Der Niederländer Marcel Jeninga hat geschafft, woran Behörden und Politiker jahrelang scheiterten. Wie NDR.de und der Beobachter berichten, wurde das berüchtigte „Pädophilen-Handbuch“ im Juni 2025 europaweit verboten. Ein Durchbruch – erkämpft von einem Vater, dessen eigene Tochter im Kleinkindalter zum Opfer wurde.
Seit 2009 kämpft Jeninga gegen das System, das Täter schützt und Opfer im Stich lässt. Nachdem er im Internet auf ein 1.000 Seiten langes „Handbuch für Pädophile“ gestoßen war – voll mit Anleitungen, wie man Kinder anlockt, missbraucht und die Tat vertuscht – startete er eine jahrelange Offensive gegen Behörden, Justiz und Politik.
Er reichte das Machwerk Abgeordneten persönlich auf den Tisch, erstattete Anzeigen in Deutschland und den Niederlanden, rüttelte mit Fernsehauftritten die Öffentlichkeit wach und gründete seine eigene Initiative „Strijd Tegen Misbruik“. Seine Hartnäckigkeit zahlte sich aus: 2014 wurde in den Niederlanden eine Pädophilen-Vereinigung verboten, 2015 folgte ein Gesetz in Großbritannien, 2020 das Verbot in Den Haag – und nun das Verbot in der gesamten EU.
Das Handbuch beschrieb in grausamer Detailtiefe, wie Täter je nach Altersgruppe vorgehen sollen, welche Orte sich für Übergriffe eignen, wie Vertrauen aufgebaut und Spuren vermieden werden können – inklusive anatomischer Zeichnungen von Kinderkörpern. Eine Anleitung zum Verbrechen, frei zugänglich im Darknet, genutzt von Tätern in ganz Europa.
Jetzt ist dieses Machwerk endlich strafbar – nach Jahren des Wegsehens und der Ausreden. Und Jeninga? Der denkt nicht ans Aufhören. Er fordert weiter die konsequente Löschung kinderpornografischer Inhalte und empfindlichere Strafen für Täter. Denn für ihn steht fest: „Ohne Gesetz können die Täter nicht bestraft werden.“


