Madame Buchela war eine der bekanntesten Wahrsagerinnen Nachkriegsdeutschlands („Pythia vom Rhein“, „Seherin von Bonn“). Sie hatte bereits in den 1950er-Jahren Berühmtheit erlangt, weil sie u. a. Soraya Esfandiari (spätere zweite Frau des Schahs) die Heirat mit „einem Mann mit Krone“ vorausgesagt hatte – was 1951 tatsächlich eintraf.
Dieser Text stammt aus dem Buch „Ich aber sage euch – Das Vermächtnis der großen Seherin“ von Madame Buchela (bürgerlich Margarethe Goussanthier, 1899–1986), das 1983 erschienen ist (vermutlich mit Unterstützung eines Ghostwriters).
Ich aber sage und sehe:
es wird noch viel Blut fließen, viel Blut in diesem Land. Das Blut der vergangenen Tage wird sich gegen den Strom des kommenden wie ein Rinnsal ausnehmen. Von Jahr zu Jahr werden sie mehr Blut vergießen, aber nicht mehr laut und auf dem Block. Die Gebeine der Unbequemen werden die Macht erhalten. Aber das Volk im Norden wird sich gegen sie erheben und die Macht derer anfechten, die im Namen eines Gottes sprechen. Bruder wird gegen Bruder streiten, Vater gegen Sohn mit Waffen; nicht die Bande des Blutes, sondern nur das vergossene wird zählen. Sie werden aufeinander losgehen wie tollwütige Hunde. Sie werden lachen, fröhlich sein und triumphieren, wenn sie einen anderen getötet und das Blut weggenommen haben. Es wird lange dauern, und sie werden sich in zwei Länder mit zwei Häuptern spalten.
Als Rettung wird ihnen das Fleisch des Verstoßenen erscheinen, und sie werden ihn geleiten in allen Ehren, dass er über ihnen ihren Streit ende und sie wieder ein Volk seien. Er wird ihrem Rufe folgen und kommen. Aber er wird kein eigenständiger Herrscher sein, der dem Land seinen Willen und den Frieden aufzwingt. Er ist weich. Er wird so gütig und lieb sein, dass sie ihn alle mögen, aber er wird kein Rückgrat haben, all seinen Feinden die Stirn zu bieten, er wird sich nicht durchsetzen.
Seine Mutter wird diese Tage noch erleben, eine Frau, die all ihre Freude und Freunde verstecken muß, um das Andenken an den Verjagten zu erhalten. Sie muß ein Denkmal bleiben und muß die Maske tragen und alles das hintanstellen, was sie als Frau berührt. Ihr Menschsein wird immer die Seitentüre benutzen müssen, um nicht das Andenken durch menschliche Gelüste zu besudeln – auch dann noch, wenn der weiche Sohn des harten Vaters dessen Platz eingenommen hat. Er wird der König sein, aber nicht der Herrscher des Volkes. Er wird ob seiner Schwächen verjagt werden. Ein anderer wird sich zu der Majestät aufschwingen. Nicht nur Hunderttausende, Millionen werden bis dahin blutig zu Tode gekommen sein.
Laßt mich nicht einhalten! Ich muß weitersagen, was ich sehe!
Das Schlachten wird nicht in den Grenzen dieses Landes bleiben. Innerhalb eines Jahrzehnts werden um den Zaun herum Tausende und aber Tausende die Gewalt erleiden. Zwei Fürsten werden fallen, und Gesetzlosigkeit wird in ihrem Reich herrschen. Jene Länder werden für lange Zeit der Pfahl im Fleische des Friedens sein. Der Kleine wird mit Macht die Großen überwältigen wollen und so die Unruhe schüren. Über diesen Streit werden sich das Land mit der größten Erde und das Reich mit den meisten Seelen auf der Welt abermals verbrüdern. Es geht Gefahr von dieser Bruderschaft aus, aber die leeren Kammern beider Brüder werden ihr Trachten nach Herrschaft bändigen und euch zu Atem verhelfen.
Die entscheidende Verbindung entstand jedoch nach dem Sturz des Schahs:
- Am 16. Januar 1979 floh Mohammad Reza Pahlavi nach monatelangen Massenprotesten und der Islamischen Revolution (angeführt von Ajatollah Khomeini) ins Exil. Er starb bereits am 27. Juli 1980 in Ägypten an Krebs.
- In dieser Phase der tiefen Krise und Unsicherheit (Exil, Verlust der Macht, Zerfall der Dynastie) soll ein Botschafter oder enger Vertrauter des Schahs (bzw. der Familie) Buchela in Deutschland aufgesucht haben. Das war nach dem Exil des Schahs, also 1979 oder Anfang 1980.
