Netter Empfang

So kennt man die Hauptstadt. An allen Kanten und Ecken prangert die Charmanz der Narren und Gecken. Es war nicht einfach überhaupt nach Berlin zu gelangen. Ausnahmsweise reiste ich seit Jahren zum ersten mal wieder mit der deutschen Bahn und habe es gleich wieder bereut. 85 Minuten Verspätung brachten meinen Zeitplan ganz schön durcheinander, am Ende war ich doch noch pünktlich.

Geladen hatte dieses Mal die Führungsspitze AfD. Statt „Alternativer Medienempfang“ wäre es treffender, von oppositionellen Journalisten zu sprechen, wir verkünden schließlich keine alternativen Wahrheiten, sondern machen unseren Job.

Vertreten war alles, was Rang und Namen hat, von Apollo News bis Opposition 24 und etliche MdBs. Kein Programm, ein reines Vernetzungstreffen im Sinne von Professionalisierung. Ich bin kein Selfiejäger, heimlicher Schnappschütze oder Klatschreporter und gebe hier nur einige der gesammelten Eindrücke wieder.

Tenor früherer Treffen war meist kaum mehr als ein feuchter Händedruck aus der zweiten Reihe, zu Meuthen-Zeiten gar ein „Danke, aber wir müssen vor allem in die Talkshows, wo man die breite Masse erreicht…“

Hier hat nun ein Umdenken stattgefunden. Mit Blick nach Österreich, von wo auch einige Kollegen angereist waren, könnte man noch ein Schippchen drauflegen. Dort herrschen andere Verhältnisse, nicht zuletzt deshalb, weil die Freiheitlichen ein professionelleres Verständnis von erfolgreicher Medienarbeit haben. Bis dahin ist es in Deutschland noch ein weiterer Weg, der gestrige Empfang ein nur erster Schritt die richtige Richtung.

Bis zum Herbst, so mein Eindruck, herrscht Frieden zwischen allen Lagern. Der Wahlkampf in drei Bundesländern und seine Ergebnisse werden bestimmend für das Schicksal der Führungsspitze. Will man auch auf Bundesebene mit-regieren, gibt es 2025 keine reelle Chance dazu, Berlin ist nicht Thüringen, nicht Sachsen. Wer sich aber gleich schon geschlagen gibt, braucht gar nicht erst anzutreten, es sei denn die Börse ist wie beim Boxen auch für den Verlierer hoch genug. Das muss an dieser Stelle genügen.

Rückreise. Nur zehn Minuten Verspätung, wenn es dabei bleibt, kriege ich meinen Anschlusszug nach Hause. Neben mir sitzt eine Soldatin, deren reservierter Platz aus Kotzgründen nicht benutzbar ist.

Foto: O24

Während ich in Frankfurt aussteigen darf, muss die Kotze wohl noch bis München aushalten, wo sie möglicherweise von ein paar Fachkräften liquidiert wird.

Eben trudelt die Bestätigungsmail meiner Schadensmeldung wegen der gestrigen Verspätung ein.



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Na bitte, aber noch bin ich nicht zuhause. Wer weiß, welche „Personen“ heute im Gleisbereich campieren …

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