
Nicht-Teilnehmer der öffentlich-rechtlichen und sonstig medialen Volksverblödung haben von Anfang an gesagt: Die Ukraine kann den Russen in einem Vabanque-Krieg nicht standhalten. Sie fungiert als Stellvertreterin US-amerikanischer Schwarzmeer-Interessen und wird als zerstörtes Kampffeld enden. Der Vater aller desolat geendeten US-Kriege seit 1945 ist der Vietnamkrieg. Da zeigte die Großmacht zu Lande, zu Wasser und in der Luft, wo der subatomare Hammer hängt und lebte über 10 Jahre lang von täglichen Siegesmeldungen. Der allabendlich gesendete „Body count“ gefallener Nordvietnamesen gehörte damals zum Fernsehkonsum wie Frau Miosga heute zum Schirm. In Wirklichkeit lief die Sache in Gegenrichtung, der Krieg war zu keiner Zeit gewonnen und die Siegesmeldungen sollten nur für weiteren Nachschub und das Durchhalten der US-Heimatfront sorgen.
Selenskyj erinnert mit seinen Siegesmeldungen an große, gescheiterte Vorbilder
Die aktuelle Kriegs- und Nachrichtensituation der Ukraine erinnert frappant an dieses Muster. Die Pro- Siegespropaganda und die gegenläufige Realität haben in Präsident Selenskyj, dessen aufputschende Reden weltweit bis in den letzten Schweizer Winkel übertragen werden, einen Kondensationspunkt. Selenskyj behauptet laut Gabor Steingart*, die Ukraine habe das „Rückgrat der Russischen Armee gebrochen“ und Russland werde „die nächsten Jahre nicht mehr auf die Beine kommen“. Das ist Grund genug für die politische Zuhörerschaft und für feministisch-infantile Außenpolitikerinnen, noch mehr und noch schwerere Waffen für den in Reichweite befindlichen „sicheren Endsieg“ zu liefern. Dabei sollte man im Empfangsbereich des „Deutschlandsenders“ alter Schule eigentlich sensibel für Falschmeldungen zu Kriegsverläufen sein. Eine hochgestellte Nato-Expertin blickt aktuell auf den Frontenverlauf und kommt zum Ergebnis, dass Selenskyj – ähnlich wie der Mann im Führerbunker – nicht umfassend informiert sein oder Unpassendes weglassen dürfte.
Erste deutsche Kriegsbefeuerer seilen sich ab
Gabor Steingart schreibt: „Nato-Expertin Dr. Stefanie Babst (…) kommt zu gänzlich anderen Erkenntnissen als Selenskyj. Demnach hat die Ukraine keineswegs der russischen Armee das Rückgrat gebrochen, sondern – im Gegenteil – sie wird von eben jener Armee erwürgt“.
Dass ausgerechnet der mit Axel Springer wirtschaftlich verbundene Steingart die neuen Töne bringt, erstaunt. Denn bei Springer – der Verlag ist großenteils Eigentum US-amerikanischer Finanztrusts – ist man bis unter die Decke voll mit journalistischem Kriegsmaterial und „Bild“ erigiert seit je die längste publizistische Kanone in Richtung „Putin“. Es muss also eine Menge dafür sprechen, dass die Ukraine in einem aussichtslosen Kampf steckt und man den gewünschten Sieg nicht wird herbeischreiben können.
*(Morning-Briefing v. 23.5.2022)


Kommentare
13 Kommentare zu „Ist die Ukraine unterwegs zum „sicheren Endsieg“ oder wird sie von der russischen Pythonschlange stranguliert? “