Plagiator Voigt / via Youtube

Misstrauensvotum in Thüringen: Die Brandmauer bekommt erste Risse

Am 4. Februar 2026 ist der AfD-Vorstoß im Thüringer Landtag gescheitert – aber mit einem kleinen, doch sehr aussagekräftigen Schönheitsfehler für die Regierungsfraktionen. Die AfD-Fraktion (32 Mandate) brachte ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) ein und schlug ihren Fraktionschef Björn Höcke als Nachfolger vor. Für einen Erfolg wären mindestens 45 Ja-Stimmen nötig gewesen (absolute Mehrheit der 88 Abgeordneten).

Das Ergebnis der geheimen Abstimmung: 33 Ja-Stimmen für Höcke, 51 Nein, 1 Enthaltung.Voigt bleibt im Amt – doch die eine Stimme über den AfD-Block hinaus ist das eigentliche Politikum des Tages.

Mindestens ein Abgeordneter aus CDU, BSW, SPD oder Linken hat heimlich für Höcke gestimmt. Die sogenannte Brandmauer hat in der geheimen Wahl offenbar den ersten kleinen Riss bekommen.Anlass des Manövers war die frische Aberkennung von Voigts Doktortitel durch die TU Chemnitz wegen Plagiatsvorwürfen.

Die AfD nutzte die Schwächephase des CDU-Regierungschefs, um die Regierungskoalition (CDU + BSW + SPD) öffentlich unter Druck zu setzen und interne Unzufriedenheit sichtbar zu machen.

Während die etablierten Parteien von „erfolgreicher Abwehr“ sprechen, zeigt das Ergebnis: Die Einheitsfront gegen die AfD ist nicht mehr ganz so eisern, wie sie nach außen dargestellt wird. Eine Stimme reicht zwar nicht, um Voigt zu stürzen – aber sie reicht, um Zweifel zu säen. Die Frage bleibt: Wer war der Abweichler – und wie viele folgen beim nächsten Mal?

Kommentare

3 Antworten zu „Misstrauensvotum in Thüringen: Die Brandmauer bekommt erste Risse“

  1. Avatar von Ralf.Michael
    Ralf.Michael

    Für Mario Voigt als Möchtegern-MP ist das Spiel vorbei, Er weiss es aber immer noch nicht … :o((

  2. Avatar von Stratego
    Stratego

    Der AfD war doch von vorneherein klar, dass das Misstrauensvotum nicht erfolgreich sein würde. Sie wollte damit etwas ganz anderes öffentlich machen, nämlich die Verkommenheit der Regierungsparteien in Thüringen, allen voran der CDU. Voigt ist da nur die Projektionsfläche, steht aber stellvertretend auch für die entsprechenden Charaktere in der Bundes-CDU wie Merz oder Weimer. Alle rücktrittsreif, sogar mehr als das.

  3. Avatar von von Kauf
    von Kauf

    Es geht hier nicht nur um Mario Voigt. Wenn er zurücktritt, nimmt er viele Abgeordnete usw. mit in die Ungewißheit, denn ein neuer Landtag wird anders aussehen. Er selbst muß sich beruflich vollkommen neu orientieren, wofür er die Zeit weiterhin im Amt nutzt und Einkommen bezieht. Thüringen ist da vollkommen egal. In der Partei ist er weg vom Fenster, als Professor auch. Die freie Wirtschaft wird ihn nicht nehmen. Er kann es noch bei NGOs versuchen, oder eben arbeitslos werden.

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