Farbfilm: Merkels Abschiedssong stammt aus der Feder eines Kinderschänders, der sich im Gefängnis das Leben nahm

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Das Lied kann nichts für seinen Verfasser und auch nicht dafür, dass es in der DDR entstanden ist. Angela Merkel hat sich „Du hast den Farbfilm vergessen“ für ihre Abschiedszeremonie ausgesucht. Die Medien titeln von einer guten Wahl und in den „sozialen Netzwerken“ trendet Nina Hagen, die mit ihrer grandiosen Stimme den Song zu einem Hit machte.

Doch ganz so glücklich ist die Wahl der Kanzlerin nicht, es sei denn, sie wollte damit ein Zeichen setzen. Dass sie damit Erinnerungen an die DDR möglicherweise verklärt, ist noch die geringste Sache und allenfalls kein besonderes Indiz für politisches Fingerspitzengefühl. Vielleicht triggert das Lied aber auch auf ganz andere Weise und sorgt nicht nur bei Opfern des DDR-Regimes für Missmut.

Die Geschichte des Songs hat nämlich noch mehr Hintergründe. Wer in der DDR mit seinen Kompositionen Erfolg haben wollte, musste bei der SED-Spitze einen Stein im Brett und gute Fürsprecher haben. Und das galt wohl für Kurt Demmler, als er die blutjunge Nina Hagen unter seine Fittiche nahm. Während Nina Hagen nach den ersten Erfolgen recht schnell das Weite suchte, blieb Demmler in der DDR bis zum Mauerfall. Er soll Schwierigkeiten mit der Stasi gehabt haben, einige seiner späteren Stücke wurden zensiert, er bekam Auftrittsverbote, konnte sich aber bis zum Ende des Regimes irgendwie durchschlängeln. Nach der Wende krähte kein Hahn mehr nach ihm. Sein einziger Ruhm blieb der „Farbfilm“ und sorgte für seine bundesweite Bekanntheit, als die erste Welle der „Ostalgie“ die Zeit der Diktatur weich zu zeichnen begann.

Dann landete er nochmals in den Schlagzeilen, aber diese waren alles andere als schmeichelhaft. Wegen des sexuellen Missbrauchs von Kindern wurde er im Jahr 2000 angeklagt und später zu einer Geldstrafe verurteilt. 2008 folgte die nächste Anklage. Etliche Fälle, zu denen sich Betroffene gemeldet hatten waren bereits verjährt. Vor Gericht ging es laut der Berliner Zeitung um den Zeitraum zwischen 1985 – 2005. Alleine zwischen 1995 und 1999 soll es zu 212 Übergriffen an Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren in seiner Berliner Wohnung und in seiner Villa in Storkow gekommen sein. Die Zahl der Opfer wurde mit 52 angegeben. Weiter hieß es, der Angeklagte soll Zeugen unter Druck gesetzt und seine früheren Opfer persönlich aufgesucht haben.

Deshalb wurde der Komponist in Untersuchungshaft genommen. Dort brachte er sich in der Nacht vom 2. auf den 3. Februar 2009 mit zwei zusammengeknoteten Gürteln um. Damit war der Prozess beendet und es kam nie zu einer vollständigen Aufklärung seiner Taten.

Wann immer das Lied irgendwo aufgeführt wird, den Opfern des Kinderschänders gehen dabei sicher andere Gedanken durch den Kopf, als denen, die einfach nur in ihren DDR-Erinnerungen schwelgen …

Übrigens, in der Wikipedia wird der feige Selbstmord des angeklagten und zuvor bereits einschlägig verurteilten Künstlers als „Freitod“ beschrieben.

2 Kommentare

  1. Naja, was kann man anderes von dieser SED Schraube erwarten, sie hat 20 Jahre Angst und Schrecken verbreitet, und genauso macht sie es sogar noch bei ihrem Abgang.

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  2. Die causa Demmler ist bekannt;
    anhand der Auswahl dieser sogen. „Wünsche“ merkt man, wes Ungeistes“ Kind dieses … ist.

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