
Ihre Videos haben ordentlich Wumms, mehr als die von Alice Weidel, mit der sie oft verglichen wird. Sahra Wagenknecht könnte bei einer Partei-Neugründung der AfD einen beträchtlichen Stimmenanteil kosten. Die Sozi-Presse weiß es genau: „AfD und Wagenknecht sprechen zum Teil das gleiche Milieu an.“
Die linke Sammlungsbewegung „Aufstehen“ ist zwar grandios gefloppt, doch der von rechts auf links gedrehten FAZ kann es gar nicht schnell genug gehen, dass Wagenknecht der AfD das Wasser abgräbt.
Die Formel ist einfach, nach der man dem Volk die Weidel mit Belzeknecht austreiben will. Zaudernde Wechselwähler würden vielleicht noch von der AfD abgeschreckt werden, bei Wagenknecht als „guter“ Ex-Linken aber keine Probleme haben, so die Erklärnerds und Politolügner. Nichts fürchtet der Mainstream mehr als eine Querfront.
Im direkten Vergleich mit Weidel ist aber doch Wagenknecht die schlimmere „Extremistin“, wenn man so will. Ihre Noch-Partei hat unter dem Namen SED in der ehemaligen DDR Blut vergossen, das Blut der eigenen Landsleute. Sie gehörte lange Zeit zum stalinistischen Block. Solange sie schön brav auf ganz normal linksoppositionell machte, nahm ihr das im gesamten Medienbetrieb keiner krumm. Jetzt aber wird sie regelmäßig dafür gekeult, dass sie recht einfache Wahrheiten ausspricht.
Was erhoffen sich die FAZkes von Wagenknecht? Dass sie sich mit einer Neugründung verspekuliert und gleichzeitig der AfD die Suppe versalzt, damit RotGrün weiterhin das Land an die Wand fahren kann, was sonst. Mit Wagenknecht wäre nämlich Schluss mit GEZ und Medienförderung, genau wie mit der AfD. Wenn solche Parteien in für sie guten Zeiten vielleicht auch mal deutlich über die Zehn Prozent kommen, muss man nur dafür sorgen, dass die nicht zusammen arbeiten. Das glaubt man in den Schreibstuben, doch die FAZ liegt daneben. Je übler die Gemengelage, desto weniger schert sich der Wähler darum, welchen Eindruck sein Wahlverhalten macht, er will einfach nur nicht mehr länger zusehen, wie man ihm die Butter vom Brot nimmt. Das Maß ist allerdings noch immer nicht voll und die Maß nicht teuer genug, wie die Besuchermenge zum Oktoberfest zeigte.
Die nächste „reguläre“ Bundestagswahl wäre erst 2025. Genug Zeit für Wagenknecht eine Partei zu gründen, die vor dem Bundeswahlleiter bestehen kann. Wenn es allerdings zu Neuwahlen kommt, steht nur die AfD zur Verfügung, deren Potential dann vielleicht geringer als das von Wagenknecht wäre, real aber deutlich über Null liegt.
Aber 2025 – wer will bitte heute noch so weit denken? Wenn politisch noch etwas ausgerichtet werden kann, dann jetzt, doch wer glaubt das noch? Deutschland ist nicht Italien – ist eher wie Frankreich mit der ewigen Le Pen, die komischerweise dann doch nie den Hauch einer Chance hat, Staatspräsidentin zu werden, obwohl doch die Zeitungen vorher jedesmal so heftig vor ihr warnen.
Sahra Wagenknecht wird aber vielleicht trotzdem bald ihre Chance bekommen. In Krisenzeiten halten Menschen oft paradoxerweise an dem fest, was sie in die Krise geführt hat, im Chaos allerdings braucht es Leute eines anderen Formats. Wagenknecht könnte so jemand sein.

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6 Kommentare zu „Hat Wagenknecht mehr Potential als die AfD?“