Tagsüber demonstrierten Tausende bei den angekündigten „Gen Z regelt“-Kundgebungen weitgehend friedlich. Nach dem offiziellen Ende kippte die Lage jedoch in mehreren deutschen Städten. Besonders Frankfurt erlebte eine Nacht mit Plünderungen, eingeschlagenen Schaufenstern und Angriffen mit Molotowcocktails auf Polizisten.
Auf der Frankfurter Zeil griffen Randalierer Geschäfte an und errichteten Barrikaden. Mehr als 30 Personen wurden vorübergehend festgesetzt, ein Spezialeinsatzkommando und ein Wasserwerfer kamen zum Einsatz. Hessens Innenminister Roman Poseck sprach von rund 100 „linksextremistisch motivierten Gewalttätern“, die sich unter die Menge gemischt hätten. Ministerpräsident Boris Rhein verurteilte die Ausschreitungen als Gewaltexzesse.
Besonders brisant war der Angriff auf ein Waffengeschäft in der Berliner Straße. Nach Medienberichten wurde ein Tatverdächtiger festgenommen; zwei entwendete Waffen konnten sichergestellt werden. Den übrigen Bestand brachte die Polizei in Sicherheit. Damit war die Eskalation längst über gewöhnliche Sachbeschädigung hinausgegangen.
Auch aus Köln, Hamburg, Berlin und Stuttgart wurden Angriffe und Festnahmen gemeldet. Die Kölner Polizei erklärte, Vermummte hätten Pyrotechnik auf Einsatzkräfte geworfen. Nach dem Ende der Versammlung seien Polizisten erneut attackiert worden; ein Wasserwerfer kam zum Einsatz. In Hamburg räumte die Polizei brennende Barrikaden, in Berlin wurden bei einer abendlichen Demonstration zahlreiche Personen festgenommen und Beamte verletzt.
Zur Wahrheit gehört: Die eigentlichen Kundgebungen verliefen in vielen Städten friedlich, und die Organisatoren hatten sich ausdrücklich gegen Gewalt und Plünderungen ausgesprochen. In München und Leipzig blieb es weitgehend ruhig. Die Verantwortung für die Ausschreitungen liegt bei jenen Gruppen, die friedliche Versammlungen als Kulisse für Straßengewalt missbrauchten.
Der Vergleich mit Frankreich fällt dennoch eindeutig aus. Dort waren die Proteste deutlich größer und die Zahl der Festnahmen lag wesentlich höher. Das Muster ähnelte sich aber: friedliche Massenkundgebungen am Tag, gefolgt von Ausschreitungen kleinerer gewaltbereiter Gruppen nach Einbruch der Dunkelheit. Deutschland erlebte keine französischen Verhältnisse im landesweiten Maßstab – Frankfurt bekam allerdings einen bitteren Vorgeschmack.
Die Frage, ob die groß angekündigte Protestwelle am Ende eine Luftnummer werde, ist damit beantwortet: Die Beteiligung war beachtlich, doch die politischen Forderungen wurden vielerorts von den Bildern der Gewalt überlagert. Ausgerechnet jene, die angeblich eine bessere Zukunft einfordern, überließen am Abend Randalierern die Schlagzeilen.
Quellen: F‑NEWS, Tagesschau, Polizei Köln und Radio Frankfurt.


