Japan gilt als eines der restriktivsten Länder der Welt, wenn es um Asyl geht – und doch wächst dort ein Konflikt, der Erinnerungen an europäische Zustände weckt. In Kawaguchi, einer Stadt in der Präfektur Saitama nördlich von Tokio, hat sich eine große kurdische Community gebildet. Laut dem Vlogger NihonGo, der seit Jahren aus Japan berichtet, sorgt diese Gruppe zunehmend für Spannungen mit den Einheimischen – und das Problem wird immer größer.
Rund 3.000 Kurden leben inzwischen in Japan, viele von ihnen mit immer wieder neu gestellten Asylanträgen, die sie über Jahre in einer rechtlichen Grauzone halten. Obwohl die Anerkennungsquote bei unter einem Prozent liegt, können Antragsteller jahrelang bleiben – und das oft ohne Arbeitserlaubnis. Die Folgen: Parallelgesellschaften, Kleinkriminalität, Übergriffe. Besonders ein Fall sexueller Belästigung durch einen Kurden, der nach mehrfacher Wiederholung schließlich zu acht Jahren Haft verurteilt wurde, hat die öffentliche Meinung aufgeheizt.
Die Anwohner von Kawaguchi berichten von wachsender Unsicherheit: Überfälle, Diebstähle, Schlägereien – und eine Polizei, die nicht konsequent durchgreift. Aus Frust bildeten Bürger bereits eigene Patrouillen, einige suchten sogar Hilfe bei Boryokudan-Gruppen, die als Yakuza-nahe gelten. Politisch hat Japan zwar reagiert: Seit 2024 sind nur noch zwei Asylanträge möglich, danach droht Abschiebung. Doch das eigentliche Problem bleibt bestehen – wohin mit den Kurden, wenn weder die Türkei noch andere Herkunftsstaaten sie zurücknehmen wollen?
Während Politiker eine internationale Lösung für 2028 anstreben, brodelt es in Kawaguchi weiter. Viele Japaner fragen sich, wie lange das Land noch dulden kann, was längst als „Kurodojin Mondai“ – das Kurdenproblem – in Medien und Alltag Einzug gehalten hat.



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