Ordnungsruf für die Wahrheit

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Jahr für Jahr berichten wir hier über die traurige Abtreibungsstatistik in Deutschland. Seit der Gründung von Opposition 24 im Jahr 2013 sind rund 1.2 Millionen Ungeborene ums Leben gekommen. Die Parteien – mit Ausnahme einer Minderheit in der Union und der AfD – streben weitere Lockerungen an – angeblich um die Selbstbestimmung der Frauen zu fördern.

Hier kommt eine selbstbestimmte Frau zu Wort. Die AfD-Politikerin Vanessa Behrendt bringt es schonungslos im niedersächsischen Landtag auf den Punkt und kassiert dafür gleich einen Ordnungsruf.

Transkript

Sehr geehrte FrauPräsidentin, liebe Überlebende, ich stelle fest, keiner von Ihnen wurde abgetrieben, Sie alle wurden geboren.

CDU-Landtagspräsidentin Barbara Otte-Kinast

Entschuldigen Sie bitte, Frau Kollegin Behrendt, das, was Sie gerade gesagt haben, sollten Sie nochmal überdenken oder Sie nehmen es zurück in Ihrem Redebeitrag. Überlebende geht so gar nicht.

Vanessa Behrendt

Dann liebe Menschen, die nicht abgetrieben wurden, denn Sie alle wurden geboren, nicht von einer gebärenden Person, nicht von einem Menschen mit Bonusloch, nicht von einem älter 1 oder älter 2, sondern von einer Frau, von Ihrer Mutter. Sie wurden auch nicht als irgendwas geboren, sondern als Mensch, als Mensch mit Rechten. Dazu gratuliere ich Ihnen ganz herzlich, denn dieses Glück hat nicht jeder.Wir alle sind die Überlebenden eines Systems, das weit über 100.000 Mitmenschen im Jahr das fundamentalste Recht verweigert, das Recht auf Leben. Eine Zweiklassengesellschaft der Geborenen auf der einen und der Ungeborenen auf der anderen Seite. Eine Gesellschaft, die tötet.Nicht, weil sie es darf, sondern weil sie es kann. Weil Sie hier, SPD und Grüne, sich darauf geeinigt haben, dass es okay ist, Babys zu töten. Und das können Sie auch nicht wegdiskutieren, egal wie viel rhetorische Watte Sie um Ihre Anträge herumwickeln.Was ist denn ein Schwangerschaftsabbruch? Ein Eingriff, der dann als erfolgreich bezeichnet wird, wenn das Leben des Kindes beendet wird. Mein Körper, meine Entscheidung, sagen Sie.Ich sage, die Freiheit der Geborenen endet da, wo die Freiheit der Ungeborenen anfängt. Es gibt keinen qualitativen Unterschied zwischen Geborenen und Ungeborenen. Es sind alles Menschen.In Ihrem politischen Vorfeld nennt man ungeborene Babys gern Zellhaufen. Dasselbe könnte ich über Sie sagen. Sie wären Zellhaufen in Anzügen.Jeder Mensch beginnt das Leben mit exakt zwei Zellen. Eine Zelle von seiner Mutter, eine von seinem Vater. Bis ein Mensch erwachsen ist, werden es etwa 37 Billionen Zellen.Und nun macht Sie das besser. Ich habe nicht gesagt Zellhaufen im Anzug. Wir bestehen alle aus Zellen.

CDU-Landtagspräsidentin Barbara Otte-Kinast

Nein, da muss ich Sie korrigieren. Hallo, ich muss Sie korrigieren. Frau Behren, bitte.Wir reden zu einem ernsthaften Antrag und Zellhaufen im Anzug geht so gar nicht. Dafür erteile ich Ihnen jetzt einen Ordnungsruf. Okay.

Vanessa Behrendt

Gut. In Ihrem Antrag Drucksache 19 5324 fordern Sie auf Seite 3 unter Punkt 1 das Töten von ungeborenen Menschen zu legalisieren. Sie beklagen, dass Abtreibungen gesellschaftlich nach wie vor stigmatisiert sind.Ich sage, die gesellschaftliche Stigmatisierung von Abtreibungen ist gut, weil sie Menschen gerade in schwierigen Lebensphasen daran erinnert, was richtig und was falsch ist. Ihre Argumentation ist völlig paradox. Sie maßen der Gesellschaft der Geborenen einerseits an, über das Leben der Ungeborenen zu entscheiden.Andererseits aber wollen Sie dieser Gesellschaft nicht zumuten, Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen. Sie sagen, Abtreibungen müssen legal und sogar erleichtert werden. Ärzte sollen gezwungen werden, Abtreibungen vorzunehmen.Sogar Hausärzte sollen Abtreibungen durchführen dürfen. Und warum? Weil nicht jedes Kind geplant ist.Ach nein? Zur Erinnerung, Kinder entstehen durch Geschlechtsverkehr und keine Verhütungsmethode ist zu 100 Prozent sicher. Das weiß jeder.Die logische Konsequenz ist, wenn Sie kein Kind wollen, dann haben Sie keinen Geschlechtsverkehr. Wer Kuchen isst, kann dick werden. Wer Geschlechtsverkehr hat, auch mit Verhütung geht das Risiko ein, dass dabei ein Kind entstehen könnte.Eine Handlung, für die man selbst die Verantwortung zu tragen hat und nicht das ungeborene Kind. Und weil Sie das gern völlig verzerrt darstellen, sei erwähnt, von den über 100.000 Abtreibungen im Jahr haben 35 eine kriminologische Indikation. Nein, wir brauchen nicht mehr Abtreibungen.Wir brauchen mehr Respekt und Hilfe für Eltern, die ein ungeplantes Baby nicht zu einem Ungewollten machen. Ihren Antrag lehnen wir daher selbstverständlich und mit Nachdruck ab.Und wenn ich mir diese persönliche Bemerkung erlauben darf, Sie sollten sich schämen.Vielen Dank. Herzlichen Dank.


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10 Antworten zu „Ordnungsruf für die Wahrheit“

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