Kritik am ISLAM – die aktuelle Erfahrung der Christen in einem islamischen Land – Teil 2

von Dr. Udo Hildenbrand.

„Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen. … Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden.“ (Karl Popper)

Aktuelle Erfahrung der Christen in einem islamischen Land

Aus Pakistan, dessen Bevölkerung fast 97-prozentig muslimisch ist, berichtet ein katholischer Bischof, dass seine Diözese durch die Flutkatastrophe im vergangenen Sommer in weiten Teilen zerstört und die meisten Menschen obdachlos seien. Die Christen würden oft von muslimischer Seite von Hilfeleistungen mit der Begründung ausgeschlossen, sie seien kein Teil der pakistanischen Gesellschaft.[1] An anderer Stelle wird berichtet: „Seit der Einführung des Blasphemiegesetzes ab 1985 ist jeglicher Zweifel an islamischen Glaubenssätzen sowie die Verteidigung der Dogmen anderer Religionen faktisch verboten und kann zumindest lange Haftstrafen nach sich ziehen.“[2]

Ein historisches Beispiel: Die Türkei als ursprünglich christliches Land

Ein anschauliches Beispiel von vielen für islamische Verdrängungsprozesse in der Geschichte ist die Türkei: Vor fast 2000 Jahren hat sich das Christentum im Gebiet der heutigen Türkei verbreitet. In den letzten neun Jahrhunderten hat sich das zuvor fast ausschließlich von Christen besiedelte Gebiet zu einem fast ausschließlich von Muslimen bewohnten Territorium gewandelt. So leben heute in der Türkei, einem einstmals 100-prozentigen christlich geprägten Land, nur noch 0,2% Christen.

Auf diesem Foto schrieb der amerikanische Botschafter Henry Morgenthau senior: „Szenen wie diese waren in den Frühlings- und Sommermonaten 1915 in den armenischen Provinzen der Türkei an der Tagesordnung. Tod in mehreren Formen—Massaker, Verhungern, Erschöpfung—vernichtete den Großteil der Flüchtlinge. Die türkische Politik war die einer Vernichtung unter dem Deckmantel der Deportation“

Die Pathologisierung und Kriminalisierung der Kritik

In dieses Bild der Intoleranz mit weitreichenden Folgen passt, dass islamischerseits auch aktuell erneut wieder versucht wird, unter den Stichworten „Hass und Hetze“ Kritik am Islam zu pathologisieren und zu kriminalisieren.

Informierte erkennen darin eine Parallele zu den diktatorischen Verhaltensweisen in der Sowjetunion und in der DDR, aber auch einen zusätzlichen Beweis für die Unvereinbarkeit dieser Religion mit der Demokratie. Diese Unvereinbarkeit wird auch dadurch bestätigt, dass kein einziger der derzeit 56 OIC-Staaten, in denen der Islam eine entscheidende Rolle spielt, als eine freiheitliche Demokratie bezeichnet werden kann.

Kritiker, die auf die unübersehbaren menschenrechtswidrigen Probleme wie etwa die der islamischen Gewalt in ihren unterschiedlichen Formen hinweisen, werden bei uns mit einer Palette von Schimpfworten wie „Nazi“, „Fundamentalist“, „Hetzer“, „Hassredner“ usw. diffamiert. Sie werden beschuldigt, einen „ausländerfeindlichen Rassismus“ zu pflegen bzw. „Antimuslimische Rassisten“ zu sein. Selbst Islamkritik von Muslimen und Exmuslimenist unerwünscht.[3] Sie werden denunziert, als Provokateure bezeichnet und ebenfalls in die Nazi-Ecke gestellt. Einige stehen unter Polizeischutz – mitten in Europa im 21. Jahrhundert.

Kritik-Verbot ist nichts anderes als Diktatur-Bejahung

Aus der Perspektive unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft sind Religions- und Weltanschauungsfreiheit elementare Menschenrechte. Das gilt gleicherweise auch für Religions- und Weltanschauungskritik. Denn wo Religions- und Weltanschauungsfreiheit gewährt wird, besteht immer auch das Recht auf entsprechende Kritik. Wo diese hingegen verwehrt wird, gibt es auch keine Religions- und Weltanschauungsfreiheit.

