Hätte Jesus den Weihnachtsmarkt besucht oder die Händler davongejagt?

von C. G. | Während Betonpoller, bewaffnete Polizeistreifen und Durchfahrtssperren zum festen Inventar deutscher Weihnachtsmärkte gehören, traut sich kaum jemand, die eigentliche Frage zu stellen: Was ist aus diesem Fest geworden – und was hätte Jesus dazu gesagt? Die Antwort dürfte vielen nicht gefallen. Nicht nur wegen des Konsumrauschs, sondern auch, weil christliche Traditionen heute unter permanenter Bedrohung stehen, während Politik und Medien beschwichtigend wegsehen.

Zur Adventszeit verwandeln sich Innenstädte in Hochsicherheitszonen. Weihnachtsmärkte gelten längst als „weiche Ziele“, regelmäßig warnen Behörden vor islamistischen Anschlägen. Trotzdem wird weiter von „Weltoffenheit“ und „bunter Vielfalt“ gesprochen, während Betonklötze Weihnachtslieder flankieren. Allein diese Realität sagt mehr über den Zustand des christlichen Abendlandes als jede Predigt.

Jesus war kein Gegner von Festen oder Gemeinschaft. Er ging auf Hochzeiten, saß mit einfachen Leuten zusammen, suchte Nähe statt Rückzug. Ein Markt, auf dem Menschen zusammenkommen, essen, trinken, reden und sich in dunkler Jahreszeit Wärme schenken, hätte ihm nicht widersprochen. Gemeinschaft war Kern seiner Botschaft.

Doch der moderne Weihnachtsmarkt hat mit dieser Idee nur noch bedingt zu tun. Er ist Event, Verkaufsfläche und politisches Symbol zugleich. Überteuerter Glühwein, Massenware aus Fernost, „christliche“ Motive als Marketinghülle – während der eigentliche Sinn des Festes entweder verharmlost oder aus Angst verdrängt wird. Die religiöse Substanz wird ausgehöhlt, um niemanden zu „provozieren“.

Die Tempelreinigung liefert den entscheidenden Maßstab. Jesus hatte kein Problem mit Handel – wohl aber damit, wenn das Heilige zur Kulisse für Profit und Machtspiele verkommt. Wenn Glauben instrumentalisiert wird. Wenn Rituale bleiben, aber der Inhalt geopfert wird. Genau das ist heute zu beobachten: Weihnachtsmärkte ohne Christentum, aber mit Sicherheitskonzept. Lichter ohne Klarheit. Tradition ohne Rückgrat.

Man kann also davon ausgehen: Jesus hätte nicht den Weihnachtsmarkt verurteilt, sondern das, was wir daraus gemacht haben. Er hätte sich nicht vor Terroristen versteckt und auch nicht die eigene Kultur relativiert. Er hätte bei den Menschen gestanden und denen, die aus Angst, Gier oder falscher Toleranz das Eigene aufgeben, unbequeme Fragen gestellt.

Kommentare

Eine Antwort zu „Hätte Jesus den Weihnachtsmarkt besucht oder die Händler davongejagt?“

  1. Avatar von DR.Faustus hat beschlossen und verkündet...

    Ein Daumen hoch an den Gastbeitrag 👍 Fragen hat so mancher viele schon gestellt,was dabei raus kam…naja… Als ich Kind war wollte ich immer den Wald,einen schönen Baum schmücken,so war’s und dann ab und zu meine Runde drehen um zu sehen,wie toll das doch ist. Das ist Weihnacht dachte ich,na ich war halt ein Kind und das hätte mir schon gereicht… Aber ab und zu mal einen Weihnachtsbaum zu …. ähm zu klauen war irgendwie auch ganz lustig…🤷😁

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