Am frühen Sonntagmorgen starb ein 17-jähriger „Schweizer kongolesischer Herkunft“ namens Marvin bei einem Unfall. Er fuhr einen gestohlenen Roller und versuchte, einer Polizeipatrouille zu entkommen, die ihn mit Blaulicht und über 100 Meter Abstand verfolgte. Bei der Flucht prallte er gegen eine Mauer und erlag seinen Verletzungen. Dieser Vorfall, der zweite seiner Art nach einem tödlichen Unfall einer 14-Jährigen im Juni, löste sofort Spannungen aus, da Gerüchte über Polizeigewalt in sozialen Medien und WhatsApp-Chats die Runde machten. Dass der Jugendliche zuvor mit dem gestohlenen Roller für Gangster-Rap Videos in verschiedenen sozialen Netzwerken posiert hatte, davon ist natürlich kaum eine Rede.
Am Sonntagabend eskalierte die Situation im Lausanner Quartier Prélaz. Etwa 100 Jugendliche, darunter mutmaßlich Migranten und linksextreme Gewalttäter, versammelten sich, zündeten Müllcontainer an, beschädigten einen Bus und warfen Feuerwerkskörper auf die Polizei. Die Sicherheitskräfte waren mit der Aggressivität der Randalierer konfrontiert, die sich durch die Gerüchte über Polizeigewalt aufgestachelt fühlten. Ein Jugendlicher äußerte gegenüber Radio SRF den Wunsch nach „Wahrheit“ und kündigte an, weiter auf die Straße zu gehen. Die Polizei setzte Tränengas ein, um die Menge zu zerstreuen, doch die Spannungen ließen nicht nach. Die Stadtverwaltung rief zur Ruhe auf, konnte die Lage jedoch nicht sofort beruhigen, während die Feuerwehr unter Polizeischutz Brände bekämpfte.
Am Montagabend flammten die Krawalle erneut auf, diesmal in den Quartieren Prélaz und Boveresses/Praz-Séchaud. Zwischen 150 und 200 Vermummte errichteten brennende Barrikaden, warfen Molotowcocktails, Steine und pyrotechnische Gegenstände auf die Einsatzkräfte. Die Polizei setzte Wasserwerfer, 54 Tränengasgranaten und vier Gummischrot-Schüsse ein, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. Sieben Personen wurden festgenommen. Die Lausanner Verkehrsbetriebe kündigten Strafanzeigen wegen Sachbeschädigung an, nachdem ein Bus beschädigt wurde.
Erst nach Mitternacht kehrte Ruhe ein. Die Krawalle, angeheizt durch organisierte Aggression und eine Mischung aus Frust, Gerüchten und möglicherweise linksextremer Agitation, zeigen: Lausanne steht vor tiefgreifenden Problemen. Die Frage bleibt, ob die Politik die Ursachen – von gescheiterter Integration bis zu eskalierender Gewaltbereitschaft – endlich anpackt. Besonders perfide ist wiederum der Versuch der Presse, einen harmlosen „patriotischen Gegenprotest“ als „Hass-Demonstration“ darzustellen, dabei waren es die üblichen Verdächtigen, die die Anwohner in Angst und Schrecken versetzten und nun wiederum „volle Solidarität“ fordern.