21 koptische Christen wurden im Februar (?) 2015 durch Kämpfer der Terrororganisation “Islamischer Staat” (IS) am Strand im Westen der libyischen Stadt Sirte enthauptet. Dieser Massenmord fand im Westen kaum Erwähnung. Verständlich. In Deutschland haben wir es nur mit herrenlosen LkWs zu tun, die in Menschenmengen fahren oder mit 16-jährigen Afghanen, die zu jung sind, zu verstehen, dass man 11-jährige Mädchen nicht vergewaltigen sollte. Foto: Bildschirmaufnahme des Enthauptungsvideos.

So bin ich der festen Überzeugung: Wer Islam-Kritik verbieten will, legt die Axt an die Wurzeln der Demokratie. Er will Islam-Diktatur. Uneingeschränkt gilt allerdings ebenso: Wer Kritik auch an irgendeiner anderen Religion oder Weltanschauung zu unterbinden sucht, will deren Diktatur. Denn Kritik-Verbot ist nichts anderes als Diktatur-Bejahung, wo und wann, bei wem und von wem auch immer.

Islamkritik ist übrigens keineswegs ein Gegenwartsphänomen. Sie existiert seit Beginn der Islamgeschichte. Dabei stimmt die historische Islamkritik in weiten Zügen mit jener unserer Tage überein.[4]

Ein heutiges Verbot der Islamkritik wäre jedenfalls nichts anderes als eine Unterwerfung unter den Islam und für die Muslime zugleich ein mehr als beachtlicher „Sieg über die Ungläubigen“ (Koransure 2,286). Denn das in islamisch dominierten Ländern unter Strafe bestehende Verbot, die Religion Mohammeds zu kritisieren, wäre dann auch in unserer freiheitlichen Demokratie endgültig angekommen mit allen damit verbundenen Negativfolgen.

In diesem Kontext sei noch erwähnt: Muslime nehmen für sich selbstverständlich in Anspruch, z. B. Christen und Juden mit zahlreichen abwertenden Äußerungen massiv zu kritisieren, während sie ungeniert Islamkritik unter Androhung strafrechtlicher Maßnahmen zu verhindern suchen.

Weitere kritikwürdige Problemfelder

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit sind hier noch einige Kritikpunkte über die bislang aufgezeigten hinaus zu erwähnen: Die koranlegitimierte Strategie der „taqiyya“, die Taktik des Verstellens, Täuschens und Lügens um des islamischen Glaubens willen – eine Taktik, die das Vertrauen unter den Menschen verunmöglicht oder zerstört.

Sodann: Die Kairoer Menschenrechtserklärung (1990) der 56 islamischen OIC-Staaten mit ihrem Scharia-Vorbehalt, die inhaltlich unvereinbar ist mit der universellen UN-Menschenrechtserklärung von 1948 [5]. Gleicherweise auch der ständige Versuch, die Scharia, die islamische Gesetzgebung, in unsere freiheitlich-demokratische Gesetzgebung einzufügen[6]. Dahinter steht der Plan, schrittweise die staatlich-politischen, gesellschaftlichen und rechtlichen Normen unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung zu durchdringen.

Befremdlich, abschreckend sind auch die islamischen Regulierungen und Vorschriften, die nicht nur das soziale, politisch-gesellschaftliche und religiös-kulturelle, sondern auch das persönlich-individuelle Leben der Muslime regeln bis in die intimsten menschlichen Bereiche hinein – nach Möglichkeit auch das Leben der Nichtmuslime.

Zu den schwerwiegenden Kritikpunkten zählen ferner: Die Tierschächtung sowie die hochproblematischen islamischen Traditionen der Beschneidungen, Kinderehen und Zwangsverheiratungen, ebenso der Homophobie, Polygamie sowie der sogenannten „Ehrenmorde“ und der auch heute noch relevanten Sklavenproblematik. Zu den unmenschlichsten Merkmalen des islamischen Strafrechts gehören die Androhung der Steinigung bei Ehebruch von Frauen sowie die Androhung der Todesstrafe bei Austritt aus dem Islam.

Die Lösung dieser verschiedenartigen Probleme, die in vielfältigen Kollisionen zu unserer freiheitlich-demokratischen Rechts- und Werteordnung stehen, liegt ausschließlich in der Verantwortung der religiösen Autoritäten des Islams.