- Buchela sah in dieser Vision die Zukunft der gestürzten Pahlavi-Dynastie
Wer ist wer in der Prophezeiung? (Buchela-Originaldeutung aus dem Kontext von 1983)
| Bild / Formulierung im Text | Reale historische Person / Ereignis (Stand 1979–1983) | Erläuterung |
|---|---|---|
| „der Verjagte / Verstoßene / harte Vater“ | Mohammad Reza Pahlavi, der Schah selbst | Der „harte“, autoritäre Herrscher, der durch Revolution verjagt wurde und im Exil starb. |
| „weicher Sohn des harten Vaters“ | Reza Pahlavi (geb. 1960), ältester Sohn des Schahs und designierter Kronprinz | Der damals 19–23-jährige Thronfolger, der als gebildet, westlich orientiert und „weich/gütig“ galt – im Gegensatz zum strengen Vater. Er lebte bereits im Exil (USA u. a.). |
| „Seine Mutter“ + Denkmal + Maske tragen + Seitentüre + Andenken erhalten | Farah Diba-Pahlavi (geb. 1938), die letzte Kaiserin/Shahbanu | Die elegante, gebildete, moderne Frau des Schahs, die nach 1979 im Exil das Andenken an die Monarchie und ihren Mann pflegen musste – unter Verzicht auf eigenes Privatleben („Maske tragen“, „menschliche Gelüste hintanstellen“). Sie wurde zur „lebenden Ikone“ der Exil-Monarchisten. |
| „Volk im Norden“ | Das persische/iranische Volk nördlich des Golfs (oder symbolisch der Norden als Gegensatz zum schiitischen Klerus) | Im Kontext: das Volk, das sich gegen die neuen Machthaber (Khomeini & Klerus = „im Namen eines Gottes sprechen“) erheben wird. |
| „zwei Länder mit zwei Häuptern“ | Mögliche Spaltung Irans oder chaotische Nachfolgekämpfe | Buchela sah Bürgerkrieg, Bruder gegen Bruder, Millionen Tote – und eine spätere Spaltung (was 1983 noch Zukunftsmusik war). |
| „Fleisch des Verstoßenen“ als Rettung | Der leibliche Sohn (Reza Pahlavi), den das Volk irgendwann zurückruft | Als Kompromiss-Figur, der aber zu schwach ist, um wirklich durchzugreifen → wird verjagt, ein anderer (härterer Führer) übernimmt. |
Zeitlicher Kontext und Intention (1983)
Das Buch erschien vier Jahre nach der Revolution (1979), als das Schicksal der Pahlavi-Familie noch hochaktuell war:
- Der Schah war gerade gestorben.
- Khomeini herrschte mit harter Hand.
- Der Iran-Irak-Krieg (1980–1988) begann und forderte Hunderttausende bis Millionen Tote – was perfekt zu den Bildern von „Blut fließen“, „Bruder gegen Bruder“ und „Millionen blutig zu Tode“ passt.
- Viele Exil-Iraner hofften damals noch auf eine Rückkehr der Monarchie oder zumindest auf einen Regimewechsel.
Buchela „prophezeite“ also eine sehr düstere, langfristige Zukunft für Iran: Bürgerkrieg, Spaltung, Millionen Tote, ein schwacher Thronfolger (Reza Pahlavi), der scheitert, und erst viel später vielleicht eine neue Ordnung – wobei das gefährliche Bündnis „Land mit größter Erde“ (Sowjetunion/Russland?) + „Reich mit meisten Seelen“ (China?) eine Rolle spielt.
Heute (Stand 2026) wirkt vieles prophetisch-unheimlich (Kriegstote, anhaltende Unterdrückung der Frau, Exil-Opposition um Reza Pahlavi), aber vieles hat sich auch anders entwickelt (kein offener Zerfall in zwei Länder, aber Reza Pahlavi arbeitet schon lange aus dem Exil heraus an seiner Rückkehr, um den politischen Übergang zu gestalten. Die Rufe nach ihm sind in den letzten Tagen immer lauter geworden und bald könnte dieser Teil der Prophezeiung tatsächlich eintreffen.


Kommentare
2 Antworten zu „Madame Buchela prophezeite die Rückkehr des Schah-Sohns“
„Jemand“ bewaffnet „Demonstranten“ im Iran
https://tkp.at/2026/01/10/jemand-bewaffnet-demonstranten-im-iran/
„[…] Was passiert ist zu offensichtlich, um es zu übersehen. Wie in Syrien, wie auf dem Maidan in der Ukraine, wie in Libyen und vielen anderen Konflikten werden Agents Provocateur eingeschleust, die sowohl auf Demonstranten als auch Sicherheitskräfte schießen, Fahrzeuge und Gebäude in Brand setzen, und so eine noch härtere Antwort der jeweiligen Regierung erzwingen, die dann zu internationalem Eingreifen führen soll.“
Jo, riecht schwer danach…
Ist doch egal, wer den Leuten Waffen gibt, endlich können sie sich richtig wehren gegen die Islampolizei. Wer schreibt dn solche Kacke bei tkp, ach der Islamfan Mitschka, wird der von Mullahs bezahlt?