Pandemieausgaben sorgen für zweithöchstes Staatsdefizit seit der Wiedervereinigung

Die Wirtschaft erholt sich laut Angaben des Statistischen Bundesamts trotz andauernder Pandemie und Lieferengpässen. Auch das Bruttoinlandsprodukt sei  um 2,7% gestiegen. Einer der Gründe dafür liegt wohl in den hohen Staatsausgaben. Die Überschrift der amtlichen Pressemitteilung

Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2021 um 2,7% gestiegen – Deutsche Wirtschaft erholt sich trotz andauernder Pandemie und Lieferengpässen

Quelle: Bundesamt für Statistik

erweist sich als Etikettenschwindel.

Die wahre der Kern des Wirtschaftswundermärchens findet sich weiter im Text:

Die Konsumausgaben des Staates waren auch im Jahr 2021 eine Wachstumsstütze der deutschen Wirtschaft. Sie stiegen trotz des bereits hohen Vorjahresniveaus im zweiten Jahr der Corona-Pandemie preisbereinigt um weitere 3,4 %. Der Staat gab vor allem mehr Geld aus, um die im Frühjahr 2021 flächendeckend eingeführten kostenlosen Antigen-Schnelltests und die Corona-Impfstoffe zu beschaffen sowie Test- und Impfzentren zu betreiben.

Und es kommt noch dicker – 153,9 Milliarden Defizit

Die staatlichen Haushalte beendeten das Jahr 2021 nach vorläufigen Berechnungen mit einem Finanzierungsdefizit von 153,9 Milliarden Euro. Das war noch etwas mehr als im Jahr 2020 mit 145,2 Milliarden Euro und das zweithöchste Defizit seit der deutschen Vereinigung. Das Defizit des Bundes stieg beträchtlich und war im Jahr 2021 mit 155,3 Milliarden Euro sogar noch etwas höher als das Defizit des Staates insgesamt. Dagegen waren die Finanzierungssalden der Länder (-1,6 Milliarden Euro) und der Sozialversicherungen (-0,1 Milliarden Euro) nur leicht im Minus. Die Gemeinden schlossen das Haushaltsjahr sogar mit einem kleinen Überschuss von 3,1 Milliarden Euro ab. Gemessen am nominalen BIP errechnet sich für den Staat im Jahr 2021 eine Defizitquote von 4,3 %.

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