FRAGE: Wie wichtig ist Ihnen bei diesem in der Öffentlichkeit oft sehr emotionalen Thema ein differenzierter Blick?

Die Emotionalität der Thematik weist darauf hin, dass viele Menschen die bedrückenden islammotivierten Menschenrechtsverletzungen in Deutschland, Europa und weltweit, von denen nahezu täglich berichtet wird, sorgenvoll, auch angstbesetzt wahrnehmen.[7] Zugleich befürchten sie eine verstärkte Islamisierung, auch durch die verstärkten Migrationswellen. Sie wird islamischerseits nachweislich angestrebt und findet auch statt, obwohl sie vielfach entgegen allem Augenschein abgestritten wird – nicht nur von Muslimen.

Faktenbasierte, der Wahrheit entsprechende Darstellung

Zur Frage nach dem differenzierten Blick auf den Islam im neu veröffentlichten Buch ist anzumerken: In den verschiedenen Veröffentlichungen über den Islam – so auch in diesem Buch – war es uns Autoren immer wichtig, die heiklen Themen verständlich und in einem möglichst sachlichen Ton darzustellen. Oberstes Prinzip war zugleich: Eine faktenbasierte, tabulose und der Wahrheit entsprechende – also eine differenzierte – Darstellung. Und ich meine, das ist uns auch gelungen.

Das breite Spektrum der islamischen Strömungen

Ein weiterer Hinweis auf die erfragte Differenzierung: Natürlich ist das breite Spektrum der islamischen Strömungen mit ihren gemäßigten und radikalen Varianten, mit ihren säkularen, liberalen, orthodoxen oder extremistischen Ausrichtungen differenziert zu beurteilen. Wohl alle behaupten von sich selbst, dass nur sie allein die „authentischen, wahren Anhänger des Islam“ sind und nur sie allein den Koran „angemessen“ interpretieren. Die beiden größten Glaubensrichtungen, Sunniten und Schiiten, sind seit den Anfängen des Islams, der selbsternannten „Religion des Friedens“, bis zum heutigen Tag miteinander in „Bruderkriege“ verwickelt.

Im Blick auf die notwendige Differenzierung ist noch ausdrücklich festzuhalten: Es gibt durchaus Muslime, die unserem Grundgesetz gegenüber loyal sind. Wie sie die dadurch entstehende Spannung letztlich lösen, bleibt wohl ihr Geheimnis.

Dennoch stellt sich die Frage: Gilt ihre Loyalität nur solange die muslimische Bevölkerung eine Minderheit darstellt?

Gibt´s DEN Islam oder gibt´s ihn nicht?

Mit Verweis auf diese divergierenden islamischen Strömungen werden häufig bei der Verteidigung des Islams im Brustton der Überzeugung zwei Parolen vorgetragen, die bei paralleler Verwendung nicht widersinniger sein könnten. Da wird behauptet: „DEN Islam gibt es nicht“, um wenige Augenblicke später im völligen Widerspruch zu dieser Behauptung, aber mit gleichem Nachdruck zu fordern: „DER Islam gehört zu Deutschland“. Wie soll denn DER Islam zu Deutschland gehören, wenn es DEN Islam nicht gibt?

Auch bei islammotivierten Messerattacken und Terrorangriffen heißt es häufig islamexculpierend: „Das hat doch alles nichts mit DEM Islam zu tun“ – um gleich darauf allen Ernstes wiederum zu behaupten: „DEN Islam gibt es nicht“.

EIN Koran, EIN gemeinsamer Religionsstifter für alle Strömungen

Bei der Beurteilung dieser islamischen Strömungen mit ihren unterschiedlichsten Glaubensauslegungen wird auch gerne ein entscheidendes Moment ausgeblendet: Alle Glaubensrichtungen haben denselben einen Koran als Wegweisung mit gleichem Inhalt, Wort für Wort. Alle haben auch denselben einen Religionsstifter, der als unbestrittenes Vorbild hochverehrt wird als „der beste Mensch, der je gelebt hat“, auch als „Sinnbild des gottgefälligen Lebens.“

S-Bahn Station in Süddeutschland. Man beachte den haßerfüllten Blick des Afrikaners rechts im Hintergrund, der auf die Fotografin gerichtet ist. Foto: Maria Schneider

Daraus können sich schwerwiegende Konsequenzen ergeben im Blick auf die Prägung von Bewusstsein, Denken und Mentalität all jener, die sich an dieser Lehre und an diesem Vorbild orientieren – so etwa hinsichtlich der koranischen Gewaltproblematik, aber auch im Blick auf das problematische Leben Mohammeds. Es wird nicht etwa in außerislamischen, sondern in den islamischen Quellen selbst offen und anschaulich beschrieben. Die möglichen Folgen dieser Prägungen liegen auf der Hand.

FRAGE: Ist die Wahrscheinlichkeit nicht groß, dass, würde man die Maßstäbe, die Sie an den Islam anlegen, an eine andere Weltreligion anlegen, nicht ähnliche Ergebnisse herauskommen würden?

Diesbezüglich gilt meines Erachtens: Jede Religion und jede Weltanschauung muss in dem Rahmen, den die UN-Menschenrechtserklärung vorgegeben hat, die Existenz aller anderen Religionen und Weltanschauungen tolerieren, solange diese selbst entsprechend tolerant sind. Wer jedoch die Missformen von Toleranz, nämlich Intoleranz und „Einbahnstraßen-Toleranz“ toleriert, toleriert zugleich die Unfreiheit. Dazu die wichtige Erkenntnis und der gute Rat des Philosophen Karl Popper:

„Uneingeschränkte Toleranz führt mit Notwendigkeit zum Verschwinden der Toleranz. Denn wenn wir die unbeschränkte Toleranz sogar auf die Intoleranten ausdehnen, wenn wir nicht bereit sind, eine tolerante Gesellschaftsordnung gegen die Angriffe der Intoleranz zu verteidigen, dann werden die Toleranten vernichtet werden und die Toleranz mit ihnen. … Wir sollten daher im Namen der Toleranz das Recht für uns in Anspruch nehmen, die Unduldsamen nicht zu dulden.“[8]

Diesem Toleranzverständnis widerspricht jedoch eindeutig der korankonforme Dominanz- und Weltherrschaftsanspruch des Islams mit dem Ziel der Unterwerfung aller Nichtmuslime.

Entscheidende Unterschiede in der Lehre: Gewaltsame Christianisierung gewaltsame Islamisierung

Für das Christentum gilt in diesem Zusammenhang: Wo immer sich christliche Gemeinschaften in der Geschichte etwa durch gewaltsame Christianisierung entsprechend intolerant verhalten und Gewalt angewendet haben, haben sie im eindeutigen Widerspruch zur Friedensbotschaft Jesu gehandelt und Schuld auf sich geladen.

Generell ist an dieser Stelle jedoch wiederum ein entscheidender Unterschied zwischen Christentum und Islam festzuhalten: Muslime können sich bei gewaltsamer Islamisierung immer auf den Koran und die islamische Lehre vom „Heiligen Krieg“ (dschihad) berufen, Christen jedoch bei gewaltsamer Christianisierung niemals auf die biblische Botschaft, die eine Friedens- und Freiheitsbotschaft ist.

Das muslimischerseits immer wieder vorgebrachte Argument, die „Heiligen Kriege“ seien Verteidigungskriege bzw. ein „Hineinverteidigen“ in ein fremdes Territorium gewesen, ist pure Apologetik, schnell durchschaubar und widerspricht der historischen Wahrheit. Die islamischen Eroberungskriege von Afrika aus nach Europa und Asien können doch niemals Verteidigungskriege gewesen sein. Es ging immer um das Aufoktroyieren der islamischen Herrschaftsordnung.

Die Kreuzzüge als Reaktion auf die islamischen Aggressionen

Bei der Diskussion dieser Thematik wird der Katholischen Kirche nicht nur von Muslimen ständig die Geschichte der mittelalterlichen Kreuzzugsbewegung „um die Ohren gehauen“. Doch die Kreuzzüge waren nachweislich keine Form der christlichen Glaubensverbreitung. Sie waren vielmehr eine verteidigende, not-wendige und not-wehrende Reaktion auf das Anstürmen islamischer Heere auf Europa, gleicherweise auch eine Antwort auf die ständige Behinderung der Pilgerwege ins Heilige Land und nach Jerusalem durch Überfälle und Raubzüge von Muslimen.[9]

Im Kontext der Kreuzzugsthematik wird nach meinen Erfahrungen nahezu immer ausgeblendet, dass diese islamischen Aggressionen im langen Zeitraum von weit über 400 Jahren dem Beginn der Kreuzzugsbewegung vorausgingen. Dass in diesen Auseinandersetzungen schuldhaftes Versagen auch bei Christen zu beklagen ist, steht außer Frage.

? FRAGE: Papst Franziskus hat bei verschiedenen Treffen mit religiösen Führern des Islams die Bedeutung des Dialogs und des Miteinanders betont. Wie kann denn Ihrer Meinung nach ein Dialog zwischen Christentum und Islam aussehen?

Bereits seit ca. 50 Jahren gibt es in der Folge des 2. Vatikanischen Konzils (1962-1965) den Dialog zwischen Christentum und Islam.[10] Das Resultat ist allerdings bei einem Blick in die muslimischen Länder niederschmetternd. Trotz der Begegnungen auch von höchsten religiösen Repräsentanten ist zu fragen:

Wo ist nach diesen langen Jahrzehnten in der islamischen Welt etwas zu spüren von einer Verbesserung der Lebensbedingungen der Christen und der anderen religiösen Minderheiten? Wo wird die viel gepriesene „Brüderlichkeit“ zwischen Muslimen und Christen tatsächlich erfahren und gelebt? Wo gibt es in den islamisch dominierten Ländern die Gleichberechtigung, den „partnerschaftlichen Umgang von Muslimen mit Christen“, auch mit Angehörigen anderer Religionen, insbesondere mit den Juden?

Das traumatische Ergebnis des Dialogs in islamischen Ländern

Das harte Gegenteil ist allermeist der Fall. Nach wie vor gibt es vielfältige Formen der Benachteiligung und Diskriminierung der Christen, insbesondere auch eine Zunahme der Christenverfolgungen in islamisch dominierten Ländern mit unterschiedlicher Intensität.

Vor diesem bedrückenden Hintergrund wirken alle „brüderlichen“ Umarmungen und Gesten ähnlicher Art unecht, sogar ziemlich peinlich und unerträglich. Wohl nicht nur bei vielen Millionen gläubiger Christen, die in islamisch geprägten Ländern mit dem Islam im alltäglichen Leben ihre leidvollen Erfahrungen in verschiedenen Formen und Intensitätsstufen machen müssen.

Nivellierung und Verharmlosung in der hiesigen Dialogpraxis

Kritisch ist auch die kirchlich-ökumenische Dialogpraxis bei uns in Deutschland zu hinterfragen, in der – so der Anschein – allzu oft christliche Glaubensaussagen nivelliert und islamische Parolen unkritisch und blauäugig übernommen, sowie ethische, juristische und gesellschaftspolitische Probleme verharmlost, geschönt, relativiert, verschleiert oder gänzlich tabuisiert werden.

So ist schon seit Jahren – in recht freundlichen Beschreibungen – vom „Dialog der multireligiösen Schummelei“, auch von „Interreligiösen Schmusestunden“, vom „Gefälligkeitsdialog“ und – etwas heftiger – vom „Dia-lüg“ u.ä. die Rede.

Die staatliche Dialogpraxis („Islamkonferenz“) sei hier nur erwähnt, ist m.E. aber ähnlich einzuschätzen.

Ali Bashar Ahmad Zebari bei der Urteilsverkündung am 10.07.2019; Lebenslange Haft. Daneben: Die 14-jährige Susanna Feldmann. Quelle: Bild

Eine fragwürdige kirchliche Kursbestimmung zur Erinnerungskultur[11]

Auch derzeitige islammotivierte Aggressionen bei uns und weltweit dürfen/sollen in dieser Dialogpraxis einfach ausgeblendet werden, darüber hinaus insbesondere auch die 1400-jährige Gewaltgeschichte dieser Religion, die in bemerkenswerten Ausnahmefällen sogar innerislamisch bestätigt wird. Man folgt dabei wohl gerne der problematischen konziliaren Vorgabe in Nostra aetate Nr. 3, in der im Blick auf die grausamen Ereignisse in der Geschichte dazu aufgerufen wird, „das Vergangene beiseite zu lassen“.

Erinnerungskultur nur für die NS-Diktatur?

