:
Deutschlandweit: http://www.profemina.org | info@profemina.orgKostenloseBeratungshotline: D: 08000 606767 | A/CH: 00 8000 60 67 670

Petition

Erstveröffentlichung: Conservo