Eigenartig! Wenn es dagegen um die 12 Jahre der NS-Diktatur und ihre Verbrechen geht, ist von einem „Beiseite-lassen“ plötzlich keine Rede mehr. So wird gerne nach einem pathetisch-nachdrücklichen „Nie wieder“ an die sogenannte Erinnerungskultur appelliert und in Endlosschleife das Schuldnarrativ aufgetischt, gelegentlich verbunden auch noch mit einer Bitte um Vergebung.

Dieses Erinnern soll aus durchaus guten Gründen verhindern, dass sich die Schand- und Greueltaten der NS-Zeit wiederholen werden. Denn wer aus der Geschichte nicht lernt, wird erfahrungsgemäß auch in der Gegenwart und in der Zukunft die gleichen Verbrechen „guten Gewissens“ wiederholen. Doch diese Denkweise gilt offensichtlich nicht im und nicht für den Islam. Nach einem Schuldbekenntnis für muslimische Verbrechen in der Geschichte sucht man deshalb wohl vergebens.

Das Leugnen historischer Fakten als Folge des „Beiseite-lassens“

So darf an die NS-Diktatur, aber auch selbstverständlich an die Kreuzzüge erinnert werden, ohne dabei zu vergessen, immer neu schwerste Vorwürfe gegen die Kirche zu erheben. An die dunklen Kapitel der 1400-jährigen islamischen Gewalt- und Eroberungsgeschichte jedoch zu erinnern, um aus diesen Erfahrungen für die Zukunft zu lernen und künftiges Unheil zu verhindern, bleibt schlichtweg tabu. Die Christenverfolgungen unserer Tage gerade auch in islamischen Ländern scheinen vielfach in dieses Tabu miteingeschlossen zu sein.

Dieses „Beiseite-lassen“, das Tabuisieren bewirkt u.a., dass historische Fakten – wie z. B. der Armenier-Genozid – schlussendlich glattweg geleugnet werden.

Die Grundlage des Dialogs: Der Respekt vor der gleichen Würde aller Menschen

Diese Art des Dialoges zwischen Christen und Muslimen müsste von der Handlungsmaxime geleitet sein, menschenwürdiges Leben zu ermöglichen. Und dies nicht etwa im Respekt lediglich vor einer Würde aller Menschen, wie es Muslime gerne formulieren.[12]

Denn mit dieser Ausdrucksweise, die von „einer Würde aller Menschen“, also von einer unbestimmten Würde aller Menschen spricht, wird islamischerseits eine Würdehierarchie unter den Menschen ermöglicht. Danach haben auch Sklaven eine Würde, eine Würde allerdings, die ganz unten angesiedelt ist. Damit aber wird zugleich der Weg geöffnet für die Umsetzung der islamischen Lehre, die den Muslimen selbst die höchste Würde unter den Menschen zuschreibt. Leidvoll wirkt sie sich letztlich dann korankonform aus in der Unterwerfung der Nichtmuslime unter die Herrschaftsordnung Allahs und die Dominanz der Muslime über sie.

Nein, bei dieser Handlungsmaxime der Dialogpraxis muss es vielmehr um den Respekt vor der gleichen Würde aller Menschen gehen, von der die UN-Menschenrechtserklärung sowie auch unser Grundgesetz sprechen, in dem es in Artikel 3, Abs. 3 heißt: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“

Zur richtigen Dialogpraxis: „Der Dialog des Lebens und des helfenden Handelns“

Wie aber soll der Dialog zwischen Christentum und Islam aussehen? Aus den bisherigen Hinweisen ergeben sich einige Antworten auf diese Frage:

? Gegenstand des Dialogs ist die lange To-Do-Liste mit den zuvor aufgezeigten Problemfeldern, die ein friedliches und gedeihliches Zusammenleben von Nichtmuslimen und Muslimen massiv stören oder gar gänzlich verunmöglichen

? Keine Relativierung christlicher Glaubenswahrheiten

? Kein Ausblenden koranischer/islamischer Lehraussagen zur Vermeidung von Schwierigkeiten

? Kein Verschweigen historischer und zeitgenössischer islambezogener Fakten aus falscher Rücksichtsnahme

? Keine Übernahme fragwürdiger muslimischer Parolen und Begrifflichkeiten

? Kein fragwürdiges Entgegenkommen

? Das Pochen auf Gegenseitigkeit

? Das Unterlassen irreführender Gesten

? Keine Erlaubnis, hiesige Traditionen durch muslimische Einwände zu verbieten

? Kein Zulassen von Verhaltensweisen und Plänen, die im im Widerspruch stehen zu unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung.

Daraus ergibt sich ferner:

? Die entscheidende und vorrangige Form des kirchlichen Dialog-Engagements mit dem Islam dürfte m. E. keineswegs der letztlich unfruchtbare Dialog über irgendwelche theologischen und spirituellen Fragen und Spekulationen sein. Vielmehr muss es primär und dringlich um den „Dialog des Lebens und des helfenden Handelns“ gehen.

? Keine falsche Rücksichtsnahme auf Empfindsamkeiten und Befindlichkeiten zulasten von Gerechtigkeit und Recht, von Wahrhaftigkeit und Wahrheit.

DIE WAHRHEIT WIRD EUCH FREI MACHEN“ – Johannes 8,32

Dieses Wort Jesu steht in goldfarbenen Großbuchstaben über dem Eingang des Kollegiengebäudes I der Universität Freiburg, dem Sitz unter anderem auch der Theologischen Fakultät. Während meiner Zeit als Theologiestudent, später als Wissenschaftlicher Assistent und bei meinen weiteren Besuchen der Fakultät hat mich dieses wegweisende Jesuswort immer wieder darauf aufmerksam gemacht, worauf echte Freiheit beruht. Zählt es nicht zu jenen seiner Worte, die alle Menschen – gleich welchen Glaubens und welcher Weltanschauung – einladen, in ihrem Leben nach Wahrhaftigkeit zu streben sowie nach der Wahrheit, die frei macht?   

Das Buch „Kritische Stellungnahmen zum Islam“ kann als Autorenexemplar für 19.80 Euro incl. Versand unter Angabe der Kontaktadresse bestellt werden bei

udo.hildenbrand@gmx.de oder bei reinhard.wenner@gmx.de


[1] Vgl. den Bericht in der ev. Wochenzeitschrift IDEA, 13.4.2023, S.12.

[2] Ebd., 26.4.2023, S. 18.

[3] Vgl. dazu U. Hildenbrand, R. Wenner, Kritische Stellungnahmen zum Islam, S. 391-395.

[4] Vgl.dazu ebd., S.376-411.

[5] Vgl. dazu U. Hildenbrand, R. Wenner, Kritische Stellungnahmen zum Islam, S. 63 f., 262.

[6] Vgl. dazu ebd., S. 326-336.

[7] Vgl. dazu ebd., S. 166-170, 573-601.

[8] KARL POPPER, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Tübingen 8. Aufl. 2003, Kap. 7 (or. The Open Society and its Enemies, London 1945), zitiert in „Karl Popper über Toleranz”, in Die Welt, 23. September 2006, https://www.welt.de/print-welt/article154640/Karl-Popper-ueber-Toleranz.html.

[9] Vgl. dazu U. Hildenbrand u.a., Freiheit und Islam, S. 261-414, 624 f.

[10] Vgl. dazu ders., R. Wenner, Kritische Stellungnahmen zum Islam, S. 57-59, 61-70, 118-127.

[11] Vgl. dazu U. Hildenbrand, R. Wenner, Kritische Stellungnahmen zum Islam, S. 102 f.

[12] Vgl. dazu U. Hildenbrand, R. Wenner, Kritische Stellungnahmen zum Islam, S. 314 f., 342-347.

Quelle: Beischneider.net


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Kommentare

Eine Antwort zu „Kritik am ISLAM – die aktuelle Erfahrung der Christen in einem islamischen Land – Teil 2“

  1. Peter Backfisch

    Auch dieser 2.Teil der Kritik am Islam ist eine gründlich recherchierte Arbeit, die großflächige Verbreitung verdient. Jedoch muss gesagt werden, dass überall dort wo ehemals christlich besiedelte Regionen vom Islam übernommen wurden, dies auch am mangelnden Verteidigungswillen der Christen lag, das war so in ganz Nordafrika, im Nahen Osten (Assyrian und Babylonien), in der Türkei, Konstantinopel, Teile des Balkans. Ich sehe da ein folgenschweres Zaudern der christlichen Welt. Das es ach anders gehen kann eigne sich im westlichen Europa im 8. Jahrhundert und im 15. Jahrhindert.